Der zweite Hilfstransport seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist auf dem Weg nach Kobeljaky: Am 16. November hat sich der Fahrer der ukrainischen Spedition auf den Weg gemacht, um die gespendeten Sachen in die Partnerstadt von Singen zu bringen.

Am Vorabend der Abreise trafen sich die Helfer von der Stadt Singen und der Feuerwehr nochmals bei Transco Süd, um beim Beladen des fast 14 Meter langen Sattelzugs dabei zu sein. Marko Mustapic, Speditionsleiter von Transco Süd, sowie Verkaufsleiter Mike Bührer hatten für den Transport nach Kobeljaky vorab Fläche zum Lagern der Ware zur Verfügung gestellt, wie auch schon im März, als der erste Hilfstransport nach Kobeljaky fuhr.

Viel Material von der Feuerwehr

Besonders aktiv hat sich die Singener Feuerwehr und insbesondere Wolfgang Werkmeister im Vorfeld engagiert, damit gut erhaltenes Material, das die Feuerwehr in Kobeljaky dringend gebrauchen kann, mit auf den Transport kommt.

Erst zwei Tage vor der Abreise hatte Werkmeister in Heilbronn bei einem Unternehmen einen Kompressor für Atemschutzflaschen geholt, eine Tragkraftspritze vom Typ TS8 kommt von der Werkfeuerwehr Rolls Royce aus Friedrichshafen.

Jörg Müller (von links), Stefan Schüttler und Wolfgang Werkmeister haben sich bei der Beschaffung von Feuerwehrgerätschaften enorm ins ...
Jörg Müller (von links), Stefan Schüttler und Wolfgang Werkmeister haben sich bei der Beschaffung von Feuerwehrgerätschaften enorm ins Zeug gelegt. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Stefan Schüttler, bei der Feuerwehr Kommandant der Kernwehr und für den Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement zuständig, sowie die Feuerwehrkollegen Jochen Wilm, Sven Lederle und Jörg Müller sorgen beim Laden dafür dass alles gut im Lastwagen verstaut wurde.

Vonseiten der Stadtverwaltung kümmerten sich vor allem Michael Hübner und Regine Achatz um das Organisatorische. Die Hilfsgüter, die nun auf dem Weg nach Kobeljaky sind, haben einen Gesamtwert von 50.000 Euro.

170.000 Euro an Spenden

„Nach dem ersten Transport der Stadt Singen für unsere ukrainische Partnerstadt, 1000 Kilometer östlich von Kiew, im März wurde auch diesmal hauptsächlich das gekauft und verladen, was unsere Partner in Kobeljaky benötigen“, erklärte Oberbürgermeister Bernd Häusler bei einem Medientermin auf dem Firmengelände von Transco Süd.

Nach Beginn des Kriegs hatte die Stadt zu Spenden aufgerufen. Dabei waren über 170.000 Euro zusammengekommen. „Für etwa 25.000 Euro wurden Medikamente und medizinische Hilfsmittel gekauft, wobei der Gesundheitsverbund des Landkreises Konstanz wie beim ersten Hilfstransport als Partner fungierte“, sagte Michael Hübner.

Auch Krankenhausbetten sind dabei

Eingeladen wurden auch Paletten mit Tütensuppen und Ravioli von Nestle-Maggi. Auch eine stattliche Menge an Feuerwehrausrüstung, wie Atemluftkompressoren und Schutzkleidung, sind dank Stefan Schüttler und Wolfgang Werkmeister von der Freiwilligen Feuerwehr mit dabei.

Auch Betten aus dem ehemaligen Krankenhaus Stühlingen sind unterwegs.
Auch Betten aus dem ehemaligen Krankenhaus Stühlingen sind unterwegs. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Krankenhausbetten und ein umfangreicher Posten an Bettwäsche stammen aus der ehemaligen Klinik in Stühlingen. „Für Diagnosen aller Art hat der Internist Gero Grathwohl ein älteres, aber voll funktionsfähiges Video-Endoskopiegerät gespendet“, ergänzte Michael Hübner. Leider habe der Wunsch nach größeren Generatoren aufgrund von Lieferengpässen nicht erfüllt werden können.

Krankenwagen und Löschfahrzeug

Geplant sei außerdem noch der Kauf eines vollausgestatteten Krankenwagens für Kobeljaky, kündigte Oberbürgermeister Häusler an. Das kürzlich von der Feuerwehr Engelsbrand gespendete und inzwischen bestens ausgestattete Tanklöschfahrzeug solle, wenn es die Sicherheitslage zulasse, in zwei bis drei Wochen von der Freiwilligen Feuerwehr zur ukrainischen Grenze gebracht werden, informierte Wolfgang Werkmeister, der das Fahrzeug gemeinsam mit Kollegen aus Engelsbrand selbst hinfahren will. Die Verteilung der Spenden erfolgt über langjährige, verlässliche Partner, wie Viktor Popruga von der dortigen Feuerwehr, ergänzte Carmen Scheide, die Beauftragte für die Städtepartnerschaft.

OB Bernd Häusler dankte dem Unternehmen Transco Süd für die große Unterstützung bei der Abfertigung des ukrainischen Spediteurs sowie der Freiwilligen Feuerwehr Singen und den Technischen Diensten für den Transport der Hilfsgüter zur Spedition.