Wie sieht das Gelände der Landesgartenschau im Jahr 2020 aus – genau 20 Jahre nach dem Großereignis in der Hohentwielstadt?

Bei einem Rundgang, zu dem die SPD-Fraktion eingeladen hatte, führte Michael Schneider, der Leiter der Abteilung Grün und Gewässer, die Teilnehmer an markante Punkte. Eins ist jedenfalls sicher: was immer bleiben wird, ist die Aach. Für manche Gärten, wie den Bauern- oder Senkgarten, werden Paten gesucht, die sich darum kümmern.

Stadt und Förderverein pflegen Gelände

Nicht ganz unumstritten war die Durchführung der Landesgartenschau im Jahr 2000. Nun, 20 Jahre später, wird das Gelände teilweise von der Stadt und auch vom Stadtpark-Förderverein gepflegt. „Ich war damals, gerade fast am Ende meines Studiums, auch mal auf der Singener Landesgartenschau“, erinnert sich Michael Schneider.

Er hatte Pläne aus dem Archiv mitgebracht. „Aus der Stadt – Über den Fluss – Auf den Berg“ – so lautete das Motto damals. Die große Parkfläche neben dem Rathaus verschwand für die Landesgartenschau. Es entstand der neue Stadtgarten, der nun in den alten Stadtpark, der 1908 entstand, übergeht.

Noch ähnlich wie im Jahr 2000 bieten die Schmuckstaudenbeete zwischen Schmiedstraße und Gems einen bunten Anblick, der durch die Stadtgartengalerie der Singener Maler noch weiter verschönert wurde. „Wir mussten leider vor einiger Zeit zwei große Pappeln fällen, da diese von Fäulnis betroffen waren“, so Michael Schneider. Dafür seien drei neue Bäume gepflanzt worden: zwei Flatterulmen und eine Rotbuche.

Sitzstufen zwischen Musikinsel und Brücke

Michael Schneider berichtete im Rahmen der Führung, dass man die Aach noch erlebbarer gestalten möchte. Für erste Planungen seien bereits Gelder im Haushalt. Man wolle zwischen Musikinsel und der Brücke, die in die Schmiedstraße führt, möglicherweise an einigen Stellen Sitzstufen setzen, um den Aufenthalt am Fluss noch erlebbarer zu machen.

Bei der Kita an der Aach sind kürzlich zur Ufersicherung Wacken in den Fluss gesetzt worden. Auch Wasserpflanzen sollen noch gesetzt werden. „Es wurde damals bedauert, dass im Zuge der Landesgartenschau kein Wasserspielplatz entstanden ist. Das wäre damals vielleicht einfacher zu realisieren gewesen“, sagte Hans-Peter Storz.

Von den Schaugärten hat nur einer, direkt neben dem neu gestalteten Biergarten des Gasthauses Kreuz überlebt, sagte Michael Schneider. Ebenfalls noch vorhanden sei der Gräsergarten zwischen Stadthalle und Schlossgarten. Als es im vergangenen Jahr darum ging, im Eichenhain das erste Singener Weinfest zu veranstalten, habe man viel Wert darauf gelegt, dass der Boden dort nicht zu sehr verdichtet werde, so Schneider.

Einige Kunstprojekte sind noch da

Geblieben sind einige Kunstprojekte der Landesgartenschau, wie die „Golden Apples“ von Ilya und Emilia Kabakov oder die wieder restaurierte „Brunnenstube“ von Roman Signer, die beim Museumstag 2019 erstmals wieder geöffnet war.

Noch da ist übrigens auch der sogenannte „Fernseher“, eine Art Aussichtsturm, den man mittels der eigenen Schwerkraft erklimmen konnte. Er steht nahe des Radweges zwischen den Kleingartenanlagen Ambohl und der Roseneggstraße, ist aber kaum zu sehen, da inzwischen von Bäumen umrahmt und fast zugewachsen.

Das Kunstwerk „Frontierland“ Catherine Beaugrand, das anlässlich der Landesgartenschau 2000 aufgestellt wurde, ist schon länger Geschichte. Bei der Pressekonferenz für die 7. Museumsnacht Hegau-Schaffhausen im Jahr 2007 versammelten sich hier zahlreiche Künstler und Organisatoren.
Das Kunstwerk „Frontierland“ Catherine Beaugrand, das anlässlich der Landesgartenschau 2000 aufgestellt wurde, ist schon länger Geschichte. Bei der Pressekonferenz für die 7. Museumsnacht Hegau-Schaffhausen im Jahr 2007 versammelten sich hier zahlreiche Künstler und Organisatoren. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Nicht mehr da ist das Kunstwerk „Frontierland“ von Catherine Beaugrand, obwohl es viele Bürger gern wieder an seinem Platz sehen würden. „Es gibt wohl Gespräche, dass es wieder aufgestellt werden solle, aber es sei sehr schwierig wegen dem Copyright“, so Schneider.

Paten für Bauern- und Senkgarten gesucht

Für den Bauerngarten und Senkgarten suchen die Stadt Singen und der Förderverein Stadtpark Paten, die diese pflegen. Der Kräutergarten, den die Stadt Schaffhausen Singen zur Landesgartenschau geschenkt hat, werde von aktiven Mitgliedern des Stadtpark-Fördervereins gepflegt, sagte SPD-Stadtrat Hans-Peter Storz, der auch zweiter Vorsitzender des Fördervereins ist. Eigentlich hatte der Förderverein diesen Sommer ein Kräuterfest geplant, was aber der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen ist.

Seit Juli wird der Garten der Schöpfung wieder für Andachten genutzt. Die nächsten Andachten, die von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen gestaltet werden, sind am 9. September um 19 Uhr und am 12. Oktober um 18.30 Uhr.

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