Freitagabend, 20 Uhr. Die Aktiven des Musikvereins im Hilzinger Ortsteil Schlatt am Randen treffen sich wieder zur Musikprobe. Damit geht der Verein nach mehr als drei Monaten Pause aufgrund der Corona-Pandemie einen kleinen Schritt in Richtung Normalität.

Allerdings findet die Probe nicht im Probelokal statt. Dort könnten nur 15 Musiker unter Einhaltung der Abstandsvorschriften des Hygienekonzepts proben. So hat Vorsitzender Alfons Zipperer sehr schnell, nachdem das Muster-Hygienekonzept des Bunds Deutscher Blasmusikverbände vorlag, bei der Gemeinde die Überlassung der Alpenblickhalle für den Probebetrieb beantragt.

„Ich habe größte Sorge um das Vereinsleben, und deshalb wollte ich keine Gelegenheit ungenutzt lassen, die Vereinsarbeit mit Proben so schnell wie möglich wieder aufzunehmen“, führt Alfons Zipperer aus. Das erforderliche Hygienekonzept wurde vom Verein erstellt und der Gemeinde vorgelegt, die dann über den Antrag ohne zu zögern positiv entschied.

„Ich habe größte Sorge um das Vereinsleben.“Alfons Zipperer, Vorsitzender im Musikverein Schlatt am Randen
„Ich habe größte Sorge um das Vereinsleben.“Alfons Zipperer, Vorsitzender im Musikverein Schlatt am Randen

„Wir haben auch den anderen Musikvereinen in der Gemeinde eine Halle zur Probe angeboten“, ergänzt Thomas Ruck, Leiter des Ordnungsamtes Hilzingen. So sitzen nun die Schlatter Musiker bei offenen Türen und Fenstern im Abstand von jeweils zwei Meter in der Halle, die Bläser sammeln ihr Kondenswasser in neben den Stühlen aufgestellten Einwegbehältnissen und desinfizieren überall dort, wo es erforderlich ist.

Trotz dieser strengen Hygienevorgaben sind die Musiker froh, dass zumindest Proben wieder möglich sind. „Die Proben fördern die Kameradschaft in einem Verein, deshalb sind sie auch unter diesen Voraussetzungen wichtig“, erzählt Trompeter Lukas Jäkle.

„Die Proben fördern die Kameradschaft in einem Verein, deshalb sind sie auch unter diesen Voraussetzungen wichtig.“Lukas Jäkle, Trompeter im Musikverein Schlatt am Randen
„Die Proben fördern die Kameradschaft in einem Verein, deshalb sind sie auch unter diesen Voraussetzungen wichtig.“Lukas Jäkle, Trompeter im Musikverein Schlatt am Randen

Auch die Stadt Singen stellt ihren sieben Musikkapellen mit dem Bürgersaal und drei Hallen entsprechend große Räumen für die Proben zur Verfügung, wie von Stadtrat Jürgen Schröder (zugleich Geschäftsführer des Blasmusikverbandes Hegau-Bodensee) zu erfahren war. “Allerdings ist die Tendenz bei etlichen Vereinen bis zu den Sommerferien, wenn es das Wetter zulässt, im Freien zu proben. Ich bin froh, dass es überhaupt wieder möglich ist zu proben. Die sozialen Kontakte haben gefehlt. Durch den Wegfall der vielen Veranstaltungen haben die Vereine schon wirtschaftliche Einbußen hinzunehmen. Corona sollte nicht auch noch zu einem Schwund bei den Musikern führen“, ergänzt Schröder.

„Durch den Wegfall der vielen Veranstaltungen haben die Vereine schon wirtschaftliche Einbußen hinzunehmen. Corona sollte nicht auch noch zu einem Schwund bei den Musikern führen.“Jürgen Schröder, Singener Stadtrat und Geschäftsführer des Blasmusikverbandes Hegau-Bodensee
„Durch den Wegfall der vielen Veranstaltungen haben die Vereine schon wirtschaftliche Einbußen hinzunehmen. Corona sollte nicht auch noch zu einem Schwund bei den Musikern führen.“Jürgen Schröder, Singener Stadtrat und Geschäftsführer des Blasmusikverbandes Hegau-Bodensee | Bild: SK

Auch der Musikverein Watterdingen-Weil will wieder proben, doch ist dies nur im Freien möglich. „Mit 60 Musikern reicht der Platz bei den vorgeschriebenen Abständen in der Biberhalle nicht, deshalb ist Probe freitags vor der Halle auf dem Parkplatz“, so Vorsitzender Hans-Peter Messmer.

Platz in der Halle hätte der Musikverein Mühlhausen-Ehingen und der Antrag bei der Gemeinde auf Überlassung ist laut Katja Deuer auch gestellt. „Aber die Halle ist stark frequentiert, und bis über den Antrag entschieden ist, nutzen wir den Schulhof.“

Weiterdinger hoffen auf ihr Jubiläumskonzert

Der Musikverein Weiterdingen hofft noch, im Herbst zumindest sein Jubiläumskonzert zum 100. Geburtstag geben zu können. Deshalb sind die Proben jetzt ganz wichtig. Allerdings wird an der Wiesentalhalle noch kräftig gebaut. Laut Dirigent Andreas Jeck sind Registerproben im Probelokal möglich und die gesamten Kapelle probt vorerst auch im Freien.