Kunst und Kultur verbindet über Grenzen hinweg – das zeigte erneut der Besuch einer Delegation aus Singens südfranzösischer Partnerstadt La Ciotat nahe Marseille. Zu einer Aufführung der Ballettschule der Partnerstadt haben die französischen Freunde auch die Ausstellung „Auf der Suche nach dem blauen Vogel“ von Marie-Pierre Barbara mitgebracht, die im Treffpunkt Horizont zu sehen ist. Die Vernissage umrahmte ein Ensemble des Schulorchesters des Hegau-Gymnasiums, das mit vier Musikstücken auch zum Ballettabend in der Stadthalle beitrug.

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Zum zehnten Mal war ein Ensemble der Ballettschule von La Ciotat in Singen zu Gast und wurde von vielen Besuchern schon erwartet. „Ich habe sie schon mehrmals gesehen, das ist eine super Truppe“, freute sich nicht nur Christl Höpfner auf den Abend. Monika Woll stimmte ihr zu: „Sehr temperamentvoll, einfühlsam und in der Interpretation der Musik absolut perfekt.“

Und so kam es auch – unter der Leitung von Nathalie Rosenzweig boten die 14 Mädchen und Frauen eine mitreißende Aufführung, über die Bühne rauschte ein wahres Feuerwerk an Tanzfreude und Energie. Ein Auftritt folgte dem nächsten, stets in wechselnden Kostümen und Bühnenbildern zur jeweils passenden Musik. Ob als ganzes Ensemble oder als Gruppe: Die Tänzerinnen der Ballettschule der Partnerstadt La Ciotat begeisterten die rund 400 Zuschauer in der Stadthalle mit einer temporeichen und mitreißenden Tanzshow.

Akrobatik reicht von klassischem Tanz bis zu Modern-Dance

Von klassischem Tanz, Modern Dance, Stepptanz und Jazz-Tanz war jede Sparte vertreten, variiert und kombiniert in einer temporeichen Choreographie. Die Tänzerinnen beherrschen die Palette von Akrobatik bis hin zu Tanztheater und brachten die Gäste mit humorvollen Szenen zum Lachen – und zum Mitklatschen, als sie mit sprühender Lebensfreude in bunten, farbenprächtigen Kostümen zu Titeln aus Rock und Pop über die Bühne wirbelten. Dann wieder anmutig und mit Grazie im weißen Tutu bei den klassischen Darbietungen oder mit wehendem Schleier geheimnisvoll zu orientalisch anmutenden Klängen wie aus 1001 Nacht.

Marie-Pierre Barbara (zweite v. re.) hat der Tod ihres Sohnes zu einer Geschichte mit Bildern inspiriert. Mit im Bild von links: ...
Marie-Pierre Barbara (zweite v. re.) hat der Tod ihres Sohnes zu einer Geschichte mit Bildern inspiriert. Mit im Bild von links: Charlotte Villinger, Bea Gabele, Arlette Savon und Ute Seifried bei der Vernissage im Treffpunkt Horizont. Bild: Christel Rossner | Bild: Christel Rossner

Für die Ausstellung von Marie-Pierre Barbara wurde im Treffpunkt Horizont ein passender Ort gefunden. Wie sie bei der Vernissage erzählte, hat der Tod ihres Sohnes sie zu der Geschichte inspiriert. Bevor er und seine Freundin eine Reise nach Madagaskar antreten konnten, kam ihr Sohn 2014 bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

In poetischen Bildern erzählt Marie-Pierre Barbara von einem jungen Prinzen, der auf der Suche nach dem blauen Vogel war und ihn am Schluss seiner abenteuerlichen Reise in einem Wald in Madagaskar findet. Befreit aus einem Spinnennetz aus Goldfäden fliegt der Vogel zum Himmel empor. Was bleibt, ist eine blaue Feder, eine Engelsfeder. „Wenn du in sternenklarer Nacht eine Engelsfeder entdeckst, dann rieche dieses Lichtparfüm, berühre dieses Unendlichkeitsgefühl und lächle“, heißt es im deutschen Text, der den Bildern zugefügt ist.

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Marie-Pierre Barbara ist Fachärztin für Geriatrie und malt seit 25 Jahren. Ihr geht es um die Erinnerung: „Ich erzähle gern von ihm, es ist, als wäre er noch da.“ Sie habe sich vorgestellt, wie die Reise der beiden verlaufen wäre und das bildlich dargestellt. Die Bilder habe sie auch auf Kongressen ausgestellt, weil die Trauer der Hinterbliebenen auch berücksichtigt werden müsste.