Die einen machen es aus Überzeugung, die anderen aus Notwendigkeit: Die Impfaktion des Kreisimpfzentrums in Zusammenarbeit mit dem Top10 war ein großer Erfolg mit 171 Impfdosen. Das sagen Dominik Dilger als Betriebsleiter der Diskothek und Jens Bittermann als Verantwortlicher des Landratsamtes. „Das Unkomplizierte kam sehr gut bei den Leuten an“, schildert Dilger. Samstag und Sonntag konnten Menschen zwischen 17 und 21 Uhr spontan vorbei fahren, um sich mit Biontech, Moderna oder Johnson&Johnson impfen zu lassen.

Dominik Dilger, Betriebsleiter des Top10, mit dem Landratsamt-Verantwortlichen Jens Bittermann am zweiten Impftag.
Dominik Dilger, Betriebsleiter des Top10, mit dem Landratsamt-Verantwortlichen Jens Bittermann am zweiten Impftag. | Bild: Tesche, Sabine

„Wir sind sehr zufrieden, dass wir die Leute damit erreichen“, sagt Bittermann auch mit Blick darauf, dass 156 Menschen ihre erste Impfdosis erhielten. Weitere Aktionen sollen laut Bittermann spontan stattfinden.

Motivation ist unterschiedlich: Zwischen Freiheit, Urlaub und Zweitimpfung

Gudrun und Frank Schalk haben das Angebot des KIZ genutzt und Johnson&Johnson gewählt. Dann sei in 14 Tagen alles erledigt und man könne problemlos den 80. Geburtstag der Mutter feiern. Ein weiterer Grund für das Paar: Sie fürchten Nachteile für Ungeimpfte bei einer 2G-Regelung. Die besagt zum Beispiel in Hamburg, dass nur Menschen etwa ein Restaurant besuchen dürfen, die geimpft oder genesen sind.

Gudrun und Frank Schalk nutzten das Impfangebot im Vorbeifahren – und freuen sich auf problemlose Geburtstagsfeiern.
Gudrun und Frank Schalk nutzten das Impfangebot im Vorbeifahren – und freuen sich auf problemlose Geburtstagsfeiern. | Bild: Tesche, Sabine

Ähnliche Motivation schildert Jennifer Devin aus Singen: Gefühlt bleibe gar nichts anderes übrig, als sich impfen zu lassen. Sie hofft aber auch, andere Menschen zu schützen und damit einen Beitrag zu leisten, dass die Pandemie bald ein Ende findet.

Nicht alle Geimpften stammten aus dem Landkreis Konstanz, ein junger Mann fuhr beispielsweise mit einem Auto mit FN-Kennzeichen für den Bodenseekreis vor. Sein Hausarzt habe Urlaub und er brauche noch die zweite Impfung, erzählte er. Denn im Oktober solle es nach Tirol gehen. Er hat sich für eine Kreuzimpfung entschieden.

Mitarbeiterin Hala Hijazi beim Impfen.
Mitarbeiterin Hala Hijazi beim Impfen. | Bild: Tesche, Sabine

Das ist bei Mariea Ramos Gaspar aus Singen ähnlich: Sie ist gekommen, weil ihr die Zweitimpfung bisher fehlte. Im Top10 vorbeizufahren sei einfach und unkompliziert.

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Schon vor dem offiziellen Start hat sich am Samstag gegen 16.30 Uhr eine erste Schlange mit rund 30 Autos gebildet, wie Dominik Dilger schildert.

Auch am Sonntag bildeten sich zwischenzeitlich Schlangen mit Autos, deren Insassen geimpft werden wollten.
Auch am Sonntag bildeten sich zwischenzeitlich Schlangen mit Autos, deren Insassen geimpft werden wollten. | Bild: Tesche, Sabine

„Der Bedarf war da.“ Das bestätigt Jens Bittermann vom Landratsamt: Das achtköpfige Team sei ständig gefragt gewesen. Während am Samstag auch einige Fußgänger das Angebot genutzt hätten, seien es am Sonntag nur noch Autofahrer gewesen. Und die seien wiederum positiv überrascht gewesen, dass sie fürs Impfen sitzen bleiben können.

Wo sonst getestet wird, wurde am Wochenende geimpft.
Wo sonst getestet wird, wurde am Wochenende geimpft. | Bild: Tesche, Sabine

Die Idee habe er schon länger gehabt, schildert Bittermann. Die Drive-through-Impfungen in den USA hätten ihn beeindruckt. Auf der Suche nach Partnern, die der Impfung einen Event-Charakter geben, sei er aufs Top10 gestoßen, dessen Infrastruktur sich bereits bewährt habe.

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Eine Zweitimpfung wird das Kreisimpfzentrum für diejenigen, die sich am Wochenende erstmals impfen ließen, wahrscheinlich nicht mehr bieten können: Zum Monatsende schließt das KIZ in Singens Stadthalle. Dann sollen niedergelassene Ärzte die Impfung übernehmen.

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