Im altersmäßig bunt gemischten Ensemble der Färbe ist Alexandra Born ein neues, junges Gesicht. In ihrem ersten Engagement nach der Schauspielschule spielt sie in „Merlin oder das wüste Land“ von Tankred Dorst gleich mehrere Rollen. Darunter Mordred, den unehelichen Sohn von König Artus, der an den Hof kommt und Chaos verursacht.

Die äußere Darstellung eines Mannes sei kein Problem, sagt Born. Das Verhalten von Männern sei aber anders als das von Frauen, dazu werde Mordred zum Mörder. „Aber gezwungenermaßen“, betont sie. „Er ist eher Opfer der Umstände.“

Erster Aufenthalt außerhalb der Heimatstadt

Ihr Ziel sei es, seine Verletzlichkeit zu zeigen und beim Publikum Verständnis und Empathie für ihn zu wecken. Diese Haltung bringe sie aus ihrer eigenen Persönlichkeit mit. Nach Schule und Schauspielausbildung ist es für die 24-Jährige der erste Aufenthalt außerhalb ihrer Heimatstadt Kassel. „Für mich ist das eine spannende Sache, ich fühle mich hier gut aufgehoben“, die Arbeit mit den Kollegen gefalle ihr, sagt Alexandra Born.

Weg zur Schauspielerei als Selbstfindungsprozess

Schon während ihrer Schulzeit habe sie in Stücken mitgewirkt und fand es faszinierend, in andere Rollen zu schlüpfen. Die Schauspielerei zum Beruf zu machen, sei für sie auch ein Selbstfindungsprozess gewesen. „Auf der Bühne hat man Distanz zum Publikum, im Vordergrund steht nicht die eigene Person, sondern die Figur, die man verkörpert“, erzählt Born. Das habe ihr Selbstbewusstsein gestärkt.

In einer Rolle fühle sie sich freier, sie könne sich in allen Facetten ausprobieren und sich auch mit Figuren auseinandersetzen, die weit weg von ihrem Leben sind. „Man muss so spielen, dass sie glaubhaft beim Publikum ankommen“, sagt sie. Dahingehend könne sie von den älteren Ensemble-Mitgliedern und Regisseur Klaus Hemmerle viel lernen.

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Tankred Dorst hat mit seinem Stück die Artussage neu interpretiert. In der Bearbeitung von Klaus Hemmerle ist das Stück bis Mitte/Ende November mittwochs bis samstags um 20.30 Uhr zu sehen und am 23. Oktober als Matinee-Vorstellung um 11 Uhr.