Eine Hündin hat in Singen einen Giftköder gefressen und ist gestorben. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, war die Halterin am vergangenen Montag mit ihrer zehnjährigen Hündin Gassi gehen im Bereich der Römerzielpromenade parallel der Schauinslandstraße in Singen. Nach Polizeiangaben fand das Tier in einem unachtsamen Moment den Giftköder und fraß ihn – wenige Stunden später erbrach das Tier und spuckte Blut.

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Am darauffolgenden Tag habe die Halterin ihren Tierarzt aufgesucht. Die Hündin – ein West Highland White Terrier – kam in eine Tierklinik in Ravensburg. Ärzte stellten dort fest, dass die Organe geschädigt waren und die Hündin vergiftet wurde. Über Nacht verschlechterte sich ihr Zustand so sehr, dass sie eingeschläfert werden musste.

Polizei und Peta suchen Zeugen und Hinweise

Die Polizei sucht nun nach Zeugen und ermittelt wegen Sachbeschädigung, da Tiere formell als Sachen gelten. Die Tierarztkosten belaufen sich laut Mitteilung auf rund 1500 Euro. Wenn sich die Hundehalterin erneut einen West Highland Terrier kaufen möchte, muss sie mit etwa 1500 Euro rechnen. Hinweise an das Revier in Singen unter Telefon (0 77 31) 88 80.

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Um den Fall aufzuklären, setzt Peta eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro aus, wie die Tierrechtsorganisation am Montag mitteilt. Die Belohnung soll derjenige erhalten, dank dessen Hinweis der Täter überführt werden kann. Dafür könne man sich bei der Polizei melden, aber aber auch per Telefon (07 11 / 86 05 910) oder Mail an Peta wenden.

„Bevor weitere Vierbeiner in Lebensgefahr gebracht werden“

„Die Person, die den präparierten Köder ausgelegt hat, muss gefunden und gestoppt werden, bevor weitere Vierbeiner in Lebensgefahr gebracht werden“, sagt Monic Moll, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta. Derartige Täter oder Täterinnen zu überführen sei oft schwierig, deshalb können es in solchen Fällen auf jeden noch so unwichtig erscheinenden Hinweis ankommen.

„Mit unserer Belohnungsauslobung wollen wir die Aufklärung der Taten vorantreiben sowie Tierhalterinnen und Tierhalter für das Thema sensibilisieren und warnen“, so Moll weiter. Peta setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Tatverantwortlichen zu helfen.

Peta gibt Tipps für Erste Hilfe

Besteht der Verdacht, dass ein Tier einen mit Gift oder gefährlichen Gegenständen gespickten Köder gegessen hat, muss laut der Tierrechtsorganisation umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Es bestehe Lebensgefahr und das Tier könne an inneren Verletzungen qualvoll sterben. Bei Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall, starker Unruhe oder Apathie, blassen oder porzellanfarbenen Veränderungen an den Schleimhäuten, großen Pupillen, Atembeschwerden oder Krämpfen müsse ebenfalls umgehend der Tierarzt aufgesucht werden.

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Hunde sollten beruhigt und angeleint werden. Ein Maulkorb oder eine Maulschlinge solle aber nicht angelegt werden, da Erstickungsgefahr bei Erbrechen drohe. Wenn das Tier bereits bewusstlos ist, gilt ähnliches wie beim Menschen: Es sollte in die stabile Seitenlage gebracht und die Atemwege freigehalten werden, wie Peta mitteilt. Für eine schnelle Diagnose sei es sinnvoll, eine Probe des Köders oder des Erbrochenen mit zum Tierarzt zu nehmen.