Was ist Kunst? Was löst sie in uns aus? Diese Frage stellt sich besonders in der Corona-Zeit, in der Kunsteinrichtungen nach langer Schließung erst langsam den Betrieb wieder aufnehmen. Das Theater Die Färbe nutzt die Krise als Chance und setzt mit Beginn der Spielzeit 2020/21 lang gehegte Ideen der Zusammenarbeit verschiedener Kunsteinrichtungen um: „Kunst“ heißt auch das neue Stück von Yasmina Reza und wird neben der Färbe an drei weiteren Kunstorten in Singen aufgeführt.

Für alle Vorstellungen gelten die Corona-Schutzmaßnahmen. Zur Sichtveranstaltung des Stücks „Die Eisbärin“ sind Lehrer am 6. Oktober, 19.30 Uhr, in die Hohentwiel-Gewerbeschule eingeladen.

Auseinandersetzung mit dem Thema Kunst an sich

In einer Zeit, da nur die Hälfte der Sitzplätze genutzt werden kann, geht die Färbe neue Wege. Cornelia Hentschel, die ab dem 1. Oktober die Theaterleitung innehat, blickt zuversichtlich nach vorn: „Wir sind flexibel und passen uns der jeweiligen Situation an“, erinnert sie an die bisherigen Auftritte unter Corona-Einschränkungen. Die neue Inszenierung in der Regie von Klaus Hemmerle greift das Thema Kunst und die Bedeutung für die Gesellschaft auf und bringt Singener Kulturstätten zusammen. Jeweils eine Aufführung findet im Kunstmuseum, im Museum MAC 2 und in der Atelierhalle stratozero des Künstlers Harald F. Müller statt.

Klaus Hemmerle ist in Singen aufgewachsen und hat erlebt, dass schon damals großes Interesse an Kunst bestand. „Das Stück ‚Kunst‘ ist eine Reflexion und wirft auf unterhaltsame Weise die Fragen auf, was Kultur sein soll und was sie auslösen kann“, erläutert Klaus Hemmerle.

Im Stück geht es um ein hochpreisiges monochromes Kunstwerk – ein weißes Bild mit weißen Streifen. Das führt zu grundlegenden Auseinandersetzungen zwischen drei Männern, die nicht nur Gefühle und Freundschaft, sondern das ganze Dasein in Frage stellen.

Harald F. Müller trägt eine eigene Installation bei

Anstelle des Bildes mischt sich in die Handlung ein Kunstwerk ein. Eine Installation von Harald F. Müller wird zum heimlichen Darsteller, provoziert Emotionen und stellt Standpunkte auf den Kopf. Als ehemaliger Lehrer für Kunst und deren Vermittlung weist er darauf hin, dass der Zuschauer nicht belehrt wird: „Er erfährt etwas über sich selbst und wie man an Kunst herangehen kann“, so Harald F. Müller.

Er sieht Singen als Leuchtturm für Kunst in der Region und strebt Vernetzung von Künstlern und Kulturschaffenden an. Die Gastspiele des neuen Stückes im Kunstmuseum, MAC 2 und im stratozero werden unterschiedlich ablaufen und bieten dem Publikum zu Erläuterungen auch die Gelegenheit zu Gesprächen mit einem Kunstexperten.

Klassenzimmer werden zu Probenräumen

Auch mit der Inszenierung des Klassenzimmerstücks „Die Eisbärin“ von Eva Rottmann begibt sich die Färbe auf neues Terrain. Dabei treffen sich Schule und Theater vor Ort im jeweiligen Klassenraum. Passend für Stephan Glunk als Lehrer und stellvertretender Leiter der Hohentwiel-Gewerbeschule – er wollte ein Projekt für Schüler anbieten und stellt Klassenzimmer für die Proben zur Verfügung. Für Lehrer findet eine Sichtveranstaltung in der Hohentwiel-Gewerbeschule statt.

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