Wo sind denn alle Leute hin? Dies fragen sich in diesen Tagen wohl sämtliche Personalverantwortliche bei den Singener Unternehmern. „Azubis zu finden war noch nie so schwierig wie dieses Jahr“, sagt Andreas Möll, Leiter des Personalmanagements bei Eisenguss Fondium. Elf neue Auszubildende würden bei den Gießerei-Werken in Singen dieses Jahr ihre Ausbildung beginnen. Dabei hätte Fondium gerne auch mehr Leute genommen. Damit steht einer der größten Singener Arbeitgeber nicht alleine da: Landauf, landab suchen Unternehmen händeringend nach Personal, die Mitarbeiter werden zum begrenzenden Faktor bei der wirtschaftlichen Entwicklung.

Einige wichtige Stellen bleiben leer

Bei Fondium habe man in diesem Jahr sechs künftige Industriemechaniker, zwei angehende Industriekaufleute, zwei künftige Elektroniker für Betriebstechnik und einen dualen Hochschüler angenommen. Allerdings seien die Lehrgänge für technische Modellbauer, Zerspanungsmechaniker und Gießereimechaniker unbesetzt geblieben. Dies bereite ihm durchaus Sorgen, da Auszubildende extrem wichtig für den Betrieb seien, sagt Andreas Möll.

„Azubis sind unsere Fachkräfte von morgen. Deswegen investieren wir sehr viel in unser Ausbildungsprogramm“, sagt Andreas Möll dazu. Dabei lege Fondium viel Wert darauf, die Auszubildenden langfristig an ihr Unternehmen zu binden. Insgesamt bilde die Firma derzeit 38 junge Menschen aus.

Das Eisenguss-Unternehmen Fondium legt viel Fokus auf ihr Ausbildungsprogramm.
Das Eisenguss-Unternehmen Fondium legt viel Fokus auf ihr Ausbildungsprogramm. | Bild: FONDIUM Singen GmbH

Um für die Ausbildungen bei Fondium zu werben, sei das Unternehmen viel auf Jobmessen und an Berufsorientierungstagen in Schulen unterwegs. Auch durch Werbung in den sozialen Medien wolle man die Jugendlichen erreichen.

Allerdings stellt Andreas Möll fest, dass der Bildungsweg Ausbildung bei jungen Leuten immer mehr an Attraktivität verliere. „Die meisten Abiturienten heutzutage wollen studieren und keine Ausbildung anfangen. Das war früher nicht immer so.“

Fondium hätte dieses Jahr gerne noch mehr Auszubildende genommen.
Fondium hätte dieses Jahr gerne noch mehr Auszubildende genommen. | Bild: Charlie Beierer
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Maggi drosselt Ausbildungen

Jonas Dolle, Werkpersonalleiter vom Maggi-Werk Singen teilt diese Beobachtung. Denn auch Maggi bekomme immer weniger Bewerbungen zugesendet. „Die Anzahl der Bewerbungen bei uns ist rückläufig“, erklärt der Werkpersonalleiter. Dieses Jahr seien bei Maggi Singen neun Auszubildende dazugekommen.

Von den Ausbildungsplätzen in den Bereichen Kauffrau oder Kaufmann für Büromanagement, Elektroniker für Betriebstechnik, Fachkraft für Lebensmitteltechnik, Industriemechaniker, Maschinen- und Anlageführer und Mechatroniker seien insgesamt zwei Stellen noch offen. Auch wenn Maggi dieses Jahr nicht so viele Bewerbungen wie früher erhalten habe, gibt sich Jonas Dolle gelassen. „Ich würde nicht sagen, dass es schwierig war, dieses Jahr neue Auszubildende zu finden“, sagt Jonas Dolle. Allerdings habe Maggi laut Dolle die Anzahl der Ausbildungen in den letzten Jahren gedrosselt.

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Mit den derzeit 31 Auszubildenden im Maggi Werk Singen wolle man zukünftig das Durchschnittsalter im Betrieb senken. „Um am Puls der Zeit zu sein, sind junge Leute in unserem Betrieb sehr wichtig“, betont Werkspersonalleiter Dolle. Laut ihm sei Maggi an Berufsmessen und an Schnuppertagen in Schulen immer präsent, um junge Menschen von den Karrierechancen bei Maggi zu überzeugen.

Um am Puls der Zeit zu bleiben, sind junge Fachkräfte sehr wichtig für Maggi.
Um am Puls der Zeit zu bleiben, sind junge Fachkräfte sehr wichtig für Maggi. | Bild: Charlie Beierer
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