Der Caritasverband Singen-Hegau hat ein neues Projekt zur Stärkung der digitalen Kompetenzen von Kindern und deren Eltern auf den Weg gebracht. Die Leiterin des mit Landesmitteln geförderten Vorhabens, Christina Schwager und Margot Leder, erläutern gegenüber dem SÜDKURIER, worum es genau geht.

„Wir gehören dazu – Strategien zur Verbesserung der Chancen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“: Um dieses Thema geht es im Rahmen der Strategie „Starke Kinder – chancenreich“ mit dem Ziel, die Chancen von Kindern zu verbessern, die in Baden-Württemberg von Armut gefährdet sind. Seit Beginn der Corona-Pandemie haben viele dieser Familien Schwierigkeiten, weil sie auf die digitalen Anforderungen nicht eingestellt waren und sind.

Christina Schwager: „Wir möchten die Kinder in die digitale Welt einführen und ihnen mit auf den Weg geben, welche tollen Dinge man machen kann. Sie sollen lernen, kreativ damit umzugehen.“
Christina Schwager: „Wir möchten die Kinder in die digitale Welt einführen und ihnen mit auf den Weg geben, welche tollen Dinge man machen kann. Sie sollen lernen, kreativ damit umzugehen.“

So sind bei weitem nicht alle Familien mit guten WLAN-Verbindungen ausgestattet und es fehlt auch oft an ausreichend Geräten, um beispielsweise den Unterricht zu Hause auch nur annähernd gut zu bewältigen. Genau da setzt das Projekt „Doppelklick im Klaro“ an. Der Caritasverband hatte in den angemieteten Räumen in der Kreuzensteinstraße 22 bereits „Klaro“ angeboten. Dieses Programm mit Bildungsangeboten für Menschen mit und ohne Behinderung ist aber Ende 2020 ausgelaufen. In den Räumen sollen nun – wenn dies wieder möglich ist – niederschwellige Angebote stattfinden.

Ein guter Standort

„Der Standort in der Kreuzensteinstraße ist ideal, weil hier viele betroffene Familien in der Nähe wohnen“, sagt Christina Schwager. Doppelklick ist ein niederschwelliges, außerschulisches Angebot in der Innenstadt. Die Kooperationspartner sind unter anderem die Waldeck-Schule und die katholischen Kindertageseinrichtungen St. Peter und Paul sowie Herz-Jesu. „Wir möchten die Kinder in die digitale Welt einführen und ihnen mit auf den Weg geben, welche tollen Dinge man machen kann. Sie sollen lernen, kreativ damit umzugehen“, sagt Schwager. Parallel dazu sollen die Eltern in ihrer Medienkompetenz gestärkt werden. „Es ist besonders wichtig, dass auch die Mütter den Umgang mit der digitalen Welt verstehen“, ergänzt Margot Leder.

Beratungen auch digital

Das Projekt will mit Flugblättern mit Tipps für Eltern und Kinder aktive Unterstützung bieten. So finden Kinder und ihre Eltern auch besonders empfehlenswerte Internet-Seiten für Kinder. Die QR-Codes sind auch am Schaufenster an der Kreuzensteinstraße einzusehen. Durch Abscannen sind für alle Interessierten die entsprechenden Informationen abrufbar. Zum Angebot zählen zudem digitale Beratungen. Mittwochs von 10 bis 11 Uhr gibt es über einen Link auch eine Jitsi-Sprechstunde (https://jitsi.hegau.cloud/cv-doppelklick).

Neben der Schulung der Digitalkompetenz ist es ein weiteres Ziel, dass die Teilnehmer Gefahren im Internet richtig einschätzen und einfache Probleme selber lösen können. Projektleiterin Christina Schwager und Stefanie Kulig, die auch als Familienberaterin im Kinderhaus St. Nikolaus arbeitet, werden medienpädagogisch von Markus Mauch unterstützt. Er ist als Lehrkraft an der Ten-Brink-Schule in Rielasingen-Worblingen, als Schulnetzberater am Kreismedienzentrum Konstanz sowie als Videoautor für Erklär- und Übungsfilme tätig. Für die technische Unterstützung steht Stefan Tröndle vom Systemhaus Tröndle beiseite und Milad Botros hat als Quartierguide die Übersetzung der Angebote ins Arabische verfasst.

Nach Corona sind Angebote vor Ort geplant

Angedacht sind individuelle Gespräche oder das gemeinsame Lernen in kleiner Runde. Um das Projekt weiter vorantreiben zu können, sucht der Caritasverband nach nicht mehr benötigten Tablet-Computern.