Die Ungeduld wuchs, die Sorge vor weiteren schweren Unfällen war groß. Nun können eine Bürgerinitiative um Heinz Rapp und den Beurener Ortsvorsteher Stephan Einsiedler aufatmen. Der Bau einer Ampelanlage an der Kreuzung am Ortseingang des Singener Stadtteils Beuren an der Aach und eines Radweges haben begonnen. An der Kreuzung Landesstraße 189 Volkertshausen – Friedingen / Kreisstraße 6121 Steißlingen – Beuren hatten sich in der Vergangenheit immer wieder schwere Unfälle ereignet.

Eine Gedenkstätte zeugt davon, dass ein 20-jähriger Schüler vor drei Jahren bei einem Unfall an der gefährlichen Kreuzung ums Leben kam.
Eine Gedenkstätte zeugt davon, dass ein 20-jähriger Schüler vor drei Jahren bei einem Unfall an der gefährlichen Kreuzung ums Leben kam. | Bild: Tesche, Sabine

Vor fast genau drei Jahren kam ein 20-Jähriger auf dem Weg zur Schule zu Tode. Er war mit dem Motorrad auf der Landestraße fahrend gegen ein Auto geprallt. Der Fahrer des Autos hatte sich schwere Verletzungen zugezogen. Im Januar ereignete sich ein weiterer schwerer Unfall, bei dem drei Frauen verletzt wurden, vor einigen Monaten hat es nochmals gekracht. Dabei gab es zwar einen erheblichen Fahrzeugschaden, aber keine gravierenden Verletzungen von Beteiligten.

Sicherer Übergang

„Die Erleichterung unter der Bevölkerung ist groß, dass nun die Ampel-Anlage gebaut wird“, erklärt der Beurener Ortsvorsteher Stephan Einsiedler. „Wichtig ist es vor allem für die Fußgänger und Radfahrer, dass sie nun endlich einen sicheren Übergang über die Landestraße erhalten, um auf das Naherholungsgebiet und in Richtung Steißlingen zu gelangen“, betont er.

Der Bagger schaufelt die Erde für einen Rad- und Gehweg aus dem Boden. Das Bild zeigt die Kreisstraße aus Richtung Steißlingen vor der Landesstraße 189 und Beuren an der Aach.
Der Bagger schaufelt die Erde für einen Rad- und Gehweg aus dem Boden. Das Bild zeigt die Kreisstraße aus Richtung Steißlingen vor der Landesstraße 189 und Beuren an der Aach. | Bild: Tesche, Sabine

Ursprünglich hatte die Initiative den Bau eines Kreisels gefordert, der künftig weitere schwere Unfälle verhindern sollte. Das hatten die Teilnehmer einer Verkehrsschau mit Behörden und Polizei verworfen, auch wegen zu hoher Kosten. „Der Übergang für Fußgänger und Radfahrer wird durch eine Bedarfsampel noch sicherer, als dies bei einem Kreisel der Fall wäre“, ist Einsiedler überzeugt.

Behörden arbeiten zusammen

Als erfreulich wertet der Ortsvorsteher auch die Zusammenarbeit der Stadt Singen, die den Fußgänger- und Radweg erstellt und auch den Tiefbau leistet, dem Landratsamt Konstanz (Ampelbau) und der Thüga, welche die Leitungen legt. „Glücklich war auch der Umstand, dass das ausführende Bauunternehmen gerade Kapazitäten frei hatte, um die Maßnahme zügig umzusetzen“, betont Einsiedler.

Schnelle Bauzeit

„Der neue Rad- und Gehweg soll bis Mitte November fertiggestellt werden“, verrät Ekkehard Sigg„, Leiter des Bauamtes des Stadt Singen. Die Kosten für das städtische Projekt schätzt er auf 270.000 Euro. Darin enthalten ist ein Anteil von etwa 20.000 Euro, den der Landkreis Konstanz für den von der Stadt Singen geleisteten Tiefbau beisteuert.

Ortsvorsteher Stephan Einsiedler (von links) und Heinz Rapp von der Bürgerinitiative besichtigen die Baustelle, rechts im Bild Baggerführer Jakob Boesch.
Ortsvorsteher Stephan Einsiedler (von links) und Heinz Rapp von der Bürgerinitiative besichtigen die Baustelle, rechts im Bild Baggerführer Jakob Boesch. | Bild: Tesche, Sabine

Groß war die Ungeduld bei der Initiative Kreiselbau Beuren, die immer wieder über die Öffentlichkeit ihrer Forderung Nachdruck verlieh, die gefährliche Kreuzung zu entschärfen. Dazu hatte sie auch mehr als 2500 Unterschriften gesammelt, darunter auch die des Singener Oberbürgermeisters Bernd Häusler und von Nachbargemeindechefs, wie Steißlingen, Volkertshausen und Aach.

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„Nun sind wir froh, dass der Ampel-Bau zur Umsetzung kommt. Das werten wir auch als Verdienst des SÜDKURIER, der uns durch regelmäßige Artikel sehr aktiv begleitet hat, um den Verkehr an der Kreuzung nach den schweren Unfällen sicherer zu machen und weitere zu verhindern“, erklärt Heinz Rapp, Sprecher der Bürgerinitiative. „Wichtig war es für uns, dass eine Maßnahme erfolgt, die relativ schnell umsetzbar ist. Wir haben erkannt, dass eine Ampel-Lösung von den Behörden favorisiert wurde“, sagt Heinz Rapp.

So funktioniert die Anlage

Für die aus Fahrtrichtung Volkertshausen und Friedingen kommenden Fahrzeuge gibt es eine Dauer-Grün-Schaltung. Für die von Beuren und aus Richtung Steißlingen kommenden Fahrzeuge werden die Ampeln auf Rot gestellt. Wenn von dort aus Fahrzeuge an die Kreuzung gelangen, schalten die Ampeln auf der Landesstraße von Grün auf Rot und umgekehrt auf der Kreisstraße um. Die Fußgänger können an der Bedarfsampel drücken, um die Rotphasen des Verkehrs zu beeinflussen und sich selbst grünes Licht zu geben. Dies soll bei allen Verkehrsvorgängen an der Kreuzung für mehr Sicherheit sorgen.

Fertigstellung bis Ende 2020

Im Zuge des Bau eines Rad- und Gehwegs werden unter anderem die Mastfundamente, die erforderlichen Leerrohre sowie die Stromversorgung ab Beuren für die Ampelanlage am Knoten L 189 / K 6121 / Kirchstraße hergestellt. Erst im Anschluss an die Tiefbauarbeiten kann der Bau der Ampelanlage durchgeführt werden“, erklärt Marlene Pellhammer, Pressesprecherin des Landratsamtes Konstanz. Das Landratsamt habe die Anlage ausgeschrieben und die Herstellung beauftragt. „Die Umsetzung soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein“, so Marlene Pellhammer.

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