Mobil unterwegs auf zwei Rädern mit Platz für Kinder oder den Einkauf – Transporträder sind eine schonende Alternative zum Auto. Gut fünf Monate lang standen 15 Lastenräder, darunter vier mit Elektroantrieb, an fünf Stationen in der Kernstadt zum Ausleihen bereit. Und sie wurden rege genutzt, wie zum Abschluss der Aktion deutlich wurde: „Rund 1000 ausgeliehene Räder in dieser Zeit ist sehr viel für die Größe der Stadt Singen“, sagt Anita Benassi. Sie ist Projektleiterin des Modellprojekts TINK (Transportrad Initiative Nachhaltiger Kommunen), einem Netzwerk, dem sich auch die Stadt Singen angeschlossen hat.

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In der Auswertung wird auch ein Plan über die häufig genutzten Strecken erstellt. „Über anonyme Wegeverfolgung können wir sehen, wo hauptsächlich gefahren wurde“, erklärt Anita Benassi das als wichtig für die Stadtplanung. Singen will es auch nicht beim Test belassen. Wie die Verkehrsbeauftragte Petra Jacobi mitteilt, sei es gut angelaufen und die Stadt würde ein Transportrad-Mietsystem im nächsten Jahr gern etablieren. Die Auswertungen der jetzigen Aktion würden weitere Aufschlüsse geben.

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Zu den rund 25 Ausleihen am Tag haben auch Schüler der Gewerbeschule beigetragen, am Standort Uhlandstraße wurden die Räder am häufigsten ausgeliehen. Thomas Hambsch, Lehrer für Wirtschaft an der Gewerbeschule, nutzte das gleichzeitig, um mit den Schülern ein Marketingkonzept für Transporträder zu erstellen. Frage war, was ist für junge Leute wichtig? „Gewünscht wurden Verfügbarkeit auch auf dem Land, mehrere Stationen und wichtig war auch ein Ladekabel, um Strom vom E-Motor aufs Handy zu laden“, so Thomas Hambsch.

Überwiegend positive Resonanz

Ein Wermutstropfen bleibt jedoch, ein Rad wurde mutwillig zerstört. Auch wenn die Firma Bike Service Lutz für Pannen zur Verfügung stand, wurden einige Räder auf der Strecke stehen gelassen. Noch werden die Erfahrungen im TINK-Netzwerk untereinander ausgetauscht. Isa Eisenhardt hat eine Woche lang ein Lastenrad getestet. Das sei schon toll, aber in die Länge und den Radius müsse man sich gewöhnen. Vor allem bei Kurven und Verkehrsinseln.

Premiere in Singen

  • Der Testlauf in Singen war die Premiere des bundesweiten Projektes „TINK Netzwerks“ mit 16 Kommunen aus ganz Deutschland. Das gemeinsame Ziel lautet: öffentliche Transport-Mietsysteme als Baustein der Verkehrswende voranbringen. Nun wandern die Räder weiter nach Dortmund. Die Radverkehrsbeauftragte Petra Jacobi hat sich erfolgreich um das Projekt beworben: „Wir freuen uns, jetzt für fünf Monate die 15 Transporträder in Singen anbieten zu können. Die Bürgerinnen und Bürger können ganz einfach per App die Räder ausleihen. Es macht Spaß, hält fit und schont die Umwelt.“
  • Fünf Mietstationen waren eingerichtet. Am Friedrich-Ebert-Platz waren Räder beim Eiscafé, in der August-Ruf-Straße an der Kreuzung zur Hegaustraße, am Herz-Jesu-Platz beim Herzlich-unverpackt-Laden, am Hohgarten beim Rathaus und in der Uhlandstraße bei der Hohentwiel-Gewerbeschule waren Räder stationiert. Jedes Rad hatte einen eigenen Namen, vom „Singen Sprinter“ bis zur „Kinder Kutsche“. Besonders war „Rollis Royce“ – das elektrische Inklusionsrad mit Platz für einen Rollstuhl. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). (sk)