Was geschah im vergangenen Jahr in Überlingen am Ried, was steht an und was wünscht sich der Ortschaftsrat für den Stadtteil? Etwa 100 Bürger waren der Einladung des Ortschaftsrates zum Bürgerdialog am Tag der deutschen Einheit gefolgt. Für musikalische Umrahmung sorgte der Musikverein Überlingen am Ried unter Leitung von Florian Fritschi.

Rund 100 Bürger sind der Einladung des Ortschaftsrates Überlingen am Ried zum Bürgerdialog gefolgt, um sich über Aktuelles im Ort zu informieren. Bild: Sandra Bossenmaier
Rund 100 Bürger sind der Einladung des Ortschaftsrates Überlingen am Ried zum Bürgerdialog gefolgt, um sich über Aktuelles im Ort zu informieren. Bild: Sandra Bossenmaier

Bürgermeisterin stellt Konzept einer Nachbarschaftshilfe vor

Manch einer mag sich Gedanken darüber gemacht haben, wie das Leben im Alter aussehen könnte. Aufgrund veränderter Familienstrukturen leben heute viele ältere Bürger alleine und schon Kleinigkeiten im Alltag können zu einem großen Problem werden. Singens Bürgermeisterin Ute Seifried stellte die Idee einer Nachbarschaftshilfe vor, die in einem Verein organisiert wird. Eine solche Nachbarschaftshilfe kann, eventuell in Kombination mit einem ambulanten Pflegedienst, Lücken im Alltag schließen. Sie referierte über die Möglichkeiten der Nachbarschaftshilfe und über die finanziellen Hintergründe, wobei sie die Unterstützung der Stadt Singen, auch in finanzieller Form, zusicherte. Ziel dabei ist, dass man möglichst lange in der gewohnten Umgebung wohnen kann.

Brunnenstraße wird umgestaltet

In Kürze werden die Baumaßnahmen zur Umgestaltung der Brunnenstraße und des Kreuzplatzes beginnen. Diese Straße wird dann zur Einbahnstraße umgestaltet und ein Teil davon als Spielstraße ausgewiesen. Für die Kinder wird es ein Wasserspiel geben.

Kann man eine Tempo-30-Zone einrichten?

Ein anderes Thema war der Verkehr. Überlingen wünscht sich eine durchgehende Geschwindigkeitsreduzierung an der Straße von Rielasingen kommend in Richtung Radolfzell. Obwohl seit vielen Jahren erfolglos, wird man weiterhin dieses Ziel verfolgen. So wird derzeit auch geprüft, ob ab der Ortseinfahrt von Bohlingen kommend, eine Tempo 30-Zone möglich ist. Ortsvorsteher Bernhard Schütz ist zuversichtlich, dass es in Überlingen weiterhin ein Lebensmittelgeschäft geben wird. Er hatte die Information erhalten, dass der einzige Laden im Ort Mitte nächsten Jahres geschlossen werden könnte. Genaueres sei nicht bekannt. Er versicherte jedoch, dass es auch dem Inhaber der Geschäftsimmobilie wichtig ist, dass sich an diesem Standort nach wie vor ein Supermarkt befindet.

Nach dem offiziellen Teil beim Bürgerdialog in Überlingen am Ried gab es die Möglichkeit für persönliche Gespräche. Links im Bild Ortsvorsteher Bernhard Schütz mit Franz Duffner, dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates. Bild: Sandra Bossenmaier
Nach dem offiziellen Teil beim Bürgerdialog in Überlingen am Ried gab es die Möglichkeit für persönliche Gespräche. Links im Bild Ortsvorsteher Bernhard Schütz mit Franz Duffner, dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates. Bild: Sandra Bossenmaier

Ein Jugendtreff soll den Ort bereichern

Weiterhin beschäftigen wird man sich künftig mit Themen wie Lärm durch Pflastersteine auf den Straßen, mit der Umgestaltung des Kreisels am Friedhof, der Einrichtung eines Jugendtreffs und der Sanierung der alten Schule. Am 2. Dezember soll die dann wesentlich größere Stadtteilbibliothek dem Publikum vorgestellt werden. Besonders im Winter sei die Riedblickhalle räumlich zu klein. Schütz bat um Prüfung der Möglichkeit, einen Anbau zu realisieren.

Singens OB bezieht Stellung zum Kiesabbau

Singens Oberbürgermeister Bernd Häusler bezog Stellung zum Thema Kiesabbau in Überlingen am Ried. Der Wald um Überlingen sei schön und tue dem Ort gut. Im Spitalwald Radolfzell, dem Waldstück an Überlingens Sportplatz, möchte das Stadtoberhaupt den kiesabbauenden Baggerzahn nicht haben. Er setze sich dafür ein, dass hier kein Kiesabbau erfolgen wird. Aktuell gibt es ein Angebot der Stadt Singen an die Stadt Radolfzell, das genannte Waldstück zu erwerben. Ein Preis von etwa 800 000 Euro steht im Raum, dieses Geld sei im Haushaltsplan der Stadt Singen bereits zur Verfügung gestellt.

Singen will den Wald von der Stadt Radolfzell erwerben

Kommt der Kauf zustande, wäre die Stadt Singen im Besitz aller Waldflächen um Überlingen. "Der städtische Wald wird von der Stadt nicht verkauft oder für Kiesabbau zur Verfügung gestellt", versicherte Häusler in seiner Ansprache beim Bürgerdialog. Damit sei das Thema Kiesabbau Birkenbühl für Überlingen erledigt.