Nach dem WM-Desaster der deutschen Nationalkicker taucht Bundestrainer Jogi Löw erst mal in den Urlaub ab. Auch die Hegauer diskutieren munter darüber, dass er trotz des Misserfolgs an der Zukunft des Teams basteln will und darf. Gleichzeitig legt die Führungsspitze des Deutschen Fußball Bundes laut Medienberichten Löw nahe, dass er seinen Trainer-und Betreuerstab kräftig durchwechseln soll.

Wenn nicht jetzt, wann dann, könnte sich Löw an die Wurzeln seiner unglaublichen Trainer-Karriere erinnern. An Zeiten, in denen er als Spieler des FC Schaffhausen Anfang der 90-er Jahre mit den Kollegen Axel Thoma und Rolf Fringer in einer Gaststätte der Munotstadt oft und stundenlang über Fußball philosophierte. "Wir waren wie Brüder und oft gemeinsam auf Achse", bezeichnete Thoma sein Verhältnis zu Löw.

Chef-Coach Fringer nahm Löw als Assistenztrainer mit zum VfB Stuttgart. Zuvor hatte Löw im Mietshaus der Familie Giolda in Gottmadinger Bucher Straße gewohnt. Ausgiebig und locker plauderten wir mit Löw und seiner Frau Daniela. "Ein Gottmadinger bringt Bundesligastars auf Trab", titelte der SÜDKURIER.

Regionale Recherchen vor der WM ergaben Erstaunliches: Löw stand kurz davor, beim FV Singen 04 einen Trainervertrag zu unterschreiben. Und Axel Thoma wollte später als Sportchef des FC Zürich Jogi Löw als Trainer des FC Zürich gewinnen. Der sprang in letzter Minute ab, stattdessen kam Lucien Favre, heute neuer Trainer von Borussia Dortmund.

Der Büsinger Thoma, er sitzt dort auch im Gemeinderat, liebt neben dem Fußball auch die Musik, der sich die ganze Familie verschrieben hat. In der Schweiz genießt er als Trainer und Manager – teilweise in Doppelfunktion ausgeübt – einen hervorragenden Ruf. In Deutschland gilt er als unbeschriebenes Blatt. Vielleicht sollte sich Löw an einen guten Freund erinnern, der zudem die geballte Fachkompetenz hat.

Axel Thoma fungiert heute als Geschäftsführer Sport beim Zweitligisten FC Schaffhausen. Vielleicht gäbe ein wieder auflebendes Treffen in der Schaffhauser Beiz Inspiration für neue Fußball-Philosophien. Die braucht es dringend. Ein Anruf kann helfen.

Schiris stecken fest

Das Schiedsrichter-Team, das die drei Spiele des Fritz-Guth-Turnier des 1. FC Rielasingen-Arlen auf der Talwiese leiten sollte, war ziemlich verhindert. Nach einem Unfall beim Hohentwieltunnel steckte das Trio stundenlang im Stau fest. Der Gastgeber reagierte schnell. Julian Gumpz als Schiri sprang genauso ein wie Philipp Dietrich und Werner Spang als Assistenten. Die vereinseigenen Leute hatten alles im Griff. Spang betätigte sich danach wieder als Fotograf, Dietrich lief als Spieler des 1. FC Rielasingen-Arlen auf. So sieht Flexibilität aus.

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