Erst verfassungsfeindliche Schmierereien, dann eine tote Ratte vor der Ladentür: Florian Stein hat aufregende Stunden hinter sich. Er ist Geschäftsführer der Juweliere Stein und Limbrock in der Singener Scheffelstraße und zeigt sich irritiert über die Taten. Über das Wochenende und Allerheiligen haben Unbekannte das Schaufenster mit einem Hakenkreuz beschmiert, wie auch die Polizei mitteilt. Nachdem Stein Anzeige erstattet hat, ist nun auch der zuständige Staatsschutz bei der Kriminalpolizei Rottweil informiert.

Gebäudereiniger entdeckte zufällig die Symbole

Wer am Dienstagmittag oder Mittwoch an den Schaufenstern vorbeigelaufen ist, hat nichts von dem Zwischenfall entdecken können. „Nachdem der Gebäudereiniger die Schmierereien am Dienstagmorgen zufällig entdeckt hat, hat er sie gleich entfernt“, sagt Florian Stein. Das habe mit einem speziellen Reiniger problemlos funktioniert, finanzieller Schaden sei nicht entstanden. Doch so etwas könne geschäftsschädigend sein, befürchtet er: „Ich weiß nicht, seit wann es am Fenster war.“ Solch einen Zwischenfall habe es noch nie gegeben.

Die Hintergründe der Tat sind laut Polizei noch nicht bekannt. Einen Zusammenhang mit der toten Ratte sieht Polizeisprecher Dieter Popp auf Nachfrage erstmal nicht. Im Zweifelsfall würde es sich dabei um ein Vergehen gegen das Tierschutzgesetz handeln.

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Wann der Staatsschutz ermittelt

Sobald Straftaten allerdings in eine politische Richtung zeigen, wird der Staatsschutz eingeschaltet, wie Popp erklärt. Das sei bei dem Hakenkreuz eindeutig der Fall – ob es dafür korrekt gezeichnet wurde oder nicht, sei übrigens nicht entscheidend.

Der Juwelier zieht für sich und seine Mitarbeiter die Konsequenz, erneut in Sicherheitstechnik zu investieren.

Taten auch in Aach und Schlatt

Die Polizei beobachtet momentan einige solcher Schmierereien, zuletzt auch in Schlatt unter Krähen und Aach. In Schlatt wurden am vergangenen Samstag oder Sonntag rund ums Rathaus Stromkästen, eine Mauer und ein Briefkasten mit grüner Farbe beschmiert.

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In Aach wählten unbekannte Täter in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch die Farbe Rot, um einen Neubau in der Kaiser-Leopold-Straße zu besprühen. Laut Polizei wurde hier beispielsweise die Buchstabenkombination „ACAB“ verwendet, welche Polizisten beleidigt.

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Graffiti-Kunst hat sich verändert

Früher seien das oft Graffiti-Künstler gewesen, die man habe erkennen können, sagt der Polizeisprecher. Doch in den vergangenen Jahren seien es zunehmend einfach Schmierereien, häufig auch mit politischem Hintergrund – ob in Form eines Hakenkreuz‘ oder Sprüchen, welche die Polizei beleidigen. In solchen Fällen ist es laut Dieter Popp erfahrungsgemäß schwer, Täter zu ermitteln. Deshalb hofft die Polizei auf die Hilfe von Zeugen.

Hinweise nimmt die Polizei entgegen unter Telefon (0 77 31) 88 80.

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