Von Leichtathletik über Ball- und Radsport bis hin zu Tauziehen und Schach: Die erstmalig gemeinsame Sportlerehrung der Stadt Singen, des Regierungspräsidiums Freiburg und des Badischen Sportbunds (BSB) im Foyer der Ekkehard-Realschule zeigte auf, wie umfangreich das sportliche Angebot der Vereine im südbadischen Raum ist. Geehrt wurden Sportlerinnen und Sportler, die Deutsche Meistertitel holten oder bei einer Europameisterschaft (EM) oder Weltmeisterschaft (WM) einen der ersten drei Plätze belegten.

Die Singener Sportelite: Oberbürgermeister Bernd Häusler (rechts im Bild) überreichte Preise und Urkunden an die Spitzensportler aus Singen.
Die Singener Sportelite: Oberbürgermeister Bernd Häusler (rechts im Bild) überreichte Preise und Urkunden an die Spitzensportler aus Singen. | Bild: Christel Rossner

„Es ist beeindruckend, wie viele Titel trotz der Einschränkungen durch Corona erreicht wurden“, freute sich Oberbürgermeister Bernd Häusler, dass Singen die heimliche Sportstadt Südbadens genannt wird. Ganz oben auf dem Treppchen mit ersten und zweiten Plätzen bei der WM standen der Thai Box-Club Singen und die Abteilung Leichtathletik des Stadtturnvereins (StTV) Singen. Bei der EM im Rennrollstuhlfahren belegte Paralympics-Teilnehmerin Merle Menje vom StTV zwei erste und zweite Plätze.

Kay Stumper (links), Mannschaftsvizeweltmeister im Tischtennis, im Interview mit Sportjournalist Jürgen Rössler.
Kay Stumper (links), Mannschaftsvizeweltmeister im Tischtennis, im Interview mit Sportjournalist Jürgen Rössler. | Bild: Christel Rossner

Häusler dankte den Vorständen und Vereinen, die Sport auch in schwierigen Zeiten ermöglicht haben. Er gratulierte dem Singener Kay Stumper zu seinem Vize-Weltmeistertitel bei den Tischtennismeisterschaften in China, der im Gespräch mit SÜDKURIER-Sportjournalist Jürgen Rössler über die Wettkämpfe berichtete.

OB appelliert, kommunale Hallen für den Sport freizuhalten

Mit Blick auf die Unterbringung der aktuell ankommenden Flüchtlinge appellierte Häusler, die kommunalen Sporthallen freizuhalten. Allein in Singen gebe es 69 Sportvereine mit 17.000 Mitgliedern. Die Stadt werde alles zur Verfügung stellen, um Trainern unter die Arme zu greifen, so Häusler.

„Sport ist wichtiger denn je, Sport motiviert und verbindet“, sagte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer. „Der Idealismus, der Teamgeist und die Solidarität der Sportler haben Vorbildcharakter“, hob sie hervor, dass trotz eingeschränkten Wettkampf- und Trainingsbetriebs bemerkenswerte Leistungen erbracht wurden. Bei rund einer Million Mitgliedern in 3200 Vereinen seien die Kommunen in Südbaden gefordert. Schäfer versicherte, dass auch das Land alles tue, was für das Engagement von Sportlern nötig sei. Die Ehrung habe auch eine gesellschaftliche Bedeutung, geehrt würden Sportler vom Jahrgang 1935 bis Jahrgang 2015.

„Wir werden bei der Unterbringung mit gutem Beispiel vorangehen“

Gundolf Fleischer, Präsident des BSB, tritt für gleichwertige Behandlung ein, auch nicht olympischen Disziplinen müsse bei finanziellen Problemen geholfen werden. Einen Mitgliederrückgang bei Sportvereinen habe es durch Corona nicht gegeben, kein Verein sei in Not geraten. „Wenn nichts mehr geht, werden wir bei der Unterbringung der Flüchtlinge mit gutem Beispiel vorangehen“, so Fleischer.

Sorge bereitet ihm die Energiekrise, die die Vereine mit massiven Preissteigerungen konfrontiert. Trotz Maßnahmen zur Einsparung von Energie sei es erforderlich, dass die Belange des Sports bei notwendigen Entscheidungen in Bund und Land berücksichtigt werden. So ging es bei der Sportlerehrung nicht nur um sportliche Erfolge, sondern auch um gesellschaftliches Wirken von Sport. Umrahmt wurde die Ehrung von der Tanzgruppe „The Fallen Empire“ vom Tanzwerk 95.