Und wieder geht es für die Diskotheken und Clubs zurück in den Lockdown. Baden-Württemberg hat aufgrund der aktuellen Corona-Lage die Maßnahmen weiter verschärft. Daher bleiben Diskos seit Samstag dem 4. Dezember geschlossen. Auch die Singener Großraumdisko Top10 und der Erdbeermund sind von den härteren Corona-Maßnahmen betroffen.

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Für Top10-Betriebsleiter Dominik Dilger ein harter Schlag, wie er im Gespräch mit dem SÜDKURIER betont: „Wir durften vor sechs Wochen wieder öffnen und nun geht es zurück in den Lockdown.“ Die erneute Schließung sei für viele Clubs ein wirtschaftliches Desaster.

Erst Blitzöffnung, dann wieder zu

Dabei hätten die ersten Wochen nach der Wiedereröffnung Ende September verheißungsvoll begonnen. „Die jungen Leute hatten richtig Lust zu feiern. Der Nachhofbedarf nach der fast 1,5-jährigen corona-bedingten Schließung war deutlich spürbar“, sagt Dilger. Damals galt neben der 3-G-Regelung auch die Maskenpflicht, allerdings nur auf den Begegnungsflächen. Endlich wieder feiern gehen – das hätten wohl einige gedacht, als die Diskotheken nach der langen Corona-Zwangspause wieder öffnen durften, so Dilger.

Maskenpflicht auf der Tanzfläche als Party-Dämpfer

Die Freude sei jedoch nur von kurzer Dauer gewesen: Denn wegen der rasant ansteigenden Corona-Zahlen und der 2G-Plus-Regel, die seit November galt, blieben viele Partylöwen aus der Region lieber zu Hause. „Dann mussten wir auch eine Maskenpflicht auf der Tanzfläche einführen und darauf hatte kaum einer Bock“, so Dilger. Die Besucherzahlen sanken schlagartig und auch die Einnahmen aus dem Getränkeverkauf gingen rasant zurück. Viele Besucher, so Dilger, hätten sich daran gestört, geimpft, getestet und auch mit Maskenpflicht auf der Tanzfläche im Top10 zu feiern.

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Wie schon vor zwei Jahren trifft es die Clubs und Diskotheken nun wieder als erstes. Wie lange die temporäre Schließung andauern werde, lasse sich laut Dilger derzeit schwer absehen. „Ich hoffe, dass es nicht so lange sein wird, wie das letzte Mal“, betont er. Viele der festangestellten Mitarbeiter im Top10 könne er halten, da sie im angrenzenden Testzentrum eingesetzt werden könnten.

Top10-Betriebleiter Dominik Dilger: „Ich hoffe, dass es nicht so lange sein wird, wie das letzte Mal.“
Top10-Betriebleiter Dominik Dilger: „Ich hoffe, dass es nicht so lange sein wird, wie das letzte Mal.“ | Bild: Matthias Güntert

Anders sehe dies bei den Aushilfen aus. Dilger fürchtet, dass sich viele in der Zeit der Schließung umorientieren würden. Er zeigt aber Verständnis dafür: „Ich würde dies auch so machen.“ Doppelt ärgerlich sei aber, dass er erst im Sommer 80 Prozent des Personals neu habe einstellen müssen. „Mal schauen, wer von den Aushilfen übrig bleibt“, so Dilger. Je länger die Diskos und Clubs geschlossen blieben, desto mehr Aushilfen würden sich eine andere Anstellung suchen.

Zweiter Impftag für die Jungen

Während das Singener Top10 seine Türen wieder auf unbestimmte Zeit schließen muss, sieht es beim angrenzenden Testzentrum auf dem Parkplatz ganz anders aus. Dort sei die Nachfrage in den vergangenen Wochen laut Domini Dilger rasant angestiegen, nachdem sich Ende des Sommers deutlich weniger Menschen hätten Testen lassen. „Die Nachfrage ist derzeit enorm, einen Tag ohne Warteschlange gibt es nicht“, sagt er. An den drei Pfingst-Tagen sei mit 1000 Menschen ein Rekord zu verzeichnen gewesen. „Das haben wir jetzt fast an einem Tag“, schildert der Betriebsleiter.

Deshalb habe man sich dazu entschieden, die Testtage wieder hochzufahren und wieder sechsmal die Woche Tests anzubieten. „Wir sind sogar soweit und prüfen, ob wir schon bald sieben mal die Woche offen haben“, so Dilger. Da man sich in seinem Testzentrum online anmelden müsse, seien auch die Wartezeiten überschaubar. Dilger rechnet mit maximal 20 Minuten pro Person. Dennoch würden sich vor dem Top10 zeitweise auch lange Schlagen bilden.

Wie hier auf dem Bild aus dem Spätsommer 2021 plant das Top10 einen zweiten Impftag. Dafür sei man laut Dominik Dilger aktuell in der Planung.
Wie hier auf dem Bild aus dem Spätsommer 2021 plant das Top10 einen zweiten Impftag. Dafür sei man laut Dominik Dilger aktuell in der Planung. | Bild: Tesche, Sabine

Der Top10-Betriebsleiter blickt trotz der schweren Situation, die die unfreiwillige Schließung mit sich bringt, weiter nach vorne. Jammern helfe aktuell nichts, ist er sich sicher. Im Gespräch mit dem SÜDKURIER verrät er, dass ein weiterer Impftag geplant sei. „Wir sind hier in Verhandlungen, wie wir dies noch einmal anbieten können“, sagt er. Bereits im Spätsommer hatte es auf dem Parkplatz der Großraumdisko einen Impftag gegeben. Damals hatten sich laut Dilger 171 Menschen gegen das Corona-Virus impfen lassen. 156 von ihnen hätten ihre Erstimpfung erhalten. Für Dilger wäre ein erneuter Impftag beim Top10 vor allem mit Blick auf die jungen Menschen wichtig: „Wir kommen an die Jungen ran, die vielleicht nicht zum Impfen in die Stadthalle gehen“, sagt er mit Blick auf die Kontakte in den sozialen Medien.