Die gute Konjunktur hat auch ihre Schattenseite. Die äußert sich in explodierenden Baupreisen, was wiederum Auswirkungen auf den Bau des in Singen geplanten großen Einkaufszentrums im Bahnhofsbereich hat. Um die gestiegenen Kosten aufzufangen, will die Hamburger Entwicklungs- und Investorengesellschaft ECE die genehmigte Verkaufsfläche besser ausnutzen und hat angekündigt, dass sie ihre Pläne optimieren möchte. 650 Quadratmeter mehr vermietbare Nutzfläche sollen das Projekt langfristig rentabler machen. "Die genehmigten 16 000 Quadratmeter Ladenfläche werden trotzdem noch unterschritten", sagt der künftige Bauamtsleiter Thomas Mügge. "Ausgenutzt werden 15 660 Quadratmeter."

Konkret bedeutet das, dass die Gebäudefassade in Teilen der Bahnhof-, der Hegau- und der August-Ruf-Straße um 40 Zentimeter über die Grundstücksgrenze in städtisches Gelände hineinragen wird. Das ergibt auf die gesamte Fassade umgerechnet 120 Quadratmeter Fläche. Nach den bisherigen Plänen schloss die Fassade mit der Grundstücksgrenze ab. Mit einer einfachen Befreiung lässt sich diese Überschreitung aber nicht rechtlich regulieren. Deshalb musste der Gemeinderat am Donnerstagabend noch einmal entscheiden: zum einen über den Verkauf dieses Grundstücksstreifens; zum andern über den geänderten Bebauungsplan. Bei nur zwei Neinstimmen und einer Enthaltung wurden die Änderungen ohne Diskussion genehmigt. Nun folgt die Offenlagen.

Vor ziemlich genau einem Jahr war man an diesem Punkt angekommen. Dass noch immer nicht gebaut wird, liegt daran, dass ECE keinen Generalunternehmer fand und sämtliche Ausschreibungen und Vergaben selber in die Hand nehmen musste. Die städtischen Grundstücke sind noch nicht verkauft. OB Bernd Häusler ist trotzdem zuversichtlich, dass bald gebaut wird: "Ende Juni, Anfang Juli will ECE den Holzerbau abreißen", sagt er.