Es war ein würdiger Rahmen, in dem das Friedrich-Wöhler-Gymnasium seinen langjährigen Konrektor Wolfram Spitzhüttl in den Ruhestand verabschiedete. Das Kollegium hatte sich enorm ins Zeug gelegt, um ihm den Abschied zu erleichtern. Wolfram Spitzhüttl zeigte sich sichtlich gerührt.

„Heute verabschieden wir ein Urgestein. Die Fülle seiner Aufgaben zeigt seine tiefe Verbundenheit mit unserer Schule“, sagte Schulleiterin Sabine Beck. Bürgermeisterin Ute Seifried sprach von einem „personifizierten Inventar“, doch dahinter stecke ein liebenswürdiger Mensch, der bei Eltern, Schülern und Lehrern großes Ansehen genoss. Seit 2002 wirkte der Mathematik- und Physiklehrer als Konrektor.

Die Oberstufenberater Sabine Haas, Sascha Ragg und Florian Gauland sowie der ehemalige Lehrer Christian Messner zeigten in ihren Rückblenden und mit Anekdoten auf, was Wolfram Spitzhüttl ausmacht. „Ich habe immer bewundert, wie schnell er im Kopf verdrahtet war“, so Messner. Und er stand wie ein Fels in der Brandung, wenn es um Begehrlichkeiten von Seiten der Eltern, Schüler oder Lehrer ging. „Weil er die Charaktere wohlwollend einschätzte“, sagte Messner. Auch Sabine Haas bescheinigte ihm, wie ein Ruhepol zu wirken: „Hektik kam bei ihm nie auf.“ Er habe sein Gegenüber mit Herz und Verstand ernst genommen. Die Organisation des Abiturs war für ihn scheinbar ein Klacks, alles habe perfekt geklappt. Sascha Ragg, der 2005 als Referendar an der Schule anfing, erinnerte sich an seine menschlichen Tipps und nicht umsonst hatten ihm sieben Referendare ein Gedicht geschrieben.

Wolfram Spitzhüttl, Jahrgang 1956, lebt auf der Reichenau, wo er in seiner Freizeit im Fußball engagiert ist. Seine Fußballer hatten für ihn zum Abschied ein kleines Video gedreht. „Ich bin gerührt und auch ein bisschen geschüttelt“, so seine Reaktion. Er sei stolz, dass in der ersten Reihe 44 Jahre Schulleiter auf 4,5 Metern säßen. Denn alle vier Schulleiter, unter denen Wolfram Spitzhüttl gewirkt hatte, waren zu seiner Verabschiedung gekommen.