Am Sonntag, 12. September, ist es wieder soweit – beim Tag des offenen Denkmals können ganz besondere Orte entdeckt werden, die man sonst kaum zu sehen bekommt. Allein im Hegau öffnen in sechs Gemeinden 14 verschiedene Denkmäler. Eigentümer oder Fachleute führen die Besucher durch die Denkmäler, vermitteln seltene Einblicke und zeigen, was sie zur Erhaltung von Kulturdenkmälern beitragen.

Der diesjährige Tag des offenen Denkmals, der im Landkreis vom Amt für Geschichte und Kultur organisiert wird, steht unter dem Motto „Sein und Schein in Geschichte, Architektur und Denkmal“.

  • Engen: Mit sieben Denkmälern bildet Engen auch in diesem jahr das inoffizielle Zentrum der Veranstaltung im Landkreis. Die Wendelinskapelle beim Kindergarten Sonnenuhr ist ein spätgotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert. Besucher können die Kapelle, die 1796 zerstört und danach wieder aufgebaut wurde, zwischen 14 und 17 Uhr besichtigen. Besonders sehenswert sind die Ölgemälde aus dem 18. und 19. Jahrhundert und der Barockaltar.

Wer sich für Technik begeistert, ist im Pumpenhaus in der Mundingstraße 8 genau richtig. Hier informiert der ehemalige Engener Wassermeister, Bernd Dreher, über die Entwicklung der Wasserversorgung in Engen und die frühere Bedeutung des Pumpenhauses und der Quellfassung bei der Gaugelmühle.

Besuch in einer unrestaurierten Gruft

Das Haus, das als Kulturdenkmal eingestuft ist, stammt aus den Jahren 1923/24. Gebaut ist es im Stil eines Gartenhauses des 18. Jahrhunderts. Führungen im Pumpenhaus gibt es um 13 und 15 Uhr, geöffnet ist von 12 bis 17 Uhr.

Wegen eines Krankheitsfalls entfällt die Station Gaugelmühle mit der dortigen Hochgangsäge, teilt die Stadtverwaltung Engen aktuell mit.

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Von 10 bis 18 Uhr öffnet Peter Kamenzin die Pforte der Spitalkirche unterhalb des Krankenhauses. Die Spitalkirche steht an der Stelle der Klosterkirche des 1618 gegründeten und 1883 abgebrannten Engener Kapuzinerklosters.

Ein besonderes Erlebnis ist der Besuch der unrestaurierten Gruft des Kapuzinerklosters unter der Spitalkirche, in der 36 Kapuzinermönche aus dem 18. Jahrhundert beigesetzt wurden. Um 14 Uhr findet hier eine Führung mit Brigitte Meßmer statt.

Die Engener Stadtkirche Mariä Himmelfahrt in der Altstadt (Hauptstraße 1) ist zwar täglich geöffnet, birgt aber viele Besonderheiten, die Dunja Harenberg um 16 Uhr bei einer Führung erläutert.

„Gerade unsere Stadtkirche ist ein Schatzkästlein, in dem sich herrliche Kunstwerke von der Romanik bis in die Gegenwart befinden“, sagt Kulturamtsleiter Velten Wagner. „Meine Empfehlung: das Grabmal des Grafen Sigmund von Lupfen, der 1526 verstorben ist. Der Ritter tritt uns im Harnisch mit Lanze entgegen, als wollte er aus der Wand treten.“

Um 17 Uhr führt Lara Baumgärtel durch den Bürgersaal und das Trauzimmer im historischen Engener Rathaus. Den Bürgersaal zieren eine gotische Holzdecke und Holzverkleidung aus der Renaissance. Der kunstvolle Ofen von 1559 mit Aufsatz von 1756 ist ebenfalls zu bewundern. Im Trauzimmer hängen Bilder des Konstanzer Künstlers Hans Sauerbruch.

Zwischen 13 und 17 Uhr ist die Alte Kirche in Welschingen zu besichtigen. Sie ist eine alte Wehrkirche. Der im Kern romanische Bau mit seinem Turm aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde im Spätmittelalter mit kostbaren, ungewöhnlich umfangreichen Wandmalereien geschmückt. Um 15.30 Uhr führt Ralf Jung durch die Kirche.

