Seine orangefarbene Trainingsjacke ist Kult. Angeblich tritt Alfons schon immer mit der Jacke aus Polyamid-Stoff, den es seinerzeit nur in der DDR gab, auf. Doch seit kurzem hat er eine neue Jacke. Gelb-Blau ist sie – in den Farben der Ukraine.

Stolz zeigt er sie den Zuschauern in der Stadthalle. Sein Programm „Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Und gibt es dort genug Parkplätze?“ sollte im Dezember 2020 gespielt werden. Die Pandemie kam dazwischen. Nun war es so weit.

Alfons ist ein Hingucker

Nicht nur die Trainingsjacke ist ein Hingucker, sondern auch Alfons gelbe Klemmmappe, an der lose Zettel mit handschriftlichen Notizen hängen. Bevor sein Programm losgeht, startet er mit Aktuellem: „Toll, dass die Ukraine den ESC gewonnen hat“, freut sich der gebürtige Franzose, der seit 1991 in Deutschland lebt.

Neben der Niederlage von Marin Le Pen freut ihn an diesem Sonntag, dass die Grünen in NRW so zugelegt haben. „Die französischen Grünen haben sich darüber auch gefreut, alle beide“, weiß er.

Eine Erzählung aus der Kindheit

Im März 2020 sei er im Kurzurlaub in Frankreich gewesen. Dann kam die SMS, dass sie die Grenze zu machen und er schnell zurückkommen solle – und Klopapier mitbringen müsse. In Frankreich sei Omikron ein Riesenproblem. Wegen der Aussprache. Präsident Macron hoffe deshalb auf eine neue Variante.

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Danach nimmt Alfons die Zuschauer mit auf eine Reise in seine Kindheit im fünften Arrondissement in Paris, in der Rue de Lyonnais 13. In dem Mehrfamilienhaus hätten ganz skurrile Menschen gelebt. Und die Concierge (eine Art Hausmeisterin), die immer wieder versucht habe, zwischen zwei Streithähnen zu schlichten.

Maut für die Nutzung des Balkons

Ein neuer Nachbar, der sich als Paläontologe entpuppt und sich immer wieder selbst aussperrt, macht es sich zur Angewohnheit, über den Balkon von Alfons Wohnung zu klettern. „Ich habe schließlich eine Maut eingeführt“, erzählt der Kabarettist.

Das erste Mal so richtig verliebt war er mit acht Jahren, erzählt er. Das Objekt der Begierde: das neue Piratenschiff von Playmobil. Als er es endlich bekam, habe er zwei Wochen damit gespielt. „Dann kam der neue Polizeihubschrauber raus“. Womit er beim Thema ist: Brauchen wir unbedingt das neueste IPhone? Oder eine Bohrmaschine? Eigentlich nicht!

Kabarettist verbindet Auftritt mit Spendenaktion

Nun sei er nach 45 Jahren wieder einmal in dem Haus in Paris gewesen. Nicht zu fassen: es gab keine Concierge mehr und auf den Etagen hingen neue Schilder: Glasfaser auf allen Etagen. Seine tiefe Überzeugung sei jedoch, dass am Ende auf den Schildern stehen müsse: Intelligenz auf allen Etagen – trotz aller Populisten, die ihr Spiel mit den Ängsten der Menschen treiben.

Am Ende nutzten einige Zuschauer die Gelegenheit, sich in der gelben Jacke mit Alfons fotografieren zu lassen. Alfons sammelt mit dieser Aktion Spenden für Kinder aus der Ukraine über das Deutsche Kinderhilfswerk.