Ein Leuchtturmprojekt wird zehn Jahre alt. Zum Jubiläum des Vereins „Kinderchancen Singen“ kam daher auch hoher Besuch aus der Politik. Manne Lucha, Minister für Soziales und Integration, hielt die Festrede und hatte nur Lob für die Aktiven von Kinderchancen, allen voran Udo Engelhardt und Wolfgang Heintschel.

Genau am 18. Oktober 2010 gründeten 16 Menschen den Verein „Kinderchancen“, damals noch unter dem Namen „Wir helfen Kindern“. „Wir fanden den Namen dann irgendwann zu sperrig und benannten den Verein später um“, sagte Oberbürgermeister Bernd Häusler, der Gründungsmitglied ist. „Sozialer Leuchtturm ist sicher der passende Begriff“, sagte Häusler.

Dass Kinderarmut in Singen schon länger ein Thema ist, wurde durch Zahlen erneut belegt. „Von den 7170 Kindern im Alter von 0 bis 15 Jahren leben 1300 von Bezügen nach dem Sozialgesetzbuch 2 (Hartz IV)“, erklärte der OB. Zum Vergleich: in Konstanz seien von den 10.800 Kindern und Jugendlichen dieser Altersgruppe nur 780 von Hartz IV betroffen.

„Monument der Hilfsbereitschaft“

Der Verein Kinderchancen sei „ein Monument der Hilfsbereitschaft und Solidarität“, um für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu wirken, so Manne Lucha. Bereits bei der Vorbereitung des ersten Armutsberichts im Jahr 2013 sei der Verein Kinderchancen als Leuchtturmprojekt erwähnt worden, erinnerte Lucha.

„Wir haben insgesamt über 100.000 Euro in das Projekt gesteckt“. Auch sei er von der Grünen- Landtagsabgeordneten Dorothea Wehinger regelmäßig auf die Arbeit des Vereins aufmerksam gemacht worden.

Minister Manne Lucha bei seiner Rede im Bürgersaal in Singen.
Minister Manne Lucha bei seiner Rede im Bürgersaal in Singen. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

„Wir sehen an dieser Arbeit, dass lokale Präventionsarbeit und die damit verbundenen Netzwerke wirkungsvolle Elemente sind, die wir ausweiten wollen“, sagte Lucha.

Geld von Stadt und Landkreis

Finanzielle Unterstützung bekam der Verein aber auch von der Stadt Singen (30.000 Euro) und vom Landkreis Konstanz (20.000 Euro), um die Kofinanzierung durch die Landesgelder sicher zu stellen. Der Verein koordiniert auch den Runden Tisch gegen Kinderarmut, an dem auch Mitarbeiter von Stadtverwaltung und Landkreis mitwirken.

Ein großes Lob hatte Manne Lucha für Udo Engelhardt, stellvertretend für alle Aktiven im Netzwerk. Er nannte Engelhardt einen „Chefzündler, der nicht nur ein Feuer entfacht hat, sondern dabei geblieben ist.“ Wie die meisten der Gründungsmitglieder, die fast alle noch im Vorstand mitwirken.

Udo Engelhardt dankt Unterstützern

Udo Engelhardt dankte Manne Lucha für die Wertschätzung. „Ohne das Sozialministerium und dessen Unterstützung wären wir nicht so weit, wie wir heute sind“, so Engelhardt. Er dankte auch Dorothea Wehinger, OB Bernd Häusler, Bürgermeisterin Ute Seifried, dem Landrat Zeno Danner und den Sponsoren, ohne die die Projekte nicht leistbar wären.

Für die zukünftige Arbeit wünsche er sich in Singen ein Amt für Kinder und Jugendliche, das dann Sozialraum-orientiert arbeiten könnte. Außerdem möchte er das Gesundheitsamt stärker ins Netzwerk holen. Er hoffe außerdem auf die Einführung einer Kindergrundsicherung.

Ministerien für Grundsicherung

Erst vor wenigen Tagen hatten sich dazu die Amtschefs der Arbeits- und Sozialministerien bei einer Länderkonferenz in Mannheim fast einstimmig für eine Kindergrundsicherung ausgesprochen.

„Um Kinderarmut wirklich zu bekämpfen, brauchen wir eine Kindergrundsicherung ohne kompliziertes Antragsverfahren, die den Mindestbedarf jedes Kindes deckt und sich daran orientiert, was Kinder und Jugendliche zu einem guten Aufwachsen tatsächlich brauchen“, hatte der baden-württembergische Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha bei der Konferenz betont.

„Mit Herzblut bei der Sache“

Die Geschäftsführerin Bettina Fehrenbach dankte schließlich den Mitarbeitern, darunter drei Hauptamtliche, zehn Honorarkräfte und 42 Ehrenamtliche, die eine Aufwandspauschale bekommen. Alle sind hier mit viel Herzblut bei der Sache.

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Das Besondere an Kinderchancen hatte auch Wolfgang Heintschel eingangs betont: „alle sind hier Partner und jedes Kind hat seine unantastbare Würde und das Recht auf Bildungschancen, egal, wie lang es hier lebt oder welche Hautfarbe es hat“. Heintschel dankte ebenfalls besonders Udo Engelhardt, ohne dessen Engagement es Kinderchancen so nicht geben würde.

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