Der Schreiner Georg Elser aus Königsbronn erkannte früh, dass Hitlers Politik auf einen Krieg hinauslief. Um nach dem Überfall auf Polen weiteres Blutvergießen zu verhindern, verübte er im Münchner Bürgerbräukeller einen Bombenanschlag auf Adolf Hitler.

Um an Elsers aktiven Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu erinnern, zeigen die Singener Kriminalprävention, das Hauptzollamt Singen und der Deutsche Gewerkschaftsbund Südbaden (DGB) die Wanderausstellung „Ich habe den Krieg verhindern wollen – Georg Elser und das Attentat vom 8. November 1939“. Die Ausstellung ist bis zum 1. November im Foyer des Singener Rathauses zu sehen.

Einblicke in Elsers Leben

Mit Texten und Bildern geben 29 Ausstellungstafeln einen Einblick in Elsers Leben, seine politisch-moralische Motivation und die Hintergründe zum Bombenanschlag. Nach seiner Flucht wurde Elser von Beamten des damaligen Zollgrenzschutzes in Konstanz festgenommen, von der Gestapo vernommen und nach nahezu sechsjähriger Isolationshaft am 9. April 1945 im Konzentrationslager Dachau ermordet.

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Aus der Vergangenheit lernen und sich in der Gegenwart für den Schutz und Erhalt der Demokratie einsetzen, war der Tenor aller Redner bei der Eröffnung der Ausstellung. Bertine Geyer, leitende Regierungsdirektorin des Hauptzollamtes Singen, stellte die Frage, wie es gewesen wäre, wenn die Grenzbeamten Elser in die Schweiz gelassen hätten?

Einem Rechtsruck entgegenwirken

Rechtsradikale Kräfte, die vor Gewalt nicht zurückschrecken, würden überall und immer wieder aufkommen. Initiiert vom DGB, wird das Elser-Projekt über Lehrer an Schüler und Auszubildende weitervermittelt. Es schlägt auch eine Brücke zum Zoll, zu dessen Hauptpflicht die Einhaltung der freiheitlichen Grundordnung gehört.

„Wie würden wir uns heute verhalten?“, fragte Jürgen Höfflin, Geschäftsführer des DGB-Südbaden. Als Mann aus dem Volk habe Elser gewusst, dass er mit Reden nichts erreichen konnte. „Wir müssen alles tun, dass so eine Situation nicht wiederkommt“, war Höfflins Appell.