Wie viele verkaufsoffene Sonntag verträgt eine Stadt wie Singen? Eine Frage, die gerade im Gemeinderat für Diskussionen gesorgt hat. Eine Frage, die nicht nur für Geistliche und Gewerkschaftsvertreter keine ist, sondern auch für einen großen Teil der Händler in der Stadt. „Die Diskussion um einen dritten verkaufsoffenen Sonntag sollten wir schnell beenden“, erklärt City-Ring-Chef Michael Burzinski kurz vor dem nächsten verkaufsoffenen Sonntag zu Martini in Singen am 10. November.

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Wie viel Aufwand in der Organisation eines verkaufsoffenen Sonntags steckt, haben die Macher des Martini-Sonntags deutlich gemacht. „Die Bündelung der Kräfte macht dies möglich“, erklärt Gerd Springe vom Standortmarketingverein Singen aktiv. In Zeiten wachsender Digitalisierung wachse die Bedeutung der Innenstädte. „Es geht darum Interaktion und Erlebnis möglich zu machen“, sagt Springe, bei dem alle Fäden vor Martini in Singen zusammen laufen. Martini in Singen habe sich zu genau der Marke entwickelt, die dies garantiere und die Stadt zum Einkaufszentrum über den Hegau hinaus mache. An den Autokennzeichen könne man ablesen, dass über 35 Prozent der Besucher von außerhalb des Landkreises hierher kommen, betont der Singen-aktiv-Vorsitzende, dass die Wirkung des Aktionstages messbar sei. Dabei zeichne die Stadt aus, dass sie aus allen Himmelsrichtungen gut erreichbar ist und trotz Baustellen mit vielen Parkhäusern reichlich Platz biete, das Auto abzustellen. Ein Geheimtipp sei längst der Parkplatz Offwiese, wo das Auto kostenfrei abgestellt werden kann und der Martinimarkt mit einem kurzen Spaziergang erreichbar ist, wie Singens OB Bernd Häusler anmerkt.

Bereit für den Martinimarkt: Gerd Springe, Vorsitzender des Standortmarketingvereins Singen aktiv, OB Bernd Häusler, Ricarda Netzhammer vom Serviceclub Zonta, IG-Süd-Vorsitzender Dirk Oehle, Marktsprecherin Gabriele Sestito und Romeo-Juniorchef Marco Turchi (v.l.).
Bereit für den Martinimarkt: Gerd Springe, Vorsitzender des Standortmarketingvereins Singen aktiv, OB Bernd Häusler, Ricarda Netzhammer vom Serviceclub Zonta, IG-Süd-Vorsitzender Dirk Oehle, Marktsprecherin Gabriele Sestito und Romeo-Juniorchef Marco Turchi (v.l.). | Bild: Tesche, Sabine
  • Der Handel: „An diesem Tag kann sich der Handel in seiner ganzen Vielfalt präsentieren“, weist Michael Burzinski vom City-Ring als einer der wichtigen Mitorganisatoren auf die Bedeutung hin. Von 13-18 Uhr haben die Geschäfte geöffnet und locken mit unterschiedlichen Aktionen Kunden zum Bummeln und Schnuppern – nicht nur in der Innenstadt, sondern auch im Süden. „So erreichen wir nicht nur die Stammkunden, sondern schaffen die Gelegenheit uns neuen Besuchern zu öffnen“, lobt auch Hans Wöhrle vom Einzelhandelsverband der Stadt die Aktion. Es sei aber regelmäßig auch ein Kraftakt, einen so erlebnisreichen Sonntag in der Stadt zu organisieren. Einfach nur die Türen zu öffnen und auf Kundschaft zu warten, das genüge heute nicht mehr, sagt Dirk Oehle von der Interessengemeinschaft (IG) Süd: „Ein Event muss sein.“ Und dafür braucht es Menschen, die mitziehen. Doch die zu finden sei eine Herausforderung. „Da stößt das Ehrenamt an seine Grenzen“, weist auch Oehle Forderungen nach einem weiteren verkaufsoffenen Sonntag zurück. Wer das wolle, müsse sich selbst engagieren.
  • Der Markt: Am Martini-Sonntag engagieren sich nicht nur Einzelhändler und Marktbeschicker, sondern auch Feuerwehr, die Poppelezunft, Jugendmusikschüler und Musiker des Blasorchesters Singen. „Insgesamt 70 Marktteilnehmer sind dabei, wenn der Martinimarkt um 11 Uhr auf dem Rathausplatz öffnet“, kündigt Organisatorin Silke Hirt von Singen aktiv an. Dort locken regionale Genüsse und feines Kunsthandwerk. Erstmals dabei sind Scherenschleifer Bernd Bordt und Kettensägenkünstler Rolf Sauer. Die Pfadfinder der DPSG bauen eine Jurte auf. „Es gibt Süßes und Deftiges, Leckeres für Fleischliebhaber und Vegetarier und Erntefrisches aus dem ganzen Hegau“, macht Marktsprecherin Gabriele Sestito Lust auf den Besuch.
  • Das Programm: Neben viel Musik gibt es allerlei Infostände auf dem Rathausplatz – von der Kriminalprävention, die eine Umfrage zum Sicherheitsgefühl in der Stadt startet, bis zum Spielraum im Hotel Holiday Inn Express, wo Spiele getestet werden können.
  • Der Umzug: Zum traditionellen Martiniumzug, der nach 17 Uhr vom Rathausplatz aus startet, erwarten die Veranstalter wieder viele tausend Teilnehmer. Los geht es mit dem Bildungswerk-Chor „Sing for joy“ mit Chorleiterin Melinda Liebermann, bevor gegen 17.30 Uhr der Martinsumzug mit Ross und Reiter um Hotel und Stadthalle entlang der Aach bis zur Poppele-Zunftschüür führt. Timo Heckel als St. Martin und Rüdiger Grundmüller als Bettler setzen das Martinispiel in Szene und Kinder, die mit ihren Laternen am Umzug teilnehmen, bekommen am Ende eine süße Martinsgans aus der Backstube der Bäckerei Küenz. „Ein Dank gilt der katholischen Seelsorgeeinheit Singen, die uns mit Fackeln für die Jugendfeuerwehr unterstützt“, so Springe.
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SÜDKURIER-Verlosung

Der SÜDKURIER hat Einkaufsgutscheine für den Martinimarkt verlost. Gutscheine im Wert von je 25 Euro haben Ingrid Westermann, Gerhard Rehbein und Michael Mailänder aus Singen, Beate Koppenhöfer aus Singen-Friedingen, Renate Kersten aus Hilzingen, Susanne Maier aus Engen, Alexandra Brall und Klaus Menzer aus Volkertshausen, Hannelore Maus aus Tengen, Edith Fux und Julia Fritzler aus Steißlingen gewonnen. Die Gutscheine wurden bereits per Post an die Gewinner versandt. (skr)