Es dürfte an Silvester vergleichsweise ruhig werden im Hegau. Zum Jahreswechsel gelten weitreichende Einschränkungen, zum Beispiel ein bundesweites An- und Versammlungsverbot und ein Verbot von Böllerverkauf. Damit sollen laut Bundesregierung Verletzungen vermieden werden, um die Krankenhäuser in der Corona-Pandemie nicht noch mehr zu belasten.

Die Stadt Singen hat zudem für die Innenstadt zwischen Freiheitstraße, Bahnhofstraße, Hauptstraße und Alpenstraße ein Böller- und Aufenthaltsverbot für den öffentlichen Raum erlassen – laut der städtischen Pressestelle zum Schutz vor Corona-Infektionen. Dazu gehören auch die genannten Straßen selbst sowie Rathausplatz, Hohgarten, Heinrich-Weber-Platz, Bahnhofsplatz, Herz-Jesu-Platz, Berliner Platz und Friedrich-Ebert-Platz. Das bedeutet: Kein Feuerwerk und zwischen Silvester, 15 Uhr, und Neujahr, 9 Uhr, keine Ansammlungen von mehr als zehn Personen. Auch die Stadt Engen weist auf die Einschränkungen hin sowie auf das Feuerwerksverbot für die Engener Altstadt seit Silvester 2017.

„Es kann auch mit wenig Feuerwerk brennen.“ Mario Dutzi, Singener Feuerwehrkommandant
„Es kann auch mit wenig Feuerwerk brennen.“ Mario Dutzi, Singener Feuerwehrkommandant | Bild: Wöhrstein / Feuerwehr Singen

Dass diese Einschränkungen Wirkung zeigen, bestätigt der Singener Feuerwehrkommandant Mario Dutzi. Er ist zwar erst seit Mai im Amt, doch das Einsatzarchiv zeigt: „Letztes Jahr war es deutlich ruhiger als in den Jahren davor“. Ähnliche Erfahrungen habe er auch an seiner früheren beruflichen Station in Pforzheim gemacht, wo Dutzi lange in leitender Funktion bei der Berufsfeuerwehr war. 20 Jahre sei er zu Silvester im Einsatz gewesen, erzählt er.

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Einen Grund für Entspannung bei den Feuerwehrleuten sieht der Kommandant allerdings nicht: „Es kann auch mit wenig Feuerwerk brennen.“ So appelliert Dutzi an die Vernunft jedes Einzelnen. Denn trotz des Verkaufsverbots geht er davon aus, dass Raketen in den Himmel steigen. Wer das tue, müsse unbedingt Abstände und die Umgebung im Blick behalten, damit nichts brennt. Und mit Blick auf Rettungsorganisationen und Krankenhaus ruft Dutzi dazu auf, auch aus medizinischer Sicht Abstand zu halten – zum Schutz vor Verletzungen und Corona-Infektionen. Doch er sagt auch: „Schön wäre, wenn man es bleiben ließe“.

Für Brände seien zuletzt häufig Raketenbatterien die Ursache gewesen oder verirrte Raketen, sagt Dutzi: „Dann brennt rasch mal eine Hecke oder ein Mülleimer“. Und im Ausnahmefall auch ein Balkon oder ein Dachstuhl. Und: Auch bei Kinder- und Jugendfeuerwerk, das auch dieses Jahr in Deutschland erhältlich ist, gebe es ein Restrisiko, wenn auch ein viel geringeres.