Auch in Singen nehmen immer mehr Menschen an den Montagsspaziergängen teil. Am dritten stillen Protest dieser Art nahmen am vergangenen Montagabend über 500 Personen teil, wie Polizeipressesprecher Dieter Popp auf Anfrage des SÜDKURIER mitteilte. Eine Woche zuvor waren es noch 200. „Es ist tatsächlich so, dass die Ansammlung von 500 Menschen die Spitze im gesamten Landkreis Konstanz darstellte“, so Popp.

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In keiner anderen Stadt oder Gemeinde kamen mehr Bürger zusammen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Im Vergleich: In Konstanz wurden laut Popp etwa 200 Menschen gezählt. Übertroffen wurde Singen allerdings von Rottweil und Villingen: Dort gingen 1000 beziehungsweise 1500 Menschen auf die Straßen.

Abstand ist kein Thema bei „Spaziergängern“

Der Montagsspaziergang in Singen lief laut Polizeisprecher Dieter Popp friedlich ab: „Es kam zu keinen Vorfällen.“ Allerdings hätten die Teilnehmer vor allem in engeren Straßenzügen den geforderten Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten. „Bei 500 Menschen sprechen wir schon von einer ganzen Masse“, betonte Popp. Mit Schildern und Trillerpfeifen seien die „Spaziergänger“ planlos durch die Singener Innenstadt gezogen. Auch am Montag habe sich, wie bei den Protesten zuvor, kein Verantwortlicher zu erkennen gegeben.

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Warum ist die Teilnehmeranzahl derart rasant gestiegen? Laut Dieter Popp liege dies vor allem daran, dass es im Vorfeld zum vergangenen Montag einen landkreisübergreifenden Aufruf zur Teilnahme gegeben habe. Zudem sei er dieses Mal nicht kurzfristig erfolgt, sondern die Teilnehmer hätten genügend Zeit gehabt, sich darauf vorzubereiten. Allerdings sei laut Polizeiangaben davon auszugehen, dass die Teilnehmerzahlen wieder abnehmen werde. Auch in weiteren Hegau-Gemeinden, etwa in Engen, hätten Montagsspaziergänge stattgefunden. Es hätte allerdings auch Ortschaften gegeben, wo umsonst zu „Spaziergängen“ aufgerufen wurde. „Aber die einzigen die dort waren, war die Polizei“, so Popp.