Die Integration von Zugewanderten in Singen ist in den vergangenen zwei Jahren maßgeblich mit dem Verein InSi (Integration in Singen) verknüpft. Bei der Hauptversammlung standen nun auch Neuwahlen an.

Der bisherige Vorsitzende Manfred Hensler zog sich ins zweite Glied zurück. Als neuer Vorsitzender wurde Bernhard Grunewald gewählt, seine beiden Stellvertreterinnen sind Milena Abrasheva und Bea Gabele.

Mitgliederzahl von 41 auf 167 gesteigert

„Wahrnehmen, interessieren und respektieren“ – das sind die drei Pfeiler, mit denen der Verein InSi zum Wohle der Zugewanderten agiert. Der Verein, der seit seiner Gründung vor gut zwei Jahren die Zahl der Mitglieder von 41 auf aktuell 167 steigern konnte, sieht sich als Sprachrohr für Geflüchtete.

„Wir äußern uns auch politisch“, sagte der bisherige Vorsitzende Manfred Hensler und nannte als Beispiel die Tatsache, dass Migrantenkinder in Singener Schulen teilweise keinen Platz bekommen. Oder man zeigt Flagge gegen die Abschiebung von gut integrierten Flüchtlingen.

Wichtig sei auch die Tatsache, dass vier Vertreter von InSi im Sprecherrat des Landkreises sid, einer Interessenvertretung für den Bereich Integration.

Deutsch lernen als Voraussetzung für Integration

Dass ohne deutsche Sprachkenntnisse die Integration schwierig bis unmöglich ist, das wissen die Ehrenamtlichen im Verein. Dietmar Vogler, der sich vom Amt als zweiter Vorsitzender zurückzog und nun Beisitzer ist, berichtete von den verschiedenen Projekten, bei denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene beim Erwerb der deutschen Sprache unterstützt werden.

Etwa 15 bis 20 Ehrenamtliche unterrichten Schüler in der Hebelschule rund 40 bis 50 Stunden pro Woche. In der Geschäftsstelle von InSi im alten Zollhaus laufen auch Sprachkurse für Erwachsene. Ein weiteres Projekt läuft für Migrantenschüler in der Robert-Gerwig-Schule.

Ehrenamtliche machen den Unterricht

Der Unterricht ist für die Teilnehmer kostenlos. Die Ehrenamtlichen bekommen eine Aufwandsentschädigung von 10 Euro pro Doppelstunde (90 Minuten). „Ohne Spenden durch Stiftungen wäre dies nicht möglich“, so Vogler. Bisher waren hier die Sparkassenstiftung, die Bürgerstiftung, die Rotarier Singen und die Alfons- und Maryana-Böhringer-Stiftung aktiv dabei.

Miglena Abrasheva, neue zweite Vorsitzende, berichtete kurz über den Zuschlag für das Programm „Migrantenorganisationen stärken und vernetzen“ im Rahmen des Impulsprogrammes „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“. Das Ministerium für Soziales und Integration hat hierfür insgesamt zehn Integrationsvereine oder Städte ausgewählt.

Neustart für das Wir-Café

Auch das „Wir-Café“ wird im Herbst wohl wieder anlaufen. Bis zum Shutdown hatte es bereits mehrere Besuche bei ausländischen Vereinen gegeben. Fest steht nach aktueller Lage auch der Termin für die „Interkulturelle Woche“: Sie soll vom 26. September bis 4. Oktober stattfinden.

Am 7. November gibt es einen wichtigen internen Termin: Dann will der Verein im Veranstaltungsraum des Hospizzentrums Horizont in einer Art Klausur über die Zukunft sowie die Aufteilung der Aufgaben für die Vorstandsmitglieder sprechen.

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Die Zusammenarbeit mit der Stadt Singen gilt als sehr gut funktionierend. InSi unterstützt die Stadt auch in der Quartiersarbeit, wie Bürgermeisterin Ute Seifried bestätigte. In der Geschäftsstelle von InSi gibt es mit Juliet Brook Blaut ab 1. Juli ein neues Gesicht. Sie übernimmt die 450-Euro-Basis-Stelle von Hanif Frotan und wird unter anderem Pressearbeit und Projektmanagement übernehmen.

Schriftführer Martin Zimmermann berichtete von einem „Laptop-Projekt“, das von einer Ehrenamtlichen initiiert wurde. Nun hat der Verein bereits zehn funktionierende Laptops geschenkt bekommen, die Flüchtlingskindern per Leihvertrag zur Verfügung gestellt werden sollen.

Manfred Hensler informierte über ein neues Projekt der Beschäftigungsgesellschaft des Landkreises, die einen interkulturellen Chor gründen will. Der Verein InSi begrüßt dieses Projekt, da ein Chor „viele Facetten zur Integration bietet“, so Hensler.

Manfred Hensler erläuterte schließlich, warum er nicht mehr als Vorsitzender zur Verfügung steht. „Ich möchte mich mehr im internationalen Forum in Konstanz einbringen“, so Hensler, der sich nach seiner Zeit als Schulleiter der Robert-Gerwig-Schule im Ruhestand auch weiterhin als Honorarkraft bei der Beschäftigungsgesellschaft und als Leiter des Abendgymnasiums engagiert.

Bernhard Grunewald, bisher stellvertretender Vorsitzender, übernimmt nun nach einstimmiger Wahl das Ruder. Auch die Wahlen für alle weiteren Vorstandsposten fielen einstimmig aus.

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