Es wird noch gestrichen, gehämmert, geordnet: Das Cano gleicht wenige Stunden vor seiner Eröffnung noch einem großen Ameisenhaufen. Dabei soll es wenige Stunden später endlich so weit sein: Das Großprojekt öffnet am Donnerstag, 10. Dezember, um 8 Uhr seine Pforten. Allerdings dürfen auf die 16.000 Quadratmeter nur knapp 1000 Besucher gleichzeitig ins Cano, denn wegen der Corona-Pandemie kann die langersehnte Eröffnung nur eingeschränkt stattfinden.

Einen Tag vor Eröffnung wird noch gearbeitet.
Einen Tag vor Eröffnung wird noch gearbeitet. | Bild: Arndt, Isabelle

Ein Zählsystem an allen Eingängen ist installiert, Desinfektionsständer stehen parat, Aufkleber als Erinnerung an Maskenpflicht und Abstandsregeln sollen in der Nacht noch angebracht werden. Die Stadt hat außerdem in Absprache mit dem Landratsamt eine Allgemeinverfügung erwirkt, sodass rund ums Cano Maskenpflicht herrscht – das soll Diskussionen in einem möglichen Gedränge vorbeugen.

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Ist das Center ein Fremdkörper? Nicht für den Oberbürgermeister

Viele Diskussionen habe es auch ums Cano gegeben – in der Bürgerschaft, aber auch mit ECE über die konkrete Umsetzung, wie Oberbürgermeister Bernd Häusler erklärt. Umso erfreuter gibt er sich mit dem ECE-Gesamtprojektverantwortlichen Marcus Janko und der Center-Leiterin Carolin Faustmann anlässlich eines Pressetermins zur Eröffnung: Das Cano sei ein Leuchtturm, um Singen langfristig als Einkaufsstadt zu etablieren. Dafür spreche auch, dass 55 der im Cano präsenten Konzepte neu für Singen und die Region seien: Kult, Decathlon oder auch Hans im Glück gibt es hier bisher nicht.

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Ein Singen ohne das neue Einkaufszentrum Cano ist für Oberbürgermeister Bernd Häusler keine schöne Vorstellung: Ein Szenario mit dem alten Holzerbau, der für das Cano abgerissen wurde, und ohne das Kaufhaus Karstadt, das zwischenzeitlich geschlossen werden sollte, „wäre für unsere Handelsstadt der Untergang gewesen“, sagt er. Stattdessen habe die Stadt nun ein tolles, neues Center, das sich gut in die Stadt integriere.

Das soll sich auch am Eröffnungstag zeigen: Wenn das Cano seine Eingänge wegen zu vieler Besucher zwischenzeitig schließen muss, würden sich andere Händler über einen Besuch freuen, unterstreichen der Oberbürgermeister sowie die Center-Leiterin Carolin Faustmann.

Die Cano-Macher (Architekt Valentin Hadelich, Gesamtprojektverantwortlicher Marcus Janko und Center-Leiterin Carolin Faustmann) vor dem neuen Edeka Münchow im Untergeschoss. Im Hintergrund die Betreiberfamilie Schulze.
Die Cano-Macher (Architekt Valentin Hadelich, Gesamtprojektverantwortlicher Marcus Janko und Center-Leiterin Carolin Faustmann) vor dem neuen Edeka Münchow im Untergeschoss. Im Hintergrund die Betreiberfamilie Schulze. | Bild: Arndt, Isabelle

25 Händler fehlen zum Start – teils weil Gastro nicht öffnen darf, teils wegen Verzögerungen

Die Pandemie hat nicht nur zur späteren Eröffnung des Centers geführt, ursprünglich war der 19. November geplant. Auch der Start einzelner Händler verzögert sich: Von 85 Händlern werden 60 zur Eröffnung präsent sein, einige erst in den nächsten Wochen. In der Endphase war es für Nils Hoffmann eines der schwierigsten Projekte seiner 18-jährigen Karriere, denn er ist für die Vermietung zuständig: Eine handvoll der ursprünglichen Mieter sei abgesprungen, sodass die Flächen neu vermietet werden mussten – zwei Leerstände bleiben.

Der sogenannte Foodcourt im Obergeschoss. Doch vorerst ist wegen der Corona-Verordnung nur die Mitnahme von Speisen erlaubt.
Der sogenannte Foodcourt im Obergeschoss. Doch vorerst ist wegen der Corona-Verordnung nur die Mitnahme von Speisen erlaubt. | Bild: Arndt, Isabelle

Außerdem muss das Center ohne Gastronomie starten, denn die darf wegen der aktuellen Corona-Verordnung noch nicht öffnen. Vier Geschäfte bieten aber laut der Center-Leiterin einen Mitnahme-Service: Pano, Burro Burro, Nordsee und Sushi.

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165 Millionen Euro waren geplant, doch die Kosten steigen

Klar ist auch: „Ja, es wird teurer“, wie Marcus Janko bestätigt. Ursprünglich waren 165 Millionen Euro kalkuliert, eine endgültige Summe könne er noch nicht nennen. Einige Maßnahmen wie das Corona-Testzentrum seien wichtig und richtig, aber nicht absehbar gewesen.

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Marcus Janko ist seit elf Jahren mit dem Cano beschäftigt, für ihn sei das ein prägendes Projekt – und ein Stück weit auch eine städtebauliche Reparatur. „Es ist eines der schönsten Center, das ich kenne – und ich arbeite europaweit“, sagt er.

Carolin Faustmann übernimmt symbolisch den Schlüssel fürs neue Einkaufszentrum Cano in Singen von Marcus Janko, dem Gesamt-Projektverantwortlichen des Bauherren ECE.
Carolin Faustmann übernimmt symbolisch den Schlüssel fürs neue Einkaufszentrum Cano in Singen von Marcus Janko, dem Gesamt-Projektverantwortlichen des Bauherren ECE. | Bild: Arndt, Isabelle

Bei einem Rundgang erklärt entsprechend Architekt Valentin Hadelich, wie der Kontrast aus Singens Natur und Industrie aufgegriffen wurde: Die dunklen Farben des dreigeschossigen Neubaus sollen an Lavagestein der Hegau-Vulkane erinnern, kombiniert mit weichen Formen und warmen Farben. Die Sitzmöbel sind Pandemie-bedingt reduziert, aber nicht abgesperrt.

Auch nach der Eröffnung geht die Baustelle weiter

Das Licht ist an, die Musik läuft und auch die Bandansagen für den Notfall funktionieren. Doch die Cano-Baustelle wird auch nach der Eröffnung noch nicht Geschichte sein, denn beispielsweise die Fassade ist noch nicht fertig. Spätestens der erste Geburtstag soll dann groß gefeiert werden – in der Hoffnung, dass es dann Pandemie-bedingt möglich sein wird.

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