Die Baugenossenschaft Hegau kann ihren Genossinnen und Genossen eine Dividende von vier Prozent ausschütten. Der Bilanzgewinn für das Jahr 2019 beläuft sich auf gut 1,5 Millionen Euro. Die Bilanzsumme lag mit 102.159.000 Euro erstmals über der 100 Millionen Euro Marke. Die derzeitigen Bauprojekte laufen trotz Corona hervorragend, wie Geschäftsführer Axel Nieburg erläutert.

Mitgliederzahl wächst ständig

Immer mehr Menschen schätzen das Angebot der Baugenossenschaft, die auch mit dem Slogan „Wir können auch lebenslänglich“ wirbt. Denn Genossenschaftsmitglieder können bis an ihr Lebensende in einer Wohnung der „Hegau„ bleiben. Die Mitgliederzahl hat sich von 4573 Anfang 2019 auf 4738 zum Jahresende 2019 erhöht. „In der Corona-Zeit haben wir eine ungebrochene Nachfrage nach Mietwohnungen festgestellt“, sagt Axel Nieburg.

Axel Nieburg, der Geschäftsführer der Hegau-Baugenossenschaft
Axel Nieburg, der Geschäftsführer der Hegau-Baugenossenschaft | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Die durchschnittliche Miete liegt bei der Baugenossenschaft Hegau bei 6,26 Euro pro Quadratmeter und Monat, und das trotz eines hohen Modernisierungsgrades und des Hochpreisstandorts Konstanz. 57 neue Mietwohnungen wurden 2019 fertiggestellt. Durch die verschiedenen Projekte, die im Bau oder in Vorbereitung sind, wird die „Hegau„ über 280 neue Mietwohnungen haben und 81 Millionen Euro investieren. Der Bestand wird sich in wenigen Jahren auf 2200 Mietwohnungen und Gewerbeeinheiten belaufen.

18,5 Millionen für Nullemissionshaus

Im Jahr 2019 hat die Genossenschaft fast 10 Millionen Euro mit regionalen Handwerkern verbaut. So entstanden im Gebiet „Weinburg“ in Radolfzell 50 neue Mietwohnungen mit Tiefgarage, die im Herbst 2019 bezogen werden konnten. Ein Modernisierungsprojekt wurde im Oktober 2019 in der Königsbergerstraße 2 fertig. Alle Wohnungen haben dort nun Balkone und sind barrierefrei.

Im Zeitplan befindet sich der Bau der Praxedis-Gärten in der Romeiasstraße in Singen. Derzeit wird die Fassade des zweiten Obergeschosses gebaut und parallel wurde mit dem Innenausbau begonnen. Dort entstehen in dem 100 Meter langen Gebäude 73 Wohnungen. Der Bezug soll im Herbst 2021 sein. Die „Hegau„ investiert rund 18,5 Millionen Euro in das Nullemissionshaus im Passivhausstandard.

Holzheizanlagen und Fotovoltaik

Die „Hegau„ betreibt mittlerweile 22 Holzheizanlagen und versorgt gut zwei Drittel ihrer Wohnungen aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz mit Wärme. Auch bei den Energieklassen liegt ein großer Teil, nämlich 63 Prozent der Wohnungen in den Klassen A, B und C mit einem Energiebedarf von maximal 100 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Hier macht sich laut Baugenossenschaft nun auch die Tatsache bezahlt, dass man bei Modernisierungen immer auch an Fassadendämmung gedacht habe und somit die Energiekosten senken konnte. Außerdem produziert die „Hegau„ mit 18 Fotovoltaik-Anlagen eigenen Strom.

„Wir sehen unsere auf Nachhaltigkeit bedachte langfristige Geschäftspolitik der letzten 20 Jahre bestätigt“, so Axel Nieburg mit Blick auf die bundespolitisch gewachsene Bedeutung des Klimaschutzes. Bei Neubauten wird energieeffizient im Passivhausstandard gebaut. Geschäftsführer Nieburg nennt im Pressegespräch weitere Projekte, wie die „Überlinger Höfe“ in der Singener Südstadt. Dort sollen 64 Mietwohnungen in fünf Häusern mit 54 Carports zwischen den dort schon stehenden Gebäuden entstehen.

Neue Wohnungen in der Schauinslandstraße

Ein weiteres Projekt, die Schwarzwaldhöfe, hat die Hegau in der Schauinslandstraße in Singen geplant. Drei bestehende Gebäude sollen dort um ein Stockwerk erhöht werden und davor neue Gebäude als Anbau erstellt werden. Durch die Innenentwicklung entstehen dort voraussichtlich rund 100 neue Mietwohnungen. Ein Bebauungsplan befindet sich derzeit in Vorbereitung und es wird auch einen Architektenwettbewerb geben. An Stelle der drei Ölzentralheizungen ist dort dann eine Holzheizzentrale geplant. In Stockach ist in der Albert-Schweitzer-Straße ein Projekt in Vorbereitung, bei dem 40 bis 50 Mietwohnungen in Passivhausstandard geplant sind.

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Bei der Vertreterversammlung, die unter strengen Corona-Auflagen in der Singener Stadthalle stattfand, wurden die beiden Aufsichtsräte Bertram Greif und Willi Schirmeister von den 98 anwesenden Vertretern einstimmig für weitere drei Jahre wiedergewählt.