Das kalendarische Alter ist das eine – das biologische ein anderes. Ab wie lässt sich das biologische Alter messen anhand der eigenen Gesundheit? Michael Despeghel hat darauf Antworten und stellte diese in seinem von der VHS organisierten Vortrag vor. Seine Mission: Die Deutschen zu gesünderem Leben zu motivieren.

Ein Test für die Zuhörer

Despeghel selbst ist ein graumelierter, aber ein jung gebliebener Endfünfziger in Jeans. Sein kalendarisches Alter ist ihm nicht anzumerken. Wie ein roter Faden hat sich ein Test durch seinen Vortrag in der Stadthalle gezogen – 17 Fragen mit den entsprechenden Antwortalternativen. Am Ende konnten die Zuhörer dann ihr individuelles biologisches Alter ermitteln, das je nach Lebensweise entweder niedriger als das kalendarische ausfallen konnte oder eben höher.

Viel Bauchfett = ungesund

Das Messen des Bauchumfangs könne als Schnelltest zur Ermittlung des biologischen Alters erste wichtige Hinweise geben, sagte der Sportwissenschaftler. Bauchfett gelte als Gradmesser unter anderem für die Diabetesanfälligkeit und das Schlaganfallrisiko.

Michael Despeghel am Eingang der Singener Stadthalle, während im Hintergrund die Zuhörer eintreten. Der Wissenschaftler verriet in seinem Vortrag, wie man älter werden kann.
Michael Despeghel am Eingang der Singener Stadthalle, während im Hintergrund die Zuhörer eintreten. Der Wissenschaftler verriet in seinem Vortrag, wie man älter werden kann. | Bild: Elmar Veeser

Oft Bekanntes, aber auch Unbekanntes

Die Ausführungen des Fitness- und Lifestyle-Experten waren von den Grundaussagen her durchaus bekannt wie etwa, dass aufgrund des berufsbedingten Sitzens von täglich acht bis zehn Stunden der Körper vorzeitig altere; dass Sport und gesunde Ernährung dem entgegenwirken könne. Weniger bekannt sein dürfte hingegen, dass klassischer Bohnenkaffee gesundheitsfördernd sei. Laut Despeghel schwinde die Gefahr von Tumoren, Kaffee steigere die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems und stärke das Immunsystem.

Despeghel: Die Deutschen leben ungesund

Er geißelte dann die Deutschen für ihr Ernährungsverhalten mit viel Bier, Wurst und rotem Fleisch, Weißmehlprodukten und Süßigkeiten. Als ideale Ernährungsform preist Despeghel die mediterrane Küche mit viel Gemüse, Fisch, Olivenöl und Kräutern an. Weniger Kochsalz, Fett und Alkohol in Verbindung mit mehr Bewegung lasse das Gewicht reduzieren und den Blutdruck senken, das wisse jeder, so Michael Despeghel. Das Problem sei die Umsetzung. Die Willensstärke dafür lasse sich trainieren.

Mehr Qualität statt Quantität

Mit einer eigentlich entwaffnend einfachen Methode riet der Sportwissenschaftler dazu, beim Essen nicht auf Quantität zu setzen, sondern mehr auf Qualität und statt der günstigen Flasche Wein ein Glas eines teuren Weins einzuschenken; und lieber zwei Mal pro Woche Biofleisch aus der Region als täglich Billigfleisch. Und was zudem wichtig sei: ausreichend Schlaf im dunklen Raum bei idealerweise 18 Grad Celsius sowie Ruhepausen untertags am besten mit Meditationsübungen.

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