Wie leben die Menschen der Orthodoxen Gemeinde in Singen, was ist ihnen wichtig? Diese Fragen konnten beim ersten „WIR-Café“ in der St. Michael Kapelle ein wenig beantwortet werden. Der Verein „InSi“ (das Kürzel steht für „Integration in Singen„) und das Referat für Integration hatten zu diesem ersten Café-Termin eingeladen. Ziel des „WIR-Cafés“ ist es, mit den verschiedenen Nationen, die in Singen leben, ins Gespräch zu kommen.

Das erste „WIR-Café“ fand in der St. Michael Kapelle bei der Orthodoxen Gemeinde statt. Im Bild (von links) Oberbürgermeister Bernd Häusler, Nassib Chammas, Tatjana Obholtz und Christian Rapp.
Das erste „WIR-Café“ fand in der St. Michael Kapelle bei der Orthodoxen Gemeinde statt. Im Bild (von links) Oberbürgermeister Bernd Häusler, Nassib Chammas, Tatjana Obholtz und Christian Rapp. | Bild: Gehrmann-Röhm, Susanne

Der Wille zur Integration ist da

Normalerweise ist die St. Michael Kapelle nur zu den Gottesdiensten der orthodoxen Kirchengemeinde zugänglich. Es sei denn, die Kapelle wird ausnahmsweise mal Schauplatz für ein Theaterstück, wie es vor rund fünf Jahren mal der Fall war. Seit 2015 nutzt die orthodoxe Gemeinde die Kapelle für ihre Gottesdienste. Orthodoxe Christen aus Russland, Griechenland, Serbien, Rumänien, Armenien, Bulgarien, Moldawien, der Ukraine, baltischen Ländern oder dem Libanon besuchen die Gottesdienste. Tatjana Obholtz dankte dem Verein „InSi“ und dem Referat Integration, dass sie Gastgeber sein dürfen. „Wir möchten uns integrieren“, sagt die Frau, die aus Kasachstan stammt und seit 20 Jahren in Deutschland lebt.

Ein sechsköpfiger Chor singt unter Chorleiterin Natalia Vorobieva (3. von links) einige Lieder aus dem Repertoire der Orthodoxen Christen.
Ein sechsköpfiger Chor singt unter Chorleiterin Natalia Vorobieva (3. von links) einige Lieder aus dem Repertoire der Orthodoxen Christen. | Bild: Gehrmann-Röhm, Susanne

Wunsch nach einer Sonntagsschule ist vorhanden

Tatjana Obholtz sprach aber auch die Bauschäden in der Kapelle an. Oder die Tatsache, dass es kein Wasser gibt und somit auch kein Taufbecken. Auch eine Toilette fehle. Was die Orthodoxe Gemeinde in Singen auch gern einrichten würde, ist eine Sonntagsschule. Oberbürgermeister Bernd Häusler wies darauf hin, dass die Kapelle nicht der Stadt gehöre. „Ich werde aber mit den Verantwortlichen wegen der Bauschäden reden“, versprach er. Häusler begrüßte die Initiative „WIR-Cafe“ als Ort der Begegnung. „Wir brauchen diese Möglichkeit, um einander besser zu verstehen“, so Häusler.

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Einrichtung der Kapelle in byzantinischer Tradition

Die Kapelle St. Michael gehört der katholischen Kirchengemeinde Peter und Paul. Seit Mitte der 1990-ger Jahre dient sie orthodoxen Christen als Gottesdienststätte. Vor allem die griechische Gemeinde hat den Innenraum entsprechend der alten byzantinischen Tradition eingerichtet. Der Grieche Emanuel Maragoudakis, der 1965 als Gastarbeiter nach Singen gekommen war, war bei der Gestaltung des Innenraums damals dabei und kommt auch heute immer in die Gottesdienste. Wie die Kirche aufgebaut ist und wie die Abläufe sind, erläuterte Nassib Chammas. Ein sechsköpfiger Chor unter der Leitung von Natalia Vorobieva sang vier Lieder, teilweise in Kirchenslawisch. Im Anschluss hatten die Gäste noch Gelegenheit zum Austausch im Gemeindesaal von Liebfrauen, wo auch ein Imbiss von der Orthodoxen Gemeinde vorbereitet war.

Miglena Abrasheva (Integrationsmanagement Caritasverband), Bernhard Grunewald (2. Vorsitzender InSi) und Marie Marwig (Referat Integration) sind froh, dass die Orthodoxe Gemeinde ihre Türen für das „WIR-Café geöffnet hat. Mit im Bild (von rechts) Christian Rapp, Tatjana Obholtz und Nassib Chammas von der Orthodoxen Gemeinde.
Miglena Abrasheva (Integrationsmanagement Caritasverband), Bernhard Grunewald (2. Vorsitzender InSi) und Marie Marwig (Referat Integration) sind froh, dass die Orthodoxe Gemeinde ihre Türen für das „WIR-Café geöffnet hat. Mit im Bild (von rechts) Christian Rapp, Tatjana Obholtz und Nassib Chammas von der Orthodoxen Gemeinde. | Bild: Gehrmann-Röhm, Susanne