Theater- und Konzertgänger in Singen müssen sich ab der Spielzeit 2022/2023 auf leicht steigende Eintrittspreise einstellen. Eine entsprechende Erhöhung hat der Betriebsausschuss Kultur und Tourismus Singen (KTS) des Gemeinderats kürzlich bei einer Enthaltung einstimmig beschlossen. Damit steigen die Preise für den Schauspielring und den Komödienring mit je vier Vorstellungen um 3,20 bis 4 Euro für die gesamte Spielzeit. Auch bei den Konzertabos gibt es Erhöhungen von 1,50 Euro bis 3 Euro pro Saison. Einher damit geht eine Erhöhung beim Einzelverkauf. Bei besonders aufwendigen Veranstaltungen wie Musicals hat die KTS nun mehr Spielraum. In der Sitzungsvorlage wird dies damit begründet, dass der „Rückgang beziehungsweise Einbruch nach zwei verrückten Corona-Spielzeiten“ deutlich sei. Der Veranstaltungsbetrieb hatte und hat viele Einschränkungen.

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Kulturliebhaber erhalten bis zu 20 Prozent Rabatt

Gleichzeitig will die KTS Kulturinteressierten künftig Wahlabos anbieten. Die funktionieren so, dass man sich aus dem gesamten Spielplan eine Reihe von Veranstaltungen aussuchen kann. Kauft man für all diese Veranstaltungen Plätze in derselben Kategorie, bekommt man 15 Prozent Rabatt bei vier und 20 Prozent Rabatt bei sechs Veranstaltungen. Dadurch wolle man stärker auf individuelle Besucherbedürfnisse eingehen, heißt es in der Vorlage.

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KTS-Leiter Roland Frank präsentierte im Ausschuss auch aktuelle Zahlen. So habe man derzeit etwa 2260 Abos, von denen aber nur etwa 1960 auch aktiv seien. Die anderen Abonnenten hätten das Angebot genutzt, ihr Abo zu pausieren. Der Vorteil für den Abonnenten im Vergleich zur normalen Kündigung ist dabei laut Oberbürgermeister Bernd Häusler, dass der gebuchte Platz erhalten bleibt. Bei einer Kündigung geht der Wunschplatz verloren.

300 Menschen haben ihr Abo gekündigt

Für die KTS besteht der Vorteil darin, dass man eine Brücke baue für alle, die möglicherweise zurückkommen wollen. Die derzeit aktiven Abonnenten belegen etwa 7000 Plätze im Jahr, alle Abonnenten zusammen würden etwa 8000 Plätze belegen, so Roland Frank. Und er gab auch bekannt, dass im Vergleich zur Spielzeit 2019/2020 etwa 300 Abos gekündigt worden seien. Preiserhöhungen wolle man mit Augenmaß umsetzen.

Der Comedian Kaya Yanar war 2021 ein beliebter Gast in der Singener Stadthalle. Künftig müssen Besucher dort etwas mehr bezahlen.
Der Comedian Kaya Yanar war 2021 ein beliebter Gast in der Singener Stadthalle. Künftig müssen Besucher dort etwas mehr bezahlen. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Ist eine Preiserhöhung das falsche Signal?

Ganz ohne Diskussion ging die Entscheidung nicht vonstatten. Angelika Berner-Assfalg (CDU) merkte an, dass diese Zahlen eigentlich nicht wirklich gut seien. Man müsse alles daran setzen, dass die Leute wieder zurückkommen. Ob da die Erhöhung ein gutes Zeichen sei? OB Häusler entgegnete, nach seiner Einschätzung seien die Besucher eher besorgt, als dass sie keine Lust hätten. Und eine Erhöhung von höchstens einem Euro pro Veranstaltung könne kein richtiger Kündigungsgrund sein. Michael Burzinski (Freie Wähler) und Isabelle Büren-Brauch (Grüne) meinten, dass man später stärker erhöhen müsse, wenn man es jetzt nicht mache.

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