Es war ein herrlicher Spätsommertag – doch leider ganz ohne Wind. Schlechte Voraussetzungen für Drachenfreunde also, wie sich beim Drachenfest des Stadtpark-Fördervereins am Samstag zeigte. Ohne die nötige Brise war es nicht möglich, ein großes Modell in die Luft zu kriegen. Doch leichte Kinderdrachen flatterten über die Köpfe, im Laufschritt an der Schnur gezogen. Mit sportlichem Einsatz rannten die Kinder über die Wiese, oft in Begleitung der Erwachsenen, die ebenso ihren Spaß hatten. „Der Wind reicht gerade aus, um die Drachen in der Luft zu halten“, sagte Hans-Peter Storz vom Vorstand zur Situation auf der Aktionswiese hinter dem Stadtgarten. Und die mitgebrachten Drachen seien oft auch zu schwer. Vorsorglich hatte er 30 leichte Drachen zum Ausleihen dabei.

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Immer mehr Familien fanden sich auf der Aktionswiese ein, auch Passanten blieben stehen und reckten die Köpfe zum Himmel. „Es ist doch nett mit anzusehen, wie Väter und Großväter mit den Kindern gemeinsam Zeit verbringen“, freute sich die Vorsitzende Veronika Netzhammer über die zahlreichen Besucher. Der Förderverein habe bewusst diesen Platz gewählt, weil viele Familien mit kleinen Kindern kämen. So wie Sara Weber. Sie ist von der Nordseeküste nach Singen gezogen und kennt Drachenfeste aus dem Norden. Da sei zwar immer Wind, aber man habe nur zuschauen können. „Das ist ein tolles Fest, hier kann man auch mitmachen“, sagte sie begeistert. Auch Sara Weber kam mit ihren ein- und dreijährigen Kindern zu Thomas Leible, der kleine Eddy-Modelle mitgebracht hatte und an die Kinder ausgab.

Leible baut diese luftigen Gebilde auch selbst, seit dem ersten Drachenfest vor 19 Jahren ist er dabei. Ohne Wind gelang es auch ihm nicht, einen Drachen in die Luft zu befördern: „Aber wenn man sieht, wie viele Kinderdrachen hier über die Wiese schwirren, dann ist das einfach schön.“ Für Thomas Leible zählt der Spaß an der Sache. Seinen 14 Meter langen selbstgebauten Flugdrachen hatte er nicht dabei, denn der brauche viel konstanten Wind.