Singen Wenn die Lutherkirche zum Gasthaus wird

Die dritte Auflage der Vesperkirche beginnt am 14. Januar. Dann wird die Lutherkirche für 15 Tage zu einer Begegnungsstätte für Menschen jeden Alters und aus jeder Gesellschaftsschicht. 500 Helfer sind daran beteiligt.

Die Kirche ist ein Ort der Begegnung – für die Lutherkirche soll dies Anfang kommenden Jahres wieder in besonderem Maße gelten. Ab 14. Januar findet zum dritten Mal die Vesperkirche Singen in der evangelischen Kirche statt. Hier kommen sozial Schwächere und Menschen, denen es besser geht, zusammen. Sie sitzen gemeinsam am gedeckten Tisch, essen und sprechen miteinander. Eine warme Mahlzeit, ein geschützter Raum, ein nettes Gespräch, gegenseitiges Verständnis und reger Austausch – das ist es, was die Vesperkirche ausmacht und warum sie bei Arm und Reich sowie Jung und Alt so viel Anklang findet. Aktuell laufen die Vorbereitungen für die 15-tägige Veranstaltung auf Hochtouren.

Bis zu 300 Essen am Tag, 500 Kuchen täglich und 500 Helfer – das ist die Vesperkirche in Zahlen. Wie viel mehr noch hinter der Gemeinschaftsaktion der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und der Singener Tafel steckt, berichteten Organisatoren, Ehrenamtliche und Sponsoren wenige Wochen vor Beginn. „Es ist alles gut vorbereitet. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das alles wieder gestemmt bekommen“, gab Andrea Fink, Pfarrerin der evangelischen Luthergemeinde zu verstehen, die als Träger für das Projekt eintritt. Die Vesperkirche wird am Sonntag, 14. Januar, um 10 Uhr mit einem ökumenischen Festgottesdienst eröffnet. Gastredner ist Peter Stengele, Leiter des Fachbereichs Kunst, Kultur und Kirche in der Erzdiözese Freiburg.

Auch an den folgenden zwei Sonntagen finden vor der Vesperkirche Gottesdienste statt. Am 21. Januar gestaltet das Käthe-Luther-Kinderhaus einen Familiengottesdienst und am 28. Januar werden zum Abschluss der Veranstaltung Bilder als kleines Resümee im Gottesdienst gezeigt, bevor das letzte Mittagessen serviert wird. Zwischen dem 14. und 28. Januar ist die Vesperkirche jeweils von 11.30 bis 14 Uhr geöffnet. Jeder Gast bekommt ein warmes Mittagessen, Kuchen, warme und kalte Getränke. Dafür gibt jeder was er kann und will.

Die Mittagessen liefert erstmals von Montag bis Freitag der Stockacher Caterer Maier. An den Wochenenden kocht weiterhin das Haus am Hohentwiel für die Vesperkirche. Die komplette Versorgung sei für die Küche der Pflegeeinrichtung schlicht zu viel geworden, gab Andrea Fink zu verstehen. Wie groß und gut das Netzwerk der Vesperkirche ist, zeigt sich an weiteren Institutionen, die tatkräftig unterstützen. Mitarbeiter des Singener Bauhofs bauen die Kirchenbänke aus, das Geschirr der Vesperkirche wird in der Kantinenküche von Georg Fischer gespült, Bedienschürzen und vieles mehr haben die Mitglieder des Lions Club gespendet, Schüler des Berufsvorbereitungsjahres in Engen waschen, bügeln und liefern täglich die Schürzen, die Tischdecken-Reinigung übernimmt die Wäscherei Hugenschmidt und der Helfer und Unterstützer gibt es noch viele mehr. Oberbürgermeister Bernd Häusler dankte den Ehrenamtlichen und Sponsoren und lobte das Projekt. „Das Zwischenmenschliche zwischen armen Menschen und denen, den es besser geht, funktioniert hier“, gab er zu verstehen. Die Vesperkirche sei Teil der sozialen, aufgeschlossenen und interkulturellen Stadt Singen.

Die Vorfreude bei den Besuchern ist groß. „Die Gäste der Singener Tafel freuen sich sehr auf die Vesperkirche“, berichtete Udo Engelhardt von der Tafel. Sie genossen die Akzeptanz und die Anerkennung in der Kirche. Das gehe deutlich über das Essen als solches hinaus, vermittelte Engelhardt. „Bedient werden drückt auch Wertschätzung aus“, brachte es Pfarrerin Andrea Fink auf den Punkt. Besonders stolz war Personalkoordinatorin Christiane Hofmann über die große Hilfsbereitschaft und das Engagement vieler. Schon jetzt seien fast alle benötigten Helfer beisammen. Gefragt seien dagegen noch Kuchenspenden, sagten Karin Burger und Claudia Graf von der katholischen Seelsorgeeinheit Singen. Dann kann die Lutherkirche schon bald wieder ihrr Tore als größtes Gasthaus Singens öffnen.

 

Jeder kann mithelfen

Wer sich für die Vesperkirche einbringen möchte, kann sich bei Christiane Hoffmann, E-Mail: vesperkirche-singe@web.de, Telefon (01 63) 90 50 250 melden. Für Kuchenspenden: Karin Burger, Telefon (0 77 31) 446 79, E-Mail: graf.claudia@t-online.de. Geldspenden mit dem Stichwort „Vesperkirche“: Volksbank Hegau Baar, Konto: 100 100 100, IBAN: DE27 6949 0000 0100 1001 00 (Spendenbescheinigung bei genauer Anschrift und Vermerk „Spendenbescheinigung Vesperkirche).

 

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