Jetzt gilt es kühlen Kopf zu bewahren! Denn man ahnt schon, wie da in den Reihen der Wutbürger über den vermeintlichen Ausverkauf der Demokratie geschimpft wird. Natürlich transportieren die Kiesabbau-Gegner einen Teil der Wahrheit, denn das Votum der Gemeinderäte könnte nicht klarer sein. Unterstützt werden sie von Bürgern verschiedener Couleur: Naturschützer sorgen sich um die Haselmaus, Klinikärzte befürchten Staubbelastungen, dann ist da der Lärm in Nachbarschaft eines Friedhofs und die Zunahme des Schwerlastverkehrs – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Das muss berücksichtigt werden, ebenso wie die Änderung eines Regionalplans zu würdigen ist, der seinen Ursprung in vorangegangenen Jahrhundert hat.

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Auf der anderen Seite leben gesetzliche Grundlagen in einer stabilen Demokratie von ihrer Verlässlichkeit. Bei der Abwägung hat sich das Landratsamt für den Antrag des Kiesabbau-Unternehmens entschieden, der Gang vors Gericht hätte sich vermutlich aber auch bei einer Ablehnung nicht vermeiden lassen – für diesen Fall wäre wohl Birkenbühl der Kläger. Eine Patt-Situation, in der jeder seine Meinung haben kann und soll. Es ist gut, dass es für solche Fälle Gerichte als zusätzliche Verhandlungsschleife gibt. Sie sind Teil der Demokratie und nicht ihr Ausverkauf.