Am Samstagabend endet eine Durststrecke, von der niemand geglaubt hätte, dass sie so lange andauern wird: Das Top10 in Singen öffnet nach Monaten im Lockdown wieder seine Theken und Tanzflächen. Ein Segen für das überwiegend junge Partyvolk, das endlich wieder zu krachenden Beats tanzen kann. Auch für Dominik Dilger, Betriebsleiter der Disko im Singener Süden, ist dies eine gute Nachricht. Die wichtigste Frage für viele Nachtschwärmer: Darf wieder getanzt werden? Darauf gibt es vom Betriebsleiter ein klares „Ja“. Aber ganz ohne Regeln werde ein Diskobesuch nicht klappen – auch wenn die Inzidenzzahlen im Landkreis weite sinken.

Warum erst jetzt?

Bereits im Juli hat die Bundesregierung den Betreibern von Diskotheken und Tanzlokalen grünes Licht für eine Wiedereröffnung gegeben. Im Top10 in Singen hat man sich aber dagegen entschieden. Und dies bewusst, wie Dominik Dilger damals gegenüber dem SÜDKURIER erklärte. Er sprach damals davon, dass die Vorgaben der Regierung ein wirtschaftliches Arbeiten im Top10 nicht zugelassen hätten.

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Warum dies jetzt anders ist? „Wir mussten vor einem Re-Start noch gewisse Dingen regeln“, sagt Dominik Dilger wenige Stunden vor der Wiedereröffnung. Wie viel noch zu erledigen war, zeigt ein Blick auf sein Handy. 72 Anrufe hatte er dort zu verzeichnen – an einem Tag. „Neben einigen Umbaumaßnahmen haben wir auch noch auf die ein oder andere Genehmigung warten müssen“, so Dilger weiter.

Das Testzentrum vor dem Top10 soll weiterhin geöffnet bleiben.
Das Testzentrum vor dem Top10 soll weiterhin geöffnet bleiben. | Bild: Arndt, Isabelle

Eine davon betrifft die Lüftung. Dort wurden im Lockdown ebenfalls Wartungsarbeiten vollzogen. Aus gutem Grund, wie der Top10-Betriebsleiter betont. „Durch die starke Lüftung dürfen wir mit Blick auf die Besucherzahlen eigentlich fast uneingeschränkt öffnen.“ Er rechne damit, dass der Ansturm am Samstag groß sein wird. „Die Lust am Feiern, gerade für junge Menschen, hat durch den Lockdown nicht nachgelassen. Ich denke, dass viele etwas nachzuholen haben“, hofft Dilger auf viele Besucher. Aber die 3-G-Regelung könnte auch dazu führen, dass einige Gäste ausbleiben. „Gerade bei den jungen Menschen sind nicht alle geimpft“, so Dilger.

Was müssen Partygänger beachten?

Wer die Singener Großraumdiskothek ab Samstag wieder besuchen will, für den gilt die 3-G-Regelung. Sprich: Ohne einen Impfnachweis, egal ob digital oder durch den Impfausweis, ein Genesenen-Zertifikat oder einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, geht nichts. Obwohl die Vorgabe des Landes von einer 3-G-Regelung spricht, handle es sich für Dominik Dilger eher um eine versteckte 2-G-Regelung. Denn ein normaler Schnelltest reicht nicht, man benötigt einen PCR-Test, der wesentlich teurer ist und mehr Zeit für die Auswertung in Anspruch nimmt. „Wer nicht geimpft ist, wird wohl nicht zu uns kommen. Das könnte ein teurer Besuch werden“, sagt er.

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Die Anzahl an Türstehern wurde im Vorfeld der Wiedereröffnung erhöht. Dies diene laut Dilger auch dazu, dass niemand versucht, sich ohne Erlaubnis Zutritt zum Top10 zu verschaffen. „Wir haben an der Türe deshalb zwei zusätzliche Security-Mitarbeiter eingeplant“, sagt er.

Die nächste Party kann jetzt endlich kommen: Das Top10 öffnet endlich wieder seine Türen.
Die nächste Party kann jetzt endlich kommen: Das Top10 öffnet endlich wieder seine Türen. | Bild: Arndt, Isabelle

Auch sonst sei das Personal zum Re-Start erhöht worden. Das hänge auch mit dem gestiegenen Aufwand, etwa bei der Kontaktnachverfolgung an den Kassen zusammen. „Diese Mehraufgaben sind aber wichtig, denn dadurch minimieren wir das Risiko und erhöhen die Sicherheit für unseren Gästen“, so Dilger weiter. Dazu beitragen soll auch die Nutzung der Luca-App. Der Betriebsleiter empfiehlt, diese im Vorfeld runterzuladen: „Wer zu uns will, braucht diese App.“

Masken auf der Tanzfläche?

Grundsätzlich gilt eine Maskenpflicht. Ausnahmen gibt es laut Dominik Dilger aber etwa auf der Tanzfläche, im Außenbereich und im Verzehrbereich. Auf den Begegnungsflächen muss hingegen ein Mund- und Nasenschutz getragen werden. „Die Maskenpflicht gilt auf allen Laufwegen, der Garderobe, der Kasse und der Toilette“, so Dilger.