Herr Spörk, mit welchen fünf Attributen würden Sie sich als Künstler beschreiben?

Ich bin ein partiell gehemmter, weltoffener, liberal-progressiv, konservativ eingestellter Durchschnittskünstler mit ausgeprägter Autoritätsallergie. Waren das jetzt fünf Attribute?

Definitiv. Danke. Sie studierten Politikwissenschaft, Englisch und Spanisch. Mit welchem Berufsziel?

Wer Politikwissenschaft studiert, hat offensichtlich keine Sekunde über ein realistisches Berufsziel nachgedacht. Tja.

Warum haben Sie sich dann auf die Musik und das Kabarett konzentriert?

Weil man nach einem abgeschlossenen Politikwissenschaftsstudium dann doch ans Geldverdienen denken muss. Vielleicht liegt es auch daran, dass meine ersten sechs Bewerbungsgespräche negativ verlaufen sind.

Sie stammen aus der Steiermark, studierten in Spanien, Santiago de Chile sowie drei Semester Jazzgesang in Graz, waren in Europa sowie Mexiko auf Tournee. Was bedeutet für Sie das Reisen?

Das Reisen ist eine der wunderbarsten Möglichkeiten unangenehmen Alltagsthemen, wie etwa der österreichischen Tagespolitik, physisch wie psychisch zumindest eine Zeitlang zu entkommen.

Wenn man Sie auf der Bühne erlebt, spielen Sie musikalisch mit dem raschen Wechsel von Tempi und Rhythmen, unterbrechen Ihre Liedtexte durch Gedanken und Anmerkungen. Ist das ein Teil des Konzeptes oder ist das ein Teil Ihrer Persönlichkeit?

Sowohl als auch. Meine Konzepte folgen mittlerweile meiner Persönlichkeit. Hat sich nach vielen Rückschlägen als der beste, um nicht zu sagen, einzige praktikable Weg herausgestellt.

Ihr aktuelles Programm heißt: „Am Ende des Tages“. Was erwartet das Publikum?

Das Publikum darf sich auf einen Musikkabarettisten einstellen, der sich wirklich auf sein Publikum freut und dabei vergessen lässt, dass er letztlich auch nur seine Kinder durchbringen und die Stromrechnung bezahlen muss.

Worum geht es da?

Es geht um das Leben. Das hat einen Anfang und ein Ende, so wie der Tag. Und mein Tag ist ebenso geprägt von der Rolle als berufstätiger Vater, vom Lernen mit seinen großen Kindern und dem Singen mit den Kleinen, wie auch vom Ärger über Brexit, Bruttoinlandsprodukt und Gewerbeparks.

Fragen: Nicola M. Westphal

Zur Person

Christof Spörk (45) promovierte zum Thema „Musik und Politik in Kuba 1959 bis 1999“. Er ist Globetrotter, Musiker, verheiratet und Vater von vier Kindern. Er spielt Klavier, Ziehharmonika, Klarinette und singt. 1991 bis 2005 war er Mitglied der Musikgruppe „Die Landstreich“, 2002 gründete er mit Sebastian Fuchsberger die Band Global Kryner und gewann 2005 die österreichische Vorausscheidung für den Song Contest in Kiew. 2011 begann er seine Solokarriere. Christof Spörk gastiert am 9. März um 20 Uhr in der Singener Gems. Karten an den bekannten Vorverkaufsstellen, Online und an der Abendkasse.