„Zuerst einmal müssen wir uns selber gratulieren, wir haben es geschafft“, resümiert Esat Haklaj aus der Klasse 10a der Zeppelin-Realschule vor Absolventen, Lehrern und Eltern. Unter Corona-Bedingungen hätten sich die Schüler auf die Abschlussprüfungen vorbereiten müssen, was nicht einfach gewesen sei. Glücklich, alles gemeistert zu haben, sei wiederum nicht klar gewesen, ob und wie die sonst feierliche Übergabe der Zeugnisse unter derzeitigen Umständen ablaufen könnte.

Wie aus der Pressemitteilung der Schule hervorgeht, wurde es schließlich aber doch eine festliche Zeremonie für die beiden Abschlussklassen, bei der sogar die Eltern dabei sein durften.

Maske, Desinfektion und Basketball

„Drei Dinge sind gerade besonders prägend für euch alle“, sagte Johannes Briechle, Rektor der Zeppelin-Realschule, und stellte die Gesichtsmaske, das Händedesinfektionsmittel und einen Basketball ins Zentrum seiner Rede. Auf die beiden ersten Dinge könne man gut verzichten, bringe das Virus doch viele Komplikationen und Ungewohntes in den Schulalltag, der schon lange kein normaler mehr sei.

Der Sinn des dritten Utensils erschloss sich im weiteren Verlauf der Rede mit dem Hinweis auf das Lied „I believe I can fly“, dem Titelsong zu einem Film über den Basketballspieler Michael Jordan – eine Figur mit Vorbildcharakter, eine Figur, die gezeigt habe, dass man Vieles erreichen könne. Briechle animierte die Absolventen, ihren Mut zusammenzunehmen und zu fliegen: „Setzt euch Ziele, bastelt an Visionen und versucht, diese umzusetzen.“

Die Klassensprecher der Klasse 10a, Sofia Martins und Esat Haklaj, fassten sechs ereignisreiche Jahre emotional zusammen und erinnerten an zahlreiche Höhepunkte in ihrem Schülerleben, beispielsweise an den Aufenthalt im Landschulheim oder die Englandfahrt.

Daneben erwähnten sie aber ebenso ernsthafte Lehrergespräche oder Streitigkeiten sowie die Situation der vergangenen Wochen, die sie getrennt voneinander verbringen mussten, anstatt die „Lehrer noch ein letztes Mal gemeinsam zu nerven“, so Haklaj. Klar sei ihnen, sie seien zusammengewachsen zu einer großen Familie, die ihnen nun fehlen werde.

Schüler müssen sich Zeugnisse selbst nehmen

Beide Klassen dankten in jeweils eigenen Veranstaltungen den Klassen- sowie Hauptfachlehrern, bevor die Schüler sich ihre Zeugnisse dieses Mal alleine nehmen mussten.

Feierlich war es dennoch und in den Familienalben werden nun ganz besondere Bilder auftauchen.

Musikalisch belebt haben die Veranstaltungen Emre Yesilgül aus der Klasse 10a auf dem E-Piano sowie Robin Hermann aus der Klasse 10b. Er sang das Lied zur Rede Briechles „I believe I can fly“.

Das Lehrer-Musiker-Trio Anna Miller, Florian Kunemann und Michael Bärthele rahmten die Veranstaltung.