Während in der Schweiz die Pläne für ein Atommüllendlager schon konkretere Formen annehmen, werden in Deutschland noch Daten ausgewertet. Doch der Zeitplan ähnelt sich: Bis 2031 soll es auch hierzulande zu einer Standortentscheidung kommen, ab 2050 das Endlager frühestens betriebsbereit sein. Derzeit werden die Daten von vier Gebieten mit den drei Wirtsgesteinen Opalinuston, kristallines Gestein und Salzgestein ausgewertet, um Methoden für eine Sicherheitsbewertung zu entwickeln. Das berichtete Stefan Studt, Geschäftsführer der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), im Rahmen eines Online-Gesprächs zum Thema „Wohin mit dem Atommüll“, zu dem der SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Storz eingeladen hat.

Bisher keine Erkundungen und Bohrungen

Und da bleibt der Hegau, in dem das Wirtsgestein Opalinuston vorkommt, im Spiel und ist eines der Testgebiete. Erkundungen oder Bohrungen vor Ort habe es bisher nicht gegeben, berichtet Studt. Dies erfolge erst in Phase zwei nach einem Beschluss des Bundestages. Einen Zeitplan werde es im März geben. Er setzt genau wie Ina Stelljes, zuständig für die Öffentlichkeitbeteiligung beim Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), auf Transparenz und die Möglichkeit, sich einzubringen. Eine Kooperation mit der Zivilgesellschaft sei Teil des Verfahrens und eine Öffentlichkeitsbeteiligung in den verschiedenen Phasen des Projekts vorgesehen, erklärte Stelljes. „Wir brauchen eine Akzeptanz des Verfahrens und die Informiertheit der Betroffenen“, so Studt.

Fragen der Diskussionsteilnehmer

Die Standortsuche im Blick hat neben Hans-Peter Storz auch die SPD-Bundestagsabgeordnete aus dem Landkreis, Lina Seitzl, die ebenfalls an dem Online-Gespräch teilnahm und sich im entsprechenden Fachausschuss mit dem Thema befasst. Diskussionsteilnehmer Reinhard Ebeling wollte wissen, ob die BGE sich auch mit der Schweiz austausche und ob ein gemeinsames Endlager nicht sinnvoll sei. Studt erklärte, dass der Austausch mit allen Ländern gepflegt werde und man zum Beispiel gemeinsame Labore nutze. Allerdings habe jedes Land die Verpflichtung, sich um seinen Atommüll zu kümmern. Manfred Sailer fragte, inwieweit der Vulkanismus im Hegau ein Ausschlusskriterium sei. Zu der Geologie der Region könne er nichts sagen, so Studt. Vulkanismus sei grundsätzlich ein Ausschlusskriterium und alle Untersuchungen und neue Erkenntnisse würden in das Verfahren einfließen.

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Der grüne Stadtrat Eberhard Röhm wollte wissen, ob an dem Standort auch eine Umverpackungsanlage entstehe. Das schließe er nicht aus, so Studt. Ina Stelljes ermutigte alle Kommunalpolitiker, sich beim BSA mit Informationen zu versorgen, um Fragen von Bürgern beantworten zu können. Die beiden SPD-Abgeordneten wollen Ansprechpartner für dieses Thema für die Region sein.