Impfstoffe gegen das Coronavirus sind gefragt. Erst am Montag haben sich Bund, Länder und Hersteller zum Impfgipfel im Berliner Kanzleramt getroffen. Und in Singen will das Pharma-Unternehmen Takeda in die Produktion von Impfstoff einsteigen – an seinem größten deutschen Standort. Wäre das nicht eine Möglichkeit, die begehrte Ware in Singen herzustellen?

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Nein, sagt Unternehmenssprecherin Friederike Herrfurth. Denn: „Das Werk in Singen wurde für die Produktion eines Impfstoff-Kandidaten gegen Dengue-Fieber konzipiert und wird deshalb bei diesen Aktivitäten keine Rolle spielen.“ Und die eigentliche Produktionsstätte auf dem Gelände im Singener Industriegebiet ist erst seit Herbst 2020 im Bau, wird aber noch lange nicht in Betrieb gehen. Fertiggestellt sei lediglich der erste Bauabschnitt, in dem unter anderem Abfüllung und Versand dieses Impfstoff-Kandidaten unterkommen sollen, so Herrfurth. Das Unternehmen sei auch nicht direkt beim Impfgipfel in Berlin vertreten gewesen, sondern über den Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (VFA).

Takeda entwickelt keinen eigenen Impfstoff

Aus der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs will sich Takeda offenbar heraushalten: „Zu Beginn der Pandemie traf Takeda frühzeitig die Entscheidung, keinen Coronavirus-Impfstoff zu entwickeln, sondern die Möglichkeit einer Partnerschaft mit einem oder mehreren der Unternehmen zu prüfen, die einen Coronavirus-Impfstoff entwickeln, und unsere Herstellungs- und Vertriebskapazitäten zu nutzen, um die Covid-19-Pandemie so früh wie möglich anzugehen“, schreibt Herrfurth auf Anfrage. Das Unternehmen sei dafür Mitglied in verschiedenen Unternehmensallianzen. Und für Japan gebe es Vereinbarungen für Produktion beziehungsweise Vertrieb von zwei Impfstoffen – vorausgesetzt, die japanischen Behörden erteilen die Zulassung. „Derzeit gibt es keine Pläne, Covid-19-Impfstoffe außerhalb Japans anzubieten“, so Herrfurth weiter.