In der voll bestuhlten Aula des Singener Hegau Gymnasium versammeln sich 70 Schülerinnen und Schüler. Ihre Eltern sind beim festlichen Anlass mit dabei. Gemeinsam treffen sie auf die Schulleiterin Kerstin Schuldt und die Lehrerschaft.

Auf den Plätzen liegen Luftballons, die beim Aufpusten mit guten Wünschen gefüllt werden. Allesamt schmeißen sie die bunten Ballons in die Höhe. Denn beim Loslassen soll der Weg in eine erfolgreiche und glückliche Zukunft für die Schüler geebnet werden.

Alle schaffen die Prüfungen

Diese Szenerie erlebten die diesjährigen Abiturienten gleich zweimal. Im Jahr 2014, als sie zum ersten Mal die Räume des Hegau Gymnasiums mit dem Wunsch einer positiven Schullaufbahn betreten haben. Und nun am vergangenen Freitagabend, als die frisch gebackenen Absolventen samt bestandenem Zeugnis in der Hand, die Schule ein letztes Mal besuchten. Beim Abiball feierten die Schüler das Erreichen des gemeinsamen Ziels, auf das zwölf Schuljahre lang hingearbeitet wurde: das Abitur.

Ein gelungener Abschluss: David Felix (von Links), Luana Santinoh, Linda Dey, Efe-Liz Kings, Maria Boussaid, Dominik Nocon und Elanur ...
Ein gelungener Abschluss: David Felix (von Links), Luana Santinoh, Linda Dey, Efe-Liz Kings, Maria Boussaid, Dominik Nocon und Elanur Köse haben Grund zu feiern. | Bild: Anina Kemmerling

Kerstin Schuld betritt die Bühne der Aula, vor der sich die herausgeputzten Abiturienten und deren Begleitung platziert haben. Sie wirkt besonders stolz, denn sie hat außergewöhnlich gute Leistungen zu verkünden: Von den 70 Schülern der Abschlussklassen hat jeder einzelne die Abiturprüfung bestanden.

Das könnte Sie auch interessieren

30 davon haben einen Notendurchschnitt mit einer Eins vor dem Komma. 20 davon haben einen Durchschnitt von 1,5 oder besser. Acht Schüler haben das deutsch-französische AbiBac bestanden und sechs Abiturienten haben die Traumnote 1,0 erreicht. Der Notendurchschnitt der gesamten Stufe beträgt 2,1.

Stabilität war keine Selbstverständlichkeit

Genauso bunt wie die Luftballons sind die Abendkleider der herausgeputzten Abiturientinnen des Hegau-Gymnasiums.
Genauso bunt wie die Luftballons sind die Abendkleider der herausgeputzten Abiturientinnen des Hegau-Gymnasiums. | Bild: Anina Kemmerling

Umso beeindruckender wirken diese Ergebnisse in Anbetracht dessen, dass die Schüler die gesamten letzten zwei Jahre der Qualifikationsphase unter strengen Coronabedingungen verbracht haben. „Stärke und Stabilität sind in dieser Zeit keine Selbstverständlichkeit gewesen. Masken, Abstandsregelungen und Homeschooling haben den Schulalltag bestimmt. Auch außerschulische Aktivitäten blieben aus“, sagt Schulleiterin Schuldt und bedankt sich für die Rücksichtnahme und Flexibilität bei Schülern und Lehrern.

Ein erstes Zusammentreffen auf dem Schulhof des Hegau Gymnasiums. Freudig blicken die Abiturienten dem Abschluss ihrer Schulzeit entgegen.
Ein erstes Zusammentreffen auf dem Schulhof des Hegau Gymnasiums. Freudig blicken die Abiturienten dem Abschluss ihrer Schulzeit entgegen. | Bild: Anina Kemmerling
Das könnte Sie auch interessieren

Das diesjährige Abitur-Motto, das die Schüler jedes Jahr selbst bestimmen dürfen, spiegelt das Auf und Ab der von der Pandemie bestimmten vergangenen Jahre wider: „TherABIe bestanden – Wir wechseln die Anstalt.“ Und wie Schulleiterin Schuldt erklärt, scheint dieses Motto besonders zutreffend zu sein.

Lehranstalt im Pandemiemodus

Denn eine Schule gilt tatsächlich als eine öffentliche Anstalt, deren Bildungsauftrag in der Vermittlung von Wissen und Können durch Lehrer an Schüler erfüllt werden soll. „Eine Heilanstalt für Bildungsschwache, in der Wochenenden eine ersehnte Pause vom Anstalts-Alltag darstellen und Ferien nur zur Hauptsaison möglich sind. In der durch intensive Therapiestunden eine individuelle Förderung möglich ist, die Bildungsdefizite verschwinden lässt“, beschreibt die Schulleiterin in ihrer Rede.

Ein erstes Zusammentreffen auf dem Schulhof des Hegau Gymnasiums. Freudig blicken die Abiturienten dem Abschluss ihrer Schulzeit entgegen.
Ein erstes Zusammentreffen auf dem Schulhof des Hegau Gymnasiums. Freudig blicken die Abiturienten dem Abschluss ihrer Schulzeit entgegen. | Bild: Anina Kemmerling

Dass die Therapie erfolgreich abgeschlossen wurde, zeigen die hervorragenden Leistungen. Sei es durch Musik-, Kunst- oder Sport-Therapie. Sichtbar erleichtert verlassen die Abiturienten die Bildungsanstalt und machen so einen ersten Schritt in eine vielperspektivische Zukunft. Auch in diesem Lebensabschnitt sollen sie die Wünsche der aufsteigenden Luftballons begleiten.