Roger Forrer wählte ein großes Wort: "Sensation." So bezeichnete Stadtpräsident von Steckborn und Verwaltungsratspräsident der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) bei einer Pressekonferenz auf der an der Schaffhauser Schifflände liegenden MS Thurgau das Betriebsergebnis des Schifffahrtsunternehmens URh im vergangenen Jahr.

Das vergangene Jahr war gekennzeichnet durch enorme Trockenheit und das heißt für den Rhein: Niedrigwasser. Dies wiederum bedeutet, daß die Schiffe nicht die gesamte Strecke fahrplanmäßig befahren können, was zur Folge hat, daß weniger Passagiere einsteigen.

Stolz auf Betriebsergebnis von 730 000 Franken

Dennoch: Das Unternehmen weist ein Betriebsergebnis von 730 000 Franken aus. In den Vergleichsjahren 2015 und 2003, mit ähnlich langer Streckensperrung wegen Niedrigwasser, lag das Betriebsergebnis um 90 Prozent niedriger.

"Die Trendwende ist geschafft", versicherte Remo Rey, Geschäftsführer der URh. 730 000 Franken im Jahr 2018, einem Jahr mit 13 Prozent weniger Passagieren gegenüber dem Zehn-Jahres-Durchschnitt, dürfe als Sensation bezeichnet werden, meint die URh.

"Die Trendwende ist geschafft"

Roger Forrer: "Wir sind enorm stolz auf die gesamte URh-Crew und das, was sie erreicht hat." Er fügte hinzu, daß die im Jahr 2016 durchgeführte Sanierung erwiesenermaßen nachhaltig sei. Nach Abschreibungen weist die URh nun einen Jahresgewinn von 12 058 Franken aus. Schon im Jahr 2017 hatte die URh mit einem Gewinn Verluste der Vorjahre kompensieren können.

Die neue Saison mit Kursschiffen zwischen Schaffhausen und Konstanz beziehungsweise Kreuzlingen hat diesmal eine Woche früher begonnen als sonst, bereits eine Woche vor Ostern, und dauert bis zum 13. Oktober. Dieses Jahr startet die URh ein neues Angebot: "RheinErfahren".

Jeden Montag im Mai, Juni und September werden auf den Kursschiffen, die um 9.10 in Schaffhausen ablegen, Exkursions-Experten zwischen Schaffhausen und Diessenhofen die Natur- und Wasserlandschaft des renaturierten Rheinufers erklären.

Natur-Fahrten als neues Angebot

Zu den Experten, die Anekdoten und Geschichten erzählen, auf Eisvögel und Biberburgen aufmerksam machen, gehört Antonia Eisenhut, Geschäftsführerin der Schweizerischen Gewässerschutzorganisation Aqua Viva. Die Organisation konnte von der URh für eine Partnerschaft gewonnen werden, wie Remo Rey, Geschäftsführer der URh erklärte. Antonia Eisenhut wird sich mit Aqua-Viva-Exkursionsleitern abwechseln.

Zum Team "RheinErfahren" gehört auch Walter Vogelsanger, Bereichsleiter Uferunterhalt und verantwortlich für den Einsatz von Ökostromgeldern beim Wasserkraftwerk Schaffhausen. Der frühere Forstmeister der städtischen Schaffhauser Wälder hat sich bereits einen Ruf als beliebter, weil unterhaltsamer Erklärer der Flusslandschaft erworben.

Hotelsuite auf Schiffsoldtimer

Neben diesem neuen Projekt bleiben die bisherigen Angebote wie Vogelschau-Fahrt, Jass-Schiff und Strick-Schiff im Programm, ebenso wie das Schiff-Hotel MS Konstanz, erklärt Geschäftsführer Rey.

Auf dem ältesten Motorschiff auf Untersee und Rhein, das an der Schaffhauser Schifflände vertäut war, war im vergangenen Jahr von Juni bis September eine Hotelsuite für zwei Personen eingerichtet worden. Innerhalb von 72 Stunden seien alle 130 Nächte verkauft gewesen, so Rey. Für 2019 lägen bereits Buchungen für 40 Nächte vor.