Es war eine geballte Ladung Wissen und langjährige Erfahrung, die da zusammenkam: Rund 80 Handwerksmeister verschiedener Gewerke haben sich aus feierlichem Anlass in der Bildungsakademie Singen getroffen. Die Kreishandwerkerschaft Westlicher Bodensee hatte eingeladen und verlieh für 40 Jahre Tätigkeit im Meisterberuf den Gästen die hohe Auszeichnung des Goldenen Meisterbriefes. Nachdem im vergangenen Jahr coronabedingt eine solche Feierlichkeit nicht hatte veranstaltet werden können, wurden nun die Jubilare aus den Jahren 2020 und 2021 zusammen geehrt.

Goldene Meister treffen sich in der Bildungsakademie Singen, wenn auch coronabedingt mit Abstand zueinander und ohne persönlichen Handschlag.
Goldene Meister treffen sich in der Bildungsakademie Singen, wenn auch coronabedingt mit Abstand zueinander und ohne persönlichen Handschlag. | Bild: Sandra Bossenmaier

Kreishandwerksmeister Hansjörg Blender stellte in seiner Begrüßung fest, dass es keinen offiziellen Tag des Meisters gibt. Er erklärte kurzerhand den Tag, an dem die Goldenen Meisterbriefe übergeben werden, zum Tag des Meisters. Der Meisterbrief sei nämlich ein Qualitätsmerkmal des Handwerks in fachlicher und theoretischer Kenntnis sowie in Betriebsführung und Ausbildung.

Die Basis hierfür sei jeder einzelne der Jubilare. Mit dem erfolgreichen Ablegen der Meisterprüfung vor 40 beziehungsweise 41 Jahren hätten alle einen wichtigen Baustein ihrer persönlichen Zukunft erreicht und damit auch Verantwortung für den Wirtschaftsstandort Deutschland übernommen.

Kreishandwerksmeister Hansjörg Blender fordert berufliche und schulische Gleichwertigkeit.
Kreishandwerksmeister Hansjörg Blender fordert berufliche und schulische Gleichwertigkeit. | Bild: Sandra Bossenmaier

Es ist eine von Blenders langjährigen Forderungen: die Gleichwertigkeit der schulischen und beruflichen Bildung. Auch bei der Feier der Goldenen Meister forderte er, diese Worte mit Taten zu füllen – auch von der Politik. „Der Meistertitel ist ein Qualitätssiegel für die Öffentlichkeit“, so der Kreishandwerksmeister. Dieses stehe für Ausbildung, ausgezeichnete Dienstleistung, Umweltschutz und Verbraucherschutz.

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Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz, gratulierte den Jubilaren zu deren Meister- und Lebensleistung. „Mit dem Meisterbrief in der Tasche haben Sie jedes Jahr Ihr handwerkliches Können unter Beweis gestellt“, so der Handwerkskammerpräsident.

Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz, gratuliert den Goldenen Meistern zu deren Meister- und Lebensleistung.
Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz, gratuliert den Goldenen Meistern zu deren Meister- und Lebensleistung. | Bild: Sandra Bossenmaier

Man habe sicher Höhen und Tiefen erlebt, dem Handwerk viel gegeben, aber diesem Wirtschaftszweig auch viel zu verdanken. Und das Handwerk habe goldenen Boden. Nicht nur, weil man handwerklich unterwegs sei, sondern auch gesellschaftlich.

Und man habe in der Vergangenheit gezeigt, wie anpassungsfähig das Handwerk sei. Die Jubilare seien wichtige Vorbilder, die angepackt und die Welt mitgestaltet hätten. Und mittlerweile gewinne der Meistertitel wieder an Wertschätzung. Längst sei auch der Politik klar, dass es ohne Meister weniger Qualität, weniger Auszubildende und weniger Fachkräfte im Handwerk gebe.

Ziseleurmeister Wolf-Dietrich Giesche (2.v.l.) erhält von Obermeister Horst-Werner Keck (v.l.) Hansjörg Blender und Werner Rottler den Goldenen Meisterbrief überreicht.
Ziseleurmeister Wolf-Dietrich Giesche (2.v.l.) erhält von Obermeister Horst-Werner Keck (v.l.) Hansjörg Blender und Werner Rottler den Goldenen Meisterbrief überreicht. | Bild: Sandra Bossenmaier

„Sie sind die besten Botschafter für unseren Wirtschaftszweig. Bleiben Sie dem Handwerk weiterhin verbunden und geben Ihren großen Erfahrungsschatz auf allen Ebenen weiter“, sagte Rottler. Und die Botschaft nach draußen solle lauten: Im Handwerk kann man viel erreichen, das Handwerk macht zufrieden und stolz.

Was man als Schullehrer an der Hohentwiel-Gewerbeschule Singen, konfrontiert mit den Streichen der Schüler, alles erleben kann, davon sang Stephan Glunk, der die Feierlichkeit humorvoll musikalisch umrahmte.

„Gott schütze das ehrbare Handwerk“ lautete das Schlusswort von Kreishandwerksmeister Hansjörg Blender.

Die Goldenen Meister 2020 und 2021

Augenoptiker: Ingrid Lichtschläger, Manfred Lichtschläger; Bäcker/Konditoren: Ottmar Manogg, Hans Nestel, Alexander Schmutz, Rolf Stader, Udo Wittenberg; Buchbinder: Hans-Peter Doppleb, Joachim Grill; Damenschneider: Gabriele Beumer; Elektro: Roland Bernath, Jürgen Faden, Manfred Grunenberg, Hans Knecht, Peter Luetkens, Roland Masanek, Josef Schlögl, Herbert Zeller; Fleischer: Albert Gehring, Johannes Hierling, Peter Keller, Peter Schroff; Fotograf: Gisela Huber; Friseur: Helga Basler, Maria Biegert, Irene Buehrer, Christa Eder, Bettina Eichkorn, Renate Herberger, Doris Materna, Hannelore Ruf, Gabriela Rupp, Marlene Vossler, Margot Zimmermann; Gebäudereiniger: Herbert Knodel; Glaser: Herbert Hald; Goldschmiede: Hans Karschewski, Michael Niehl, Brigitte Vilpoux; Fahrzeugbau: Norbert Püschl, Udo Wahl, Manfred Wilke; KFZ-Mechaniker: Michael Blender, Werner Bürgel, Erwin Gensle, Rolf Gruber, Franz Krasny, Dieter Lang, Siegfried Leiber, Reinhold Lopacki, Siegfried Rauch, Alexander Ruh; Maler: Albrecht Kamenzin, Dieter Kiefer, Ludwig Meingast, Siegfried Schätzle; Metall: Klaus Berger, Martin Gänsler, Werner Gottmann, Dietmar Kornmaier, Peter Nägele, Hubert Schorn, Gerhard Stengele, Lothar Stengele, Friedrich Tepper, Olaf Woy; Modellbau: Manfred Gaisser; Raumausstatter: Gerold Bucher; Schornsteinfeger: Egon Anton Streicher, Helmut Widemann; Schreiner: Paul Ziganke; Steinmetz: Andreas Gschlecht; Straßenbau: Gerhard Wiedenbach; Stuckateur: Wilfried Mayer; Uhrmacher: Hans K. Hailer; Zahntechnik: Knut D. Wenzel; Heizungsbau: Fritz Herold; Ziseleur: Wolf-D. Giesche; Zupfinstrumentenbau: Horand Gärtner