Sagen Sie, Herr Bendiks, wie würden Sie das, was Sie auf der Bühne machen, beschreiben? Konzert? Blödelei mit Musik? Musiksatire?

Stehen lassen würde ich: Konzert. Die Komik und die Satire kommen von ganz allein, wenn man Hardrock mit Klavier und Akkordeon spielt. Und auf den Mund gefallen sind wir auch nicht...

Ihre Musik ist ein Crossover – vornehmlich Hardrock, neu aufbereitet. Nach welchen Kriterien stellen Sie Ihr Programm zusammen?

Die Songs müssen uns gefallen oder aber überhaupt nicht. Zudem sollten sie so bekannt sein, dass man sie auch noch erkennt, nachdem wir sie durch den musikalischen Fleischwolf gedreht haben... Dazu suchen wir Songs bekannter Bands aus, wie Led Zeppelin, Deep Purple, AC/DC, Queen und so weiter.

Sie sagten einmal: Meine Stimme ist mein Kapital. Sie sind nicht nur Musiker, sondern auch als Sprecher tätig. Im Studio Texte einzusprechen, ist das für Sie eher eintönig oder eine willkommene Abwechslung?

Eine schöne Abwechslung, bei der ich meine Liebe zu Wort und Sprache auf andere Weise ausleben kann.

Wie viele Ihrer Kollegen haben Sie zunächst Lehramt studiert. Wäre der „Lehrerberuf“ heute noch eine Option für Sie?

Oh, nein! Mein derzeitiger Beruf gefällt mir ausgesprochen gut.

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Sie binden gerne das Publikum in Ihr Programm mit ein. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Machen die Leute gerne mit?

Zunächst: Bei uns muss keiner mitklatschen oder -singen. Alles entspannt. Aber wir parodieren das – seien wir ehrlich, meist etwas peinliche – „Posergebaren“ der Hardrock-Götter und lieben doch deren Musik. Wenn im Laufe des Abends dann unser Publikum das gängige Hardrock-Publikum parodiert, ist das für uns jedes Mal großes Kino.

In Singen werden Sie gemeinsam mit Ihrem Kollegen, dem Mainzer Pianisten Simon Höneß auftreten. Was macht Ihre Zusammenarbeit aus?

Mittlerweile haben wir unsere beiden Programme über 400 Mal gespielt. Wir haben von Anfang an Wert darauf gelegt, improvisatorischen Freiraum für Wort und Musik zu erhalten. Herr Höneß überrascht mich des Öfteren und ich ihn. So bleiben wir in Bewegung. Hand auf´s Herz, wir haben noch nie einen Auftritt einfach „runtergespult“.

So, jetzt Ihr Werbeblock: Warum sollen die Leute unbedingt am 12. Oktober in die Singener Gems kommen?

Weil unsere Kinder neue Schuhe brauchen (lacht). Eigenlob stinkt, Fakt ist aber: Wir sind die kleinste Wohnzimmer-Hardrockband der Welt mit starkem Hang zum Firlefanz. Wer Rockmusik mag, könnte einen Heidenspaß haben — Freunde des Rokokos womöglich auch.

Fragen: Nicola M. Westphal