Die Impfungen gegen das Coronavirus gehen nicht so schnell voran wie gedacht. Das geht auch an Singen nicht vorbei. Das Kreisimpfzentrum in der Stadthalle wird länger bleiben als geplant. Die jüngste Information aus dem Landratsamt lautete, dass die Einrichtung mindestens drei Wochen über den 30. Juni hinaus länger bleibt. Doch es könnte mehr werden, wie Singens Oberbürgermeister Bernd Häusler auf Anfrage mitteilt: „Wir hoffen, dass wir in den kommenden Wochen eine sinnvolle Regelung hinbekommen, damit das KIZ bis Ende September in der Stadthalle verbleiben kann.“

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Eine Verlängerung hatte die Stadt eigentlich ausgeschlossen. Denn in der Stadthalle müssen wegen einer EU-Regelung die Leuchtmittel getauscht werden. Dabei herrscht Zeitdruck, denn es gibt termingebundene Fördermittel. Doch Corona scheint hier manches möglich zu machen: „Wir sind dabei Lösungen zu suchen, wie wir den Austausch der Leuchtmittel zeitlich schieben können, ohne das die Zuschussmittel verfallen“, schreibt Häusler. Auch für die Wahl des Oberbürgermeisters im Juli steht die Stadthalle nicht zur Verfügung. Doch die Bekanntgabe des Wahlergebnisses gebe es traditionell im Ratssaal, der Rathausplatz wäre auch eine Alternative, so Häusler.

Initiative von Bürgermeistern aus der Grenzregion

Unabhängig davon könnte möglicherweise mehr Impfstoff in die Grenzregion fließen – zumindest wenn eine Gruppe von 16 Rathauschefs aus dem südwestlichen Baden-Württemberg beim Stuttgarter Sozialminister Manfred Lucha Gehör findet. Häusler hat sich der Initiative angeschlossen. Ausgegangen sei die Initiative von Emmendingens Oberbürgermeister Stefan Schlatterer, sagt Häusler. Die Verbindung sei über den Städtetag zustande gekommen. Angeschlossen hat sich auch der Konstanzer OB Uli Burchardt.

„Wir hoffen, dass wir in den kommenden Wochen eine sinnvolle Regelung hinbekommen.“ Bernd Häusler, Oberbürgermeister
„Wir hoffen, dass wir in den kommenden Wochen eine sinnvolle Regelung hinbekommen.“ Bernd Häusler, Oberbürgermeister | Bild: Tesche, Sabine

Die Idee: Ähnlich wie im Saarland und in Bayern, wo es um die Nähe zu Frankreich und Tschechien geht, solle man auch in Baden-Württemberg mehr Impfstoff in die Grenzregion bringen. Häusler verweist auf die Inzidenzwerte bei den Schweizer Nachbarn, die höher seien als hierzulande. Der Kanton Thurgau weist in seinem Lagebericht vom 6. April beispielsweise eine Sieben-Tage-Inzidenz von knapp 115 aus. Aufgrund der Grenzpendler gebe es ein Ansteckungsrisiko, sagt Häusler. Da wäre es eine gute Sache, wenn es mehr Impfdosen gäbe. Die Erfolgschancen der Initiative kenne er indes nicht.