„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – dieser oft zitierte Satz von Hermann Hesse gilt nun auch für Bärbel Wagner. Die Sozialarbeiterin war seit 1993 bei der Diakonie, zunächst in Freiburg und ab 2009 dann in Radolfzell. Dabei setzte sie vor allem in der Betreuung von Flüchtlingen sowie von Frauen Zeichen.

Im Rahmen des Verabschiedungsgottesdienstes erinnerte Dekanin Hiltrud Schneider-Cimbal an die Bereiche, in denen Bärbel Wagner Hand angelegt habe, zum Beispiel bei der Weihnachtsaktion, bei der sie durch ihr Engagement auch in Corona-Zeiten ein schönes Weihnachten für Bedürftige ermöglicht habe. „Sie waren für viele Menschen ein Engel, deshalb mögen Sie Gottes Engel weiter begleiten“, so Schneider-Cimbal.

Vom Beruf zur Berufung

Im Interview mit Christian Grams, Leiter des Diakonischen Werks, erfuhren die Gäste, mehr über Bärbel Wagner: „Ich habe immer gern mit Frauen gearbeitet, die in schwierigen Situationen sind“, erzählte diese. Herausfordernd seien die Abende gewesen, als sich im Zuge der Flüchtlingswelle 2015 in allen Orten im Landkreis Helferkreise gründeten.

„Das waren harte Zeiten, aber wir haben gute Möglichkeiten von den Dachverbänden bekommen. In dieser Zeit haben wir auch gemerkt, dass es zu wenige Sozialarbeiter gibt“. Aus ihrem Beruf sei besonders durch die Dankbarkeit, die ihr von den Menschen entgegengebracht wurde, eine Berufung geworden.

„Unser Wegweiser“

Monika Brumm vom Landratsamt Konstanz erinnerte ebenfalls an die Zeit, als viele Flüchtlinge kamen. „Unser Ziel war die Integration dieser Menschen und wir haben immer eine gemeinsame Lösung gefunden. Dabei waren Sie unser Wegweiser“, sagte Brumm.

Jutta Prolingheuer vom Diakonischen Werk Karlsruhe sagte, Bärbel Wagner sei für sie eine Impulsgeberin mit Blick über den Tellerrand gewesen. „Du übergibst einen gut aufgestellten Beratungsbereich“.

„Mit wenig Gepäck und großer Freude“

Jochen Pfisterer, früher beim Diakonischen Werk Freiburg tätig, erinnerte an die Anfangszeit von Wagners Berufsleben. Schon 1993 habe sie sich um Aussiedlerinnen gekümmert und später auch ein Tagesmütterkonzept sowie Hilfen für alleinerziehende Mütter erarbeitet. „Sie werden uns fehlen“, sagte Matthias Ehret vom Caritasverband Konstanz stellvertretend für die Liga der freien Wohlfahrtsverbände.

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Mit dem Eintritt in den Ruhestand zieht Bärbel Wagner zu ihrer Familie nach Freiburg. „Ich beginne den neuen Abschnitt mit ganz wenig Gepäck und großer Freude“, sagte sie und verteilte Samen an die Gäste, nach dem Motto „Die Samen der Vergangenheit sind die Früchte der Zukunft“ (Siddhartha Gautama).