Schon fertig? Erstaunt blickt die Pflegeheim-Mitarbeiterin zu Dr. Detlef Schielke. Der Singener Hausarzt hat sie eben in den Oberarm gepikst – und ihr damit bereits die zweite Dosis der Impfung gegen das neuartige Coronavirus verpasst.

Nur leichte Nebenwirkungen

Die erste Impfung im Emil-Sräga-Haus fand an Silvester statt. Zu schweren Komplikationen sei es nicht gekommen, berichtet Heimleiter Dominik Eisermann. Er habe von leichten Kopfschmerzen bei einigen Mitarbeitern und Heimbewohnern gehört. Aber das sei eigentlich ein gutes Zeichen. „Es zeigt, dass der Körper auf den Impfstoff reagiert“, so Eisermann.

Er selbst habe etwas Schmerzen im Oberarm gehabt, habe am Tag nach der Impfung aber schon wieder Sport treiben können. Für Pflegedienstleiterin Corinna Feininger verlief die Impfung ebenfalls glimpflich. „Es hat sich danach wie Muskelkater angefühlt. Ein paar Tage später hat es ein bisschen gejuckt. Das war‘s auch schon“, so Feininger.

Für viele ist die Impfung ein Lichtblick. So etwa für Pflegefach- und Betreuungskraft Sharon Probst. Sie stammt aus Großbritannien und ist erleichtert, dass sie selbst so schnell geimpft werden konnte: „Alle meine Angehörigen mussten in Großbritannien ins Krankenhaus. Alle hatten Covid-19. Es war auch ein schwerer Verlauf dabei.“

Der Impfstoff muss auf 40 Grad minus gekühlt sein und wird in speziellen Kühlboxen transportiert.
Der Impfstoff muss auf 40 Grad minus gekühlt sein und wird in speziellen Kühlboxen transportiert. | Bild: Uli Zeller

Eine Zweitimpfung nach den empfohlenen drei Wochen sei keine Selbstverständlichkeit. In Großbritannien habe der Schwager eine erste Impfung bekommen – auf den zweiten Piks muss er nun aber drei Monate warten. So soll der Impfstoff für möglichst viele auf der Insel reichen.

Nicht alle lassen sich impfen

Einige Mitarbeiter ließen sich nicht impfen. Zwischen der ersten und der zweiten Impfung im Haus sei die Zahl der impfwilligen Mitarbeiter angestiegen, erläutert Heimleiter Dominik Eisermann. Allerdings war es aufgrund der abgezählten Impfdosen nicht möglich, dass diese beim Zweittermin ihre Erstimpfung bekommen. Die Nachzügler sollen sich nun bei einem Extra-Termin im Kreisimpfzentrum in Singen piksen lassen.

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Ein aufwendiger Papierkrieg sei notwendig gewesen, um das Impfteam nach Singen zu holen, ist auf Nachfrage von der Leitung des Emil-Sräga-Hauses zu erfahren: „Wir mussten mehrere Formulare per Post an alle Angehörigen schicken“, erinnert sich Pflegedienstleitung Corinna Feininger. Eine Datenschutzverordnung habe hinterher geschickt werden müssen.

Probleme wegen Feiertagen

Das Emil-Sräga-Haus sei das erste Haus gewesen, das die Impfung erhalten hat, Startschwierigkeiten seien das wohl gewesen, räumt Pflegeheimleiter Dominik Eisermann ein.

„Es war aufwendig, die notwendigen Unterschriften vor der ersten Impfung von allen Angehörigen und Betreuern zu bekommen“, so Eisermann. Denn über die Feiertage sei es schwierig gewesen, beispielsweise Berufsbetreuer zu erreichen. Jetzt sei dieser Kraftakt aber geschafft worden.

Geschafft! Nach der zweiten Impfdosis zeigt Heimleiter Dominik Eisermann glücklich den Spruch auf seinem Shirt: „Kein Corona – geimpft.“.
Geschafft! Nach der zweiten Impfdosis zeigt Heimleiter Dominik Eisermann glücklich den Spruch auf seinem Shirt: „Kein Corona – geimpft.“. | Bild: Ul Zeller

„In einigen Tagen wirkt die zweite Impfung„, erläutert Dominik Eiserman. Bei seiner zweiten Impfdosis streift er sich ein T-Shirt über, auf dem steht: „Kein Corona – geimpft.“ So bleibt die Hoffnung, dass das Emil-Sräga-Haus bald die erste kleine immune Herde im Landkreis sein wird.