  • Tengen: Das Schloss Blumenfeld liegt auf einem Umlaufberg der Biber und ist an diesem Sonntag zwischen 12 und 18 Uhr zu besichtigen. Die Deutsche Burgenvereinigung hat das Deutschordensschloss Blumenfeld in die „Perlen deutscher Burgen und Schlösser“ aufgenommen.
Das Schloss Blumenfeld in Tengen.
Das Schloss Blumenfeld in Tengen. | Bild: Elmar Veeser
  • Mühlhausen-Ehingen: Um 14 und 16 Uhr führt Helmut Fluck durch die Friedhofskapelle Ehingen. Die 1964/65 entstandene Einsegnungshalle ist in geschwungener Zeltbauweise gebaut und wurde von der Königsbergerin Ursula Koschinski künstlerisch gestaltet.

Ebenfalls zu besichtigen: die St. Martinskapelle Ehingen. Sie wird erstmals 1690 urkundlich erwähnt. Zuletzt wurde 2008/09 renoviert. Helmut Fluck gibt hier um 13.30 und 15 Uhr Führungen.

  • Gailingen: Zwischen 10 und 12 Uhr hat das Liebenfelsische Schlösschen neben der katholischen Kirche geöffnet. Nach einem Vortrag zur Hausgeschichte werden der Schlosskeller und der Domherrensaal besichtigt, Leiter ist Joachim Klose. Das Schlösschen ist ein dreigeschossiges Herrenhaus, das in der Mitte des 18. Jahrhunderts im schlichten Barockstil errichtet wurde.

Ambitioniertes Museum zur jüdischen Geschichte

Weiteres Ausflugsziel in Gailingen: Ab 2008 entstand im ehemaligen jüdischen Schul- und Bürgerhaus bei der 1938 zerstörten Synagoge ein modernes und ambitioniertes Museum zur jüdischen Geschichte. Gailingen war bis weit ins 20. Jahrhundert ein Zentrum jüdischer Kultur. Das Museum ist von 12.30 bis 16 Uhr geöffnet.

  • Hilzingen: Das Museum im Schlosspark mit seiner Bauernkrieg-Ausstellung in der Remise ist am Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet. Elisabeth Stecker führt um 14 und 16 Uhr durch das Museum und erläutert die Entstehung, Inhalt und Bedeutung der 12 Memminger Artikel, in denen die aufständischen Bauern ihre Forderungen festlegten.
Ebenfalls Veranstaltungsort: die Theresienkapelle in Singen.
Ebenfalls Veranstaltungsort: die Theresienkapelle in Singen. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm
  • Singen: In der Theresienkapelle gibt es um 16 Uhr eine Veranstaltung zum Themenschwerpunkt „Krieg und Gefangenschaft – Friede und Versöhnung“ mit Wortbeiträgen von Wilhelm Waibel (Zeitzeuge), Carmen Scheide (Förderverein Theresienkapelle) und Antje Rotzinger (Landesamt für Denkmalschutz). Um 20 Uhr schließt die Veranstaltung mit einem Konzert.

Neustart mit der 3-G-Regel

  • In Präsenz: Nachdem der Tag des offenen Denkmals im vergangenen Jahr wegen Corona nur virtuell stattgefunden hat, gibt es 2021 wieder eine reale Veranstaltung. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln, so die Denkmalpflege Baden-Württemberg als Organisator. Für die Teilnahme gilt die 3-G-Regel mit Überprüfung des Status „geimpft, genesen, getestet“. Außerdem erfolgt die Registrierung der Kontaktdaten. Die Organisatoren der Denkmalpflege Baden-Württemberg weisen deshalb darauf hin, dass es möglicherweise Wartezeiten beim Einlass gibt.
  • Der Tag des offenen Denkmals bietet landkreisweit reizvolle Orte. Ein Programm mit allen geöffneten Denkmälern und einer Liste der angebotenen Führungen mit Experten liegt in allen Rathäusern und Touristinformationen aus, wie der Landkreis Konstanz informiert.

Im Netz gibt es das Programm unter:
http://www.lrakn.de/,Lde/service-und-verwaltung/aemter/kultur