So belebt war die Singener Innenstadt seit Langem nicht mehr: Zahlreiche Passanten bummelten am Samstag durch die Fußgängerzonen, vor den Geschäften bildeten sich zeitweise Schlangen, und unter den Sonnenschirmen der Außengastronomie war kaum mehr ein Platz zu finden. Unter dem Motto „Endlich geht es wieder los!“ startete der Einzelhandel nach zweimaligem Ausfall des Stadtfestes ein Mutmacher-Programm zum Thema Kultur und Tourismus, das an den Samstagen bis Mitte Oktober mit weiteren Thementagen den Aufenthalt in Singen bereichern soll.

Sie sehen aus wie eine Seifenkiste, in ihnen steckt aber ein Motor. Die in der Südstadt ansässige Firma Hot Rod Fun Bodensee präsentierte ihren Automobil-Flitzer.
Sie sehen aus wie eine Seifenkiste, in ihnen steckt aber ein Motor. Die in der Südstadt ansässige Firma Hot Rod Fun Bodensee präsentierte ihren Automobil-Flitzer.

Zum Auftakt präsentierte die Einkaufsstadt mit Infoständen und Mitmachaktionen, was sie auch in den Bereichen Kultur und Tourismus zu bieten hat. „Wir möchten den Einzelhandel wieder beleben und das Leben urbaner gestalten“, blickte Hans Wöhrle, Vorsitzender des Singener Händlerverbandes, auf die Wochen mit Begrenzungen zurück. Die Menschen hätten auf die Lockerungen gewartet, es seien mehr Leute in der Stadt. „Das Motto „Singen blüht auf“ hat sich bewährt“, sprach er ein Lob an Ideengeberin Claudia Kessler-Franzen von Singen aktiv aus.

Dir Frage: „Wo gibt es in Singen Kunst?“ beantwortete Christoph Bauer als Leiter des Kunstmuseums (rechts) bei Führungen zu Kunstwerken in der Innenstadt.
Dir Frage: „Wo gibt es in Singen Kunst?“ beantwortete Christoph Bauer als Leiter des Kunstmuseums (rechts) bei Führungen zu Kunstwerken in der Innenstadt.

Gemächlich schlenderten die Passanten durch die Innenstadt und genossen die neue Freiheit. Dazu hielt der Aktionstag auch Überraschungen bereit. „Ich wusste gar nicht, dass es in Singen so viele touristische Angebote gibt“, meinte Maria Giannantonio. Dabei nimmt das Angebot der Kooperationspartner das Erleben der eigenen Region verbunden mit sportlicher Betätigung einen großen Platz ein. „Wie komme ich mit dem Fahrrad von Singen nach Radolfzell?“, war eine der Anfragen am Stand der Tourist-Information der Stadt. „Radfahren ist gefragter denn je“, weiß Birgit Moser, die auch eine neue Broschüre über Radwege vorstellen konnte.

„Der Tag ist eine super Idee, die Leute sehen, es geht wieder los. Man kann auch mit mehreren unbeschwerter durch die Stadt bummeln.“Elias Hug, Singen
„Der Tag ist eine super Idee, die Leute sehen, es geht wieder los. Man kann auch mit mehreren unbeschwerter durch die Stadt bummeln.“Elias Hug, Singen

Mit Quadfahrten, Stand-Up-Paddling bis zu Kanutouren möchte der Verein Tourismus Initiative Singen (TIS) das Erleben der Region zu einem Erlebnis machen. Die benötigte Fitness dafür kann durch Langschritt- und Stehfahrräder von „Hegau bewegt sich“ erworben werden. Erstaunen weckten die kleinen Automobil-Flitzer der Firma Hot Rod Fun Bodensee, in denen man wie in einer Seifenkiste auf Tour durch den Hegau fahren kann.

„Ich bin überrascht von dem Angebot. Dass Singen so viele touristische Aktivitäten bietet, habe ich gar nicht gewusst.“Maria Giannantonio, Singen
„Ich bin überrascht von dem Angebot. Dass Singen so viele touristische Aktivitäten bietet, habe ich gar nicht gewusst.“Maria Giannantonio, Singen

Einen Einblick in Singens Kulturangebot gaben Christoph Bauer als Leiter des Kunstmuseums, der bei Führungen mit Interessierten zu Kunstwerken in der Innenstadt unterwegs war. Das MAC Museum zeigte einen Oldtimer Jaguar E Typ und wies auf Neuerungen der beiden Museumshäuser hin.

„Die Menschen haben auf die Lockerungen gewartet, unser Motto ‚Singen blüht auf‘ wird gut angenommen.“Hans Wöhrle, Vorsitzender Singener Einzelhandelsverband
„Die Menschen haben auf die Lockerungen gewartet, unser Motto ‚Singen blüht auf‘ wird gut angenommen.“Hans Wöhrle, Vorsitzender Singener Einzelhandelsverband

Auch an die jungen Besucher war gedacht. Von kurzen Vorlesegeschichten und Spielen bis hin zu einem Kicker-Turnier auf dem Landesgartenschau-Gelände boten die Stadtbibliothek, Abteilung Kinder und Jugend, und der Verein Kinderchancen ein abwechslungsreiches Programm.