Fünf Jahre ist es her, dass das Färbe-Ballett die große Bühne in der Basilika bespielt hat. Seither hat sich viel verändert. War es damals die Abschiedsgala für die Grande Dame Milly van Lit, die über 40 Jahre die Singener Ballettschule geleitet hat, ist es nun der Auftakt für die Ära Ines Kuhlicke.

Vieles ist dabei gleich geblieben. Das rund 100-köpfige Ensemble hat in vier Vorführungen unterhaltsames Tanztheater unter dem Titel „Karussell“ gezeigt. Da springen die Eleven als rote Blumen oder Dame-Spielsteine über den Ballettboden, da wird das Treiben im Pariser Jardin du Luxembourg als bunter Reigen romantischer Ideen nach alter und bewährter Tradition in Kooperation mit dem Färbe-Theater inszeniert.

Mit bunten Szenen – hier tanzende Blumen – hat die Ballettschule der Färbe den Abend inszeniert.
Mit bunten Szenen – hier tanzende Blumen – hat die Ballettschule der Färbe den Abend inszeniert. | Bild: Carmen Biehler

Und immer wieder dreht sich das Karussell und mit dem weißen Elefanten springen farbenfrohe Pferde, ein roter Löwe und sogar ein Hirsch durch die Vorstellung. Einen grandiosen Auftritt feiert Finn Hörner, der das Publikum nicht nur als Gärtner begeistert, sondern auch zum Finale als Showmaster der großen Moulin-Rouge-Revue oder als Liebender mit Charisma Neuberth zu den Pianoklängen aus Ray Bryants „Somewhere in France“ fasziniert.

„Das Karussell“ von Rilke

Den Auftakt bilden die Kleinsten mit ihrem Aufmarsch zum Volkslied-Klassiker „Ein Jäger längs dem Weiher ging“, der in der Version der Combo Quattro Nueva zeitgenössisch aufgepeppt war. Mit Polkaklängen kamen die Artisten in den Park und ein besonders schönes Bild gab die Szene der Dame-Spieler ab. Menusha Neuberth und Lilli Simon brachten als Spitzentänzerinnen die Kunst des Ballett-Tanzes aufs Parkett.

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Den klingenden Rahmen des ganzen Abends bildete Rainer Maria Rilkes Gedicht „Das Karussell – Jardin du Luxembourg“, das von Schauspielerin Dina Roos als Dichter, der die ganze Szenerie beobachtet, rezitiert wurde: „Und es geht hin und eilt sich, dass es endet und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel.“ Doch: Das Ziel wäre erreicht. Das Färbe-Ballett mit Ines Kuhlicke hat in den großen Fußstapfen von Milly van Lit ihre eigenen Spuren hinterlassen.