Monika Fander wird nach 29 Jahren als Leiterin des Bildungszentrums Singen in den Ruhestand verabschiedet. Dass sie einen gut bestellten Acker hinterlässt, bescheinigen ihr alle Wegbegleiter, die ihre Arbeit zum Abschied würdigten. Zugleich blickten die Gäste beim Festakt auf 50 Jahre Bildungszentrum in Singen zurück.

Man kann schon sagen, es geht eine Ära zu Ende, wenn Monika Fander ab dem 1. August im Ruhestand ist. 29 Jahre hat sie das Bildungszentrum Singen geleitet und dabei Spuren hinterlassen. Ihre Nachfolgerin Christine Derschka konnte Monika Fander seit Mai noch einarbeiten.

Zeit des intensiven Lernens auch für die Leiterin

Monika Fander, promovierte Theologin, war am 1. August 1993 als Leiterin ans Bildungszentrum gekommen. „Unter ihrer Zielstrebigkeit und Kompetenz wurde schnell deutlich, dass es eine neue Ausrichtung geben würde“, sagte Bruno Vogler-Wangler, Direktor des Bildungswerks in Freiburg. „Theologie und spirituelle Bildung waren ihr eine Herzensangelegenheit.“ Vogler-Wangler erinnerte aber auch an Veranstaltungen wie „Talk im Rathaus“, die Fander souverän moderiert hatte. „Das Netzwerk, das sie aufgebaut hat, ist beeindruckend.“

Blumen überreichte Bruno Vogler-Wangler an Monika Fander, die nach 29 Jahren als Leiterin des Bildungszentrum Singen in die Ruhestand ...
Blumen überreichte Bruno Vogler-Wangler an Monika Fander, die nach 29 Jahren als Leiterin des Bildungszentrum Singen in die Ruhestand verabschiedet wurde. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

„Ich habe diese 29 Jahre als sehr intensive Zeit erlebt und es war eine Zeit des intensiven Lernens auch für mich“, sagte Monika Fander. „Halten Sie dem Haus die Treue“, wünschte sie sich zum Abschied.

Mit Monika Fander ist die Kunst eingezogen

Der Leiter der Diözesanstelle Bodensee-Hohenzollern, Karl Seiler, zitierte einen Satz aus einem SÜDKURIER-Artikel aus dem Jahr 1973, wo geschrieben stand, dass die Regionalstelle und die Erwachsenenbildung seit einem Jahr erfolgreich zusammen arbeiten. Die Diözesanstelle ist ebenfalls in der Zelglestraße untergebracht. „Als Monika Fander 1993 als Laientheologin kam, hatte das Haus eher die Farbe Beige. Heute ist alles in Blau-Weiß gehalten und die Kunst zog ein“, so Seiler.

So sind die 13 Zentren strukturiert

Nun hat Monika Fander im Ruhestand noch mehr Zeit fürs Pilgern. Einen neuen Pilgerstock gab es zum Abschied von der Diözesanstelle ...
Nun hat Monika Fander im Ruhestand noch mehr Zeit fürs Pilgern. Einen neuen Pilgerstock gab es zum Abschied von der Diözesanstelle Bodensee-Hohenzollern. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Monika Fander habe aber nicht nur eine Leidenschaft für die Kunst, sondern auch für die Bibel. Und für das Pilgern. So sehr, dass sie sich selbst als Pilgerführerin ausbilden ließ. Einen neuen Pilgerstab überreichte ihr Karl Seiler zum Abschied.

Ruhestand ist ein Aufbruch ins Ungewisse

Manfred Oberle dankte als Vertreter der Kreis-Arbeitsgemeinschaft der Bildungswerke im Bereich Bodensee. „Monika Fander war immer bei uns, kompetent in allen Fragen, die uns Ehrenamtliche beschäftigen“, sagte Oberle.

Für die Mitarbeitervertretung dankte Simone Ihrig vom Bildungszentrum Mosbach Monika Fander für ihr Engagement. Im Sinne der entwickelten Leidenschaft für das Pilgern werde der Ruhestand nun für Monika Fander sicher auch eine Art Aufbruch ins Ungewisse, so Ihrig. Mit kleinen Anekdoten und einem Kurzfilm wurde Monika Fander von ihrem Team verabschiedet.

Sie ist die Neue im Bildungszentrum:

Vorgestellt wurde auch Fanders Nachfolgerin Christine Derschka. Die 51-jährige Sozialpädagogin mit Master in Organisationsentwicklung lebt in Wahlwies und hat zuletzt im Bereich „Regionalentwicklung im ländlichen Raum“ gearbeitet. „Ich übernehme einen gut bestellten Acker“, ist sie überzeugt.

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Sie übernimmt 50 Jahre Geschichte des Bildungszentrums in Singen. Eingebettet in die Verabschiedungsfeier für Monika Fander war so auch ein Rückblick auf 50 Jahre Bildungszentrum in Singen möglich: „Dieser Ort ist seit einem halben Jahrhundert ein Ort der Begegnung, des Gesprächs, der Auseinandersetzung, der Stärkung und Orientierung“, fasste Bruno Vogler-Wangler zusammen.

Die Kursleiterinnen Karin Beume und Tamara Büttner sowie die Teilnehmer Regina Schmidt und Markus Bertsch blickten im Gespräch mit Judith Manok-Grundler und Ulrich Neubert auf ihre persönlichen Erfahrungen zurück.

Mit der Zeit haben sich die Themen gewandelt

Bereits im Jahr 2005 hat Karin Beume den ersten Kurs unter dem Titel „Wie umarme ich einen Kaktus? Elternsein in der Pubertät“ angeboten und dieser Kurs sollte sich zu einem Selbstläufer entwickeln. Am 13. Oktober von 19 bis 22 Uhr findet übrigens ein Online-Kurs für Eltern von zehn- bis zwölfjährigen Jugendlichen statt. „Regeln und Grenzen setzen waren ein wichtiges Thema, aber auch, wie lang das Kind am PC Zeit verbringen darf“, sagte Karin Beume.

„Auch heute sind die Zeit am Computer, aber auch das unaufgeräumte Zimmer immer noch ein Thema in den Kursen“, ergänzte Tamara Büttner. Eltern sollten ihren Kinder mehr zutrauen und sie dürfen auch mal Fehler machen, raten die beiden Kursleiterinnen.

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Ein Schwerpunkt des Angebots im Bildungszentrum war auch die Ausbildung von Tagesmüttern, die von 2000 bis 2016 gemacht wurde.

Auch Theologie-Kurse kommen gut an

„Theologie ist hier eine echte Marke“, sagte Ulrich Neubert, Leiter des Bildungszentrums Mosbach. „Das Portfolio ist groß und die Referenten kommen von weit her.“ Regina Schmidt hatte vor zehn Jahren am Kurs „Wege in der Bibel“ teilgenommen. „Mich hat besonders die hebräische Zahlenmystik interessiert“, so Schmidt. Markus Bertsch hat vor fünf Jahren einen theologischen Kurs gemacht: „Das hat mich unheimlich gestärkt!“

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Torsten Kalb, der Leiter des Fachbereichs Jugend, Soziales und Ordnung überbrachte die Grußworte von der Stadt. „Wir waren immer froh, dass dieses Gebäude auch schon mal für uns für Fortbildungen zur Verfügung stand.“ Die Stadt habe ja vielfältige Aufgaben im Bereich der Bildung und ohne Bildungsträger wie das Bildungszentrum oder die Kirchen könnte die Stadt diese Arbeit nicht leisten